Die Briefe, die der französische Tänzer, Choreograf, Ballettmeister, Geigenvirtuose und Komponist Arthur Saint-Léon in den späten 1860er-Jahren aus Moskau und St. Petersburg an seinen Freund Charles Nuitter in Paris richtete, waren in jedem Fall mit liebevollen Worten unterschrieben. Immer gehetzt, immer krank, immer frierend, zuweilen bei Ludwig Minkus wohnend und für die russischen Ensembles choreografierend, arbeitete er zusätzlich noch an „Coppélia“, das 1870 an der Opéra herauskommen sollte. Der Adressat, Nuitter, Archivist der Opéra, formte Saint-Léons Gedanken dann zu einem Libretto und gab sie an den Komponisten Léo Delibes weiter. Die Anstrengung war zielführend, das Ballett erlebte im Mai 1870 seine Uraufführung.
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„Immer der Ihre, Saint-Léon“
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HUMAN (ICH BIN MENSCH) – aber das ist schon alles?
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Wie
der eine Uraufführung von Martin Gruber und seinem aktionstheater ensemble, das nun seit über 35 Jahren mit ihren Produktionen Furore macht. Wieder Brachialkomik, Ironie, brutal gebrochen. Wieder eine Paternosterfahrt durch Menschliches. In den ersten Minuten wähnte sich der Kritiker fast eins zu eins bei den Foyergesprächen des Premierenpublikums: komisch, ironisch, pseudo-achtsam. So wird mit der schwangeren Isabella, so aber auch mit den anderen Handelnden, umgegangen.
Eureka! Neustart an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper
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Als Alessandra Ferri ihr Amt als Ballettchefin in Wien antrat, holte sie mit Patrick Armand einen erfahrenen Schuldirektor an die Akademie der Wiener Staatsoper. Der Qualitätssprung, den diese Neubesetzung mit sich gebracht hat, ist beachtlich – und zeigt sich in der Matinee nicht nur in der Eleganz der gezigten Choreografien und ihrer tänzerischen Ausführung. Die Ausbildung wird hier weiter gedacht und reicht deutlich über konventionelle Pädagogik hinaus.
Hedi Richter und das ultimative „Donauwalzer“-Foto
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Die Kunst, meinte Gustav Mahler einmal, sei das Band zwischen ihm und den Wiener Philharmonikern. Den Tanz betreffend, könnte dies – ebenfalls mit Mahler im Sinn – leicht dahin gehend paraphrasiert werden, dass es die Kunst sei, die ihn mit der damaligen Protagonistin der Wiener Tanzmoderne Grete Wiesenthal verbinde. Denn Mahler war es, der dieser Jahrhunderttänzerin an „seinem“ Haus – der Wiener Hofoper – die erste Chance und damit den Anstoß für eine kometenhafte Karriere gab.
Tanzmagie als Alternativprogramm
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Das Programm musste kurzfristig geändert werden: Statt „Atlas Song" mit Anna von Hauswolff kam die GöteborgsOperans Danskompani mit eigens für sie kreierten Stücken von Marcos Morau und Hofesh Shechter ins Festspielhaus St. Pölten – und überwältigte mit Theater- und Tanzmagie. Eine Alternative, mit der die schwedische Compagnie ihren Ruf als eines der führenden zeitgenössischen Tanzensembles erneut bestätigte. Was als Notlösung angekündigt war, entpuppte sich als künstlerischer Glücksfall: ein Abend, der zwei der spannendsten choreografischen Handschriften der Gegenwart in direkten Dialog setzte und das Publikum mit der Wucht und Vielschichtigkeit zeitgenössischen Tanzes konfrontierte.„Modern Times“ im Hier und Jetzt
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In Reaktion auf das filmische Meisterwerk Charlie Chaplins geben drei, am Beginn einer Choreographen-Karriere stehende KünstlerInnen seinen zentralen thematischen Input weiter: An die TänzerInnen des Ballett Graz, um mit diesen gemeinsam ein differenziertes Mosaik des Pulsschlags unserer Zeit zu kreieren. Zu erleben sind drei hoch individuelle Perspektiven: Die von Katarzyna Kozielska, Anne Jung und Giovanni Insaudo. Tänzerisch umgesetzt in Bewegungsbildern von mitreißender Überzeugungskraft und von einer Compagnie, deren Qualität stetig im Steigen ist.