Rosalia Chladek probt mit Ismael Ivo „Narcissus“ (1990) © Josef Dürport

„Agon“ (Ch: Yvonne Georgi, M: Igor Strawinski), Wiener Staatsopernballett 1959, Foto: Serge Lido. In: Serge Lido, „Ballet 9“, Art et Industrie, Paris 1959.

Asymmetrical Encounters

© Tom Gonisor

Arrow
Arrow
Slider

Ivo BrockeDer Tänzer und Choreograf Ismael Ivo ist am 8. April 2021 in seiner Heimatstadt São Paolo im Alter von 66 Jahren an einer Corona-infektion gestorben. Als Mitbegründer und langjähriger künstlerischer Leiter des Impulstanz-Festivals hat er seit den 1980er Jahren die Entwicklung der zeitgenössischen Tanzszene in Wien maßgeblich beeinflusst.

TAnzinitiativeWie geht es den TänzerInnen, ChoreografInnen und Lehrenden der freien Szene in Österreich? Was verändern die Corona-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung beschlossenen Maßnahmen an deren finanzieller und künstlerischer Situation? Eine im 1. Quartal 2021 durchgeführte Online-Befragung fördert objektive Fakten und subjektive Wahrnehmungs-, Gefühls- und Stimmungs-Lagen ans Licht.

02 IgorIn dem Zeitraum von fünfzig Jahren, der seit dem Tod von Igor Strawinski (6. April 1971 in New York) verstrichen ist, intensivierten sich die Beziehungen zwischen dem Komponisten und jenen kulturellen Sphären – Russland, Frankreich, Amerika –, in denen er lebte. Anders verhält es sich mit Mitteleuropa. Zu Lebzeiten an seinen Balletten interessiert, geriet Strawinski hier auch deswegen etwas aus dem Fokus, weil man ein herausragendes Qualitätsmerkmal seiner Musik nicht zu würdigen weiß: die Gabe, einen (TänzerInnen-)Körper in „psychische und physische Aufnahmebereitschaft“ zu versetzen.

4a YESTER NOWRolle rückwärts in den Wintershutdown. Da fällt die Erinnerung nicht schwer: Die Münchner Philharmoniker üben sich in Kurzarbeit, der komplette Gasteig steht gähnend leer. Fast der ganze jedenfalls. Im größten aller Säle, der sonst 2.400 Zuschauer fassenden Philharmonie, tanzt der Bär: YESTER:NOW – die neue Tanzproduktion von Moritz Ostruschnjak, die vorab als Film erstmals am 26. März gezeigt.

Wanka1Spontaner Einkaufsbummel? Vorbei. Die neue Losung lautet: Click & Meet. Im Veranstaltungssektor geht es ähnlich zu. Dort gilt die Devise „Klick & Schau“. Jede Begegnung zwischen Künstlern und Publikum muss schon seit Monaten rein digital bleiben. Dadurch verlieren Live-Inszenierungen viel von ihrem originären Flair. Selbstredend. Aber haben Theaterschaffende noch irgendeine Wahl?!

TdT BreakDAnceDie Gruppen von Tanz die Toleranz haben bereits begonnen. Natürlich finden alle online statt. In dieser ungewohnten Situation hat das Community Dance Programm der Caritas Wien seine Aufnahmebestimmungen geändert, einerseits verschärft, da maximal 15 bis 20 TeilnehmerInnen aufgenommen werden können. Andererseits gelockert, denn diesmal kann man auch noch im März einsteigen.

womanhood7Da ist eine, die unter allen, also auch unter Corona - Umständen etwas sagen will und auch zu sagen hat: performativ, tänzerisch, bildnerisch sowie mit Mitteln digitaler Medien: Ursula Graber. „Zu sagen hätte“ ist teilweise zutreffender. Denn das, was sie nun in (corona-bedingt) kleinstem Kreis einer Handvoll Journalisten als live-Premiere präsentierte, ist nicht eben aufgelegt für inhaltlich unmittelbares Verstehen oder geradlinige Entschlüsselung.

02 SchwedenAll jene Kinder vor Augen, die in unserer Zeit in Europa in Behelfsunterkünften vor sich hin vegetieren, ist man einem Land wie Schweden für geleistete Hilfe umso dankbarer. Es nahm in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, als hierzulande unerträgliche Not herrschte, Kinder aus Österreich auf und gab ihnen für einige Zeit ein Zuhause, gab Wärme und Zuwendung. Aus dieser Nähe entstanden auch künstlerische Bande. Genauer besehen bestand jedoch ein dialogisierendes Geben und Nehmen – auch auf dem Gebiete des Tanzes – schon seit geraumer Zeit.