„The Flower Dance by the Vienna Children“, New York 1846. Quelle: Wikimedia.org.

Im Jänner 2020: "Dornröschen"

The Sleeping Beauty. Artists of The Royal Ballet. © ROH, 2016. Photographed by Bill Cooper

Martin Schläpfer erhielt den Großen St. Galler Kunstpreis. Gerhard Brunner hielt die Laudation

Bild: Marlúcia do Amaral in "Ramifications" Ch: Martin Schläpfer © Gert Weigelt

© Reinhard Winkler

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Titel HOuston iconIn der laufenden Diskussion und, in manchen europäischen Ländern, bereits getroffenen Maßnahmen zur Implementierung von Kunst ins Gesundheitswesen, spielt Tanz mit Parkinsonkranken eine spezielle Rolle ein. Während klinische Forschungen die positiven Wirkungen bestätigen, nähert sich Sara Houston dem Thema von einer tanzwissenschaftlichen Perspektive.

02 KB NinaSchreiberBei näherer Betrachtung der beiden legendären Wiener Kinderballette des 19. Jahrhunderts fällt zumindest dreierlei auf. Als extrem negativ muss das heute als menschenunwürdig angesehene Desinteresse an Kindern vonseiten der Eltern gelten; zum zweiten stößt der verblüffend offene Umgang mit der ständig zutage tretenden Pädophilie ab. Im krassen Gegensatz dazu steht nachhaltig Positives: In den Choreografien für ihre Kinderensembles drangen nämlich beide, Friedrich Horschelt wie Josephine Weiß, zur Essenz des Bühnentanzes vor, indem sie den Tanz selbst thematisierten.

giustino BNA9768Macht, Intrigen und starke Frauen stehen im Mittelpunkt der Barockoper „Giustino“. Regisseur James Darrah verlegt die Geschichte, die laut Originallibretto in Konstantinopel spielt, in ein gleich benanntes Motel in der Mojave-Wüste. Ihm gelingt in dieser Inszenierung ein geistreicher Überraschungscoup, mit dem sich schließlich auch die grelle und vor Geschmacklosigkeit strotzende Ausstattung von Adam Rigg erklärt.

Siegal NewOcean2Richard Siegal ist so etwas wie der Shooting Star der deutschen Tanzszene. Sein Markenzeichen ist „Unitxt“, ein Stück, das zusammen mit Merce Cunninghams „Bidped“ auf dem Programm des Bayerischen Staatsballetts stand. (tanz.at berichtete vom Wiener Gastspiel.) Sein neue, abendfüllende Produktion war von „Ocean“ des Altmeisters inspiriert. Doch während Cunningham mit seinen Werken immer auch die Philosophie des Zeitgenössischen mittransportierte, bleibt bei Siegals „New Ocean“ nur mehr blasierte Ästhetik über.

gervasi4Aus der Ordnung ins Chaos. Sieben TänzerInnen, ein Maler und ein Opernsänger untersuchen in Elio Gervasis jüngster, im November beim „tanz ist Festival“ in Dornbirn uraufgeführten Choreografie „Incorpo-ratis“ die Auswirkungen der Umbrüche und Neuordnungen unserer Zeit. Und deren Potential. Diese disziplinär polyphon angelegte Arbeit ist ein ganzheitlicher Genuss.

Schlaepfer iconPreise hat er wahrlich schon einige bekommen, der Choreograf und designierte Wiener Ballettchef Martin Schläpfer, aber diesen erhält er von seiner Heimat St. Gallen und er liegt dem Schweizer natürlich besonders am Herzen. Wenige Kilometer von hier, im Appenzeller Bergland in Altstätten ist er geboren, in St. Gallen lernte er seine ersten Ballettschritte.

Stuart1Über die posttraumatische Belastungsstörung einer Gesellschaft. Meg Stuart begibt sich in ihrer jüngsten Arbeit mit dem indonesischen Künstler Jompet Kuswidananto auf eine Forschungsreise in das Innere Post-Suharto-Indonesiens. Drei PerfomerInnen und zwei MusikerInnen bewegen sich durch unsichtbare seelische Ländereien, Hinterlassenschaften einer jahrzehntelangen Diktatur.

GardensSpeak1Zehn Gräber, und jedes einzelne erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Die eines ganz gewöhnlichen Menschen, der, getötet vom Assad-Regime, begraben wurde im Garten seiner Angehörigen. Die syrische Künstlerin Tania El Khoury schuf mit ihrer Installation „Gardens Speak“, gezeigt in der brut-Location „Galerie Die Schöne“, ein Mahnmal von ungeheurer Wirkung.