Weltpremiere von
Cathy Marston's "The Cellist"

Marcelino Sambé and Lauren Cuthbertson in Cathy Marston's "The Cellist", The Royal Ballet © 2019 ROH. Photograph by Gavin Smart

Nicole Beutler "Role Model © Anja Beutler

"Second Hand" aus “Cunningham” © Martin Misere

„Festzug der Gewerbe“: Bewegungschor vor dem Parlament (1929). Theatermuseum, Wien

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Adler2In seinem neuen Stück „sing no more this bitter tale …“ schickt Nikolaus Adler vier TänzerInnen auf eine Irrfahrt. Bei der Fülle an Requisiten, Objekten, Kostümen, Videoprojektionen und Schaltcomputer für die Technik, die die DarstellerInnen selbst auf der Bühne steuern, geht Adlers größte Stärke beinahe unter. Der coolen Versuchsanordnung der Inszenierung steht ein sehr eigenständiger choreografischer Ansatz gegenüber.

Achilles11995 wurde “Enter Achilles” von Lloyd Newson mit seiner Compagnie DV8 bei den Wiener Festwochen uraufgeführt. 25 Jahre später kam die Neu-Einstudierung in einer Ko-Produktion von Ballet Rambert und Sadler‘s Wells im Festspielhaus St. Pölten zur Premiere – so verläuft die Kontinuitätslinie für erstklassigen, zeitgenössischen Tanz in Österreich. Die aufregende Choreografie ist nach wie vor bestechend.

pipWieviel an schillernd-spektakulärem Input muss Kindern geboten werden, um sie bei der Stange zu halten? Emmy Steiners Antwort lautet zweifellos: wenig. Und die eines Erwachsenen nach Besuch ihres 40minütigen Bewegungstheaters „PIP“ nur insofern anders, als ein beeindruckt-bejahendes Kopfnicken dazukommen mag. Beeindruckt ob der soeben erlebten, körpereigenen Ausdruckspallette in einem weitgehend minimalisierten Bereich.

EverythingAuch Kinder und Jugendliche tun es: Sie blicken neugierig hinter Kulissen, besuchen Theatervorstellungen und nehmen an Workshops teil, sie versuchen sich als Kritiker und engagieren sich als Juroren. Wenn man sie, die sehr wohl kunstinteressierten Jungen, gekonnt und vielseitig aufbereitet dort abholt, wo sie sind. Das 8.internationale Theaterfestival für junges Publikum spleen*graz tut das und kann das.

Oran1Gruppendynamik mit Sonnenbrille. Choreografen jonglieren gern mit Formaten. Da ist Ceren Oran keine Ausnahme. Ihr 40-Minüter „Schön Anders“ für Kinder ab sechs Jahren Premiere. Spaß dran haben auch ausgewachsene Zuschauer.

Kameliendame1Ganz große Gefühle: In seiner „Kameliendame“ hat John Neumeier sie alle untergebracht. Szene für Szene choreografisch beispiellos aus der Handlung heraus motiviert. Als Armand bei einer Ballettaufführung von „Manon Lescaut“ auf die Kurtisane Marguerite trifft, prallt tiefe Leidenschaft auf Heuchelei und Käuflichkeit im noblen Rausch der Vergnügungen.

2 NewsonIn Zusammenhang mit dem im Februar im Festspielhaus St. Pölten präsentierten Werk „Enter Achilles“ von Lloyd Newson sei daran erinnert, dass dieses Stück einigen Bezug zu Wien hat. Hier nämlich wurde es bei den Wiener Festwochen 1995 uraufgeführt. Hier brachte aber auch ImPulsTanz 2013 Newsons „John“ zur Uraufführung. Dazu kamen „The Cost of Living“ (ImPulsTanz, 2004) und „Can We Talk About This?“ (Tanzquartier Wien, 2011). Der Wienbezug des Choreografen geht jedoch weit darüber hinaus, denn die Wurzeln von Newsons Handwerk basieren auf der Wiener Tanzmoderne!

Cunningham1An der Schnittstelle von Tanz-Moderne und Postmoderne gibt es nur ihn: Merce Cunningham. Er brachte den flexiblen Oberkörper moderner Tanzstile mit den starken Beinarbeit des klassischen Balletts zusammen, verzichtete auf Narrative, experimentierte mit dem Zufallsprinzip oder theaterfremden Locations und vereinte um sich bedeutende Künstler seiner Zeit wie John Cage oder Robert Rauschenberg. Im 10. Jahr nach seinem Tod ist die Dokumentation „Cunningham“ herausgekommen, die ab 14. Februar in Österreich anläuft.