Bundesjugendballett Berlin „All long dem day“ Choregafie: Marco Goecke © Carlos Quezada

Probenfoto © Paulio Sóvári

von Karl Alfred Schreiner

Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz "Atlantis" © Marie-Laure Briane

A"Wie geht es weiter – die gelähmte Zivilgesellschaft" © Gerhard Breitwieser

Ferdinand Kaufmann, Ballettsaal der k. k. Hofoper, o. J.

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puppenfee2Nach längerer Zeit hat die Wiener Staatsoper wieder die Bühne für die Ballettakademie frei gegeben. Der zweite Akt der „Puppenfee“, „Mozartiana 2019“ und „Bolero“ standen auf dem Programm. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer waren diszipliniert und freudvoll bei der Sache. Die Musiken von Josef Bayer, Mozart und Ravel kamen allerdings nicht aus dem Orchestergraben, sondern vom Band.

McGregorMit „The Contemporaries – Im Hier und Jetzt“ (Vol. 2) gab das Landesjugendballett Berlin, die jüngste und größte Compagnie Deutschlands ein Gastspiel im Rahmen der 1. Tanzwoche, die – initiiert von Mauro de Candia und Patricia Stöckemann, Leiter und Managerin der Dance Company des Theaters Osnabrück – von 16. bis 22. Juni im Jugendstil-Theater am Dom stattfand. Ein stehend applaudierendes, hörbar begeistertes Publikum wollte diese jungen Tänzerinnen und Tänzer einfach nicht von der Bühne lassen.

Graz1Es wird immer mehr zu einer vielbeachteten Tradition: Zu Saisonende kehren die Tänzerinnen und Tänzer des Grazer Opern Balletts ihrem Haus den Rücken, um sich anderswo in der Stadt hautnah dem Publikum zu präsentieren. In diesem Jahr öffnete die Neue Galerie ihre ehrwürdig-ruhigen Räume und überließ diese der Aufmerksamkeit für eine ganz andersartige, für eine flüchtige Kunst: die der Bewegung.

uhlichTanzen mit der Wimper und dem Rollstuhl. Sie sei vor dem Computer erstarrt, sagt Doris Uhlich im Interview, als die Anfrage am Bildschirm aufpoppte, ihr Stück „Everybody Electric“ auf der Tanzbiennale Venedig zu zeigen. „Ich darf Teil der langen Geschichte der Biennale sein!“, freut sich die österreichische Choreografin über die Einladung.

aktionstheater1Wie nachhaltig kann Theater sein? Nun, im Fall der Produktion zum 30-jährigen Jubiläum des Aktionstheater Ensembles hat sich die Wirkung bei mir schon über eine Woche gehalten. Ich kann keine Schokolade mehr sehen. Denn eines der Metaphern für die gelähmte Zivilgesellschaft bietet Benjamin, der pro Vorstellung drei bis vier Tafeln Schokolade in sich hineinstopft.

atlantis05Besser ist Anderswo. Bilderbuchartig-mysteriös schon der Beginn. Aus den Tiefen der neuen Unterbühne des Gärtnerplatztheaters wird in Karl Alfred Schreiners Ballett-Premiere „Atlantis“ ein außergewöhnliches Wesen geborgen. Live erklingt dazu „Message“ des Letten Pēteris Vasks. Der in eine blauschwarze Leere abgesenkte Beleuchtungsapparat fährt in die Höhe. Und das Anwerfen mehrerer Sucherspots vervollkommnet die Illusion einer Tiefsee-Expedition.

tdt4Mit der Präsentation eines Buches über Tanz die Toleranz, einem zweiteiligen Performance-Abend mit insgesamt 120 teilnehmenden TänzerInnen und anschließender Disco für Alle wurde das zwölfjährige Bestehen und auch Überleben dieses Programms zur aktiven sozialen Inklusion gefeiert. Ein herzerwärmender, ermutigender Abend.

02 EinstiegAm 16. Juni 1869 ging mit dem vieraktigen Paul-Taglioni-Ballett „Sardanapal“ die erste Ballettaufführung im neuen Opernhaus am Ring über die Bühne. Bei einem Rückblick auf die vergangenen 150 Jahre kann das Ballettensemble mit einer Besonderheit aufwarten: In dieser Zeit waren gleich mehrere Familiendynastien tätig, die wie eine Klammer Raum und Zeit umspannen – die Familie Birkmeyer mit sechs dem Tanz verschriebenen Generationen, die Familie Fränzl mit fünf, der Raimund-Drapal-Musil-Clan mit vier, die Familie Dirtl mit zwei.