Tanz und mehr über Tanz über Bewegung über Theater über Tanzgeschichte über Community Dance über Ausstellungen über Film über Tanzaufführungen über Performance über Musik über Tanzvermittlung über Tänzer über Tänzerinnen über Tanztraining über Tanzkritiken über Tanzevents über Kultur über Körper über Spitzentanz über Modern Tanz über zeitgenössischen Tanz über afrikanischen Tanz über Flamenco über Cirque nouveau über Rhythmus über Urban Dances über Hip Hop

Im November mit "La Bayadère"

© Royal Opera House / Tristram Kenton

Jerome Robbins probt mit dem Ensemble „West Side Story“, 1957

von Trajal Harrell

© Orpheas Emirzas

mit Marta Navaridas, Alex Deutinger
und Christoph Szalay in "Oktopus"

© Michael Traussnigg

Arrow
Arrow
Slider

Portnoy0Der steirische herbst 2018, der mit diesem Wochenende abschließt, war sowohl inhaltlich wie auch strukturell ein sehr anderer: Haben doch Ekaterina Degot und ihr Team den Wechsel zu ihrer Intendanz in beabsichtigt markanter Weise vollzogen. Bezüglich Veranstaltungsorte konzipiert als weitläufiger Parcours, lag der Schwerpunkt auf dem Bildnerischen und sollte außerdem, jedenfalls das Kernprogramm „Volksfronten“ betreffend, als Gesamtes erfahren und gesehen werden.

harrell1„Morning in Byzantium“ heißt Trajal Harrells neue Performanceshow. Hinter dem Titel lässt sich ein spätantikes Sujet mit orientalischem Flair vermuten. Doch letztlich gehört das einfach zur subtilen Verführungsstrategie dieses Nicht-Stücks, dessen Inhalte jeder für sich selber herausfinden muss. Es ist die zweite Inszenierung, die der New Yorker Choreograf an den Münchner Kammerspielen herausbringt.

02 iconEs ist nicht nur die furiose, vor 50 Jahren entstandene Volksopernproduktion „West Side Story“, die in Wien an das kongeniale Künstlerduo Jerome Robbins/Leonard Bernstein denken lässt. Auch ein diesen Herren – sie wären beide heuer 100 Jahre alt geworden – Nahestehender bringt sich in Erinnerung, da er überaus kompetent Betrachtungen sowohl über den Choreografen als auch den Komponisten wie Ballettdirigenten anstellte: Edwin Denby. Dieser hatte sein „Analysebesteck“ in den Zwanzigerjahren unweit von Wien, in der Schule Hellerau-Laxenburg erhalten!

EsinaKourlaev1Olga Esina und Kirill Kourlaev tanzten zusammen im Wiener Staatsballett. Er hat seine aktive Karriere als Erster Solist vor zwei Jahren beendet. Während sie als Erste Solistin weiterhin in der Staatsoper brilliert, passt er auf ihre Tochter auf, kümmert sich um die neue Tanzschule Danceworld. Gemeinsam organisiert das Power-Paar Tanzprojekte, wie zum zweiten Mal die Weltstar Gala am 13. Oktober im Volkstheater.

schwingenDas biennale Festival „Werkstatt. Das Festival der Uraufführungen in Oberzeiring“ präsentierte heuer elf Theaterprojekte, neun davon als Uraufführung. Zusätzlich zu diesem außergewöhnlichen Angebot ist es immer wieder auch ein mehrtägig lebendiger Austausch von Künstlern untereinander sowie eine konzentrierte Begegnung von Kunstinteressierten mit diesen; es ist ein Crossover lokaler und nationaler Provenienz sowie von performativen Sparten, Stilen und Inhalten.

horti1Emese Horti sieht sich mit 999 Flyern konfrontiert, mit gegenstandslosen und muss sich nun den daraus resultierenden Fragen stellen. Biografisch unterlegt hievt sie die Situation in weitgehender Eigenregie auf die Bühne und stellt sich ihr in Form einer tanztheatralen Auseinandersetzung: Warum kam es dazu und wie geht es weiter? Dann, wenn eine Tanz-Produktion kurz vor ihrer Fertigstellung abgebrochen wird, weil Kompromisse nicht eingegangen werden.

gis esina iconIhr geglücktes Rollendebut als Bauermädchen Giselle in der Choreographie von Elena Tschernischova gab die Erste Solistin Olga Esina in der Wiener Staatsoper. An ihrer Seite tanzte der routinierte Roman Lazik den Albrecht, nobel und gelassen, eigentlich viel zu sympathisch für diesen gelackten Prinzen. Die beiden sind ein sehr stimmiges Tanzpaar auf höchstem Niveau, das von einem gut aufeinander abgestimmten Corps de Ballets und einer soliden Ketevan Papava als Myrtha getragen wurde.

Alcina 7Das Opern-Publikum zu G. F. Händels Zeiten liebte es, sich bezaubern zu lassen und staunen zu dürfen: nicht nur über begnadetes Spiel und Gesang, sondern auch über Ballett, eine brillante Theatermaschinerie und raffinierte Effekte. „Alcina“ war 1735 mit herrlicher Musik und virtuosen Tanzeinlagen ein geradezu idealtypisches Werk. Im Theater an der Wien konnte man sich dieser Tage zwar am Concentus Musicus und dem Gesang von Marlis Petersen erfreuen. Von Verzauberung aber kann keine Rede sein.