David Leventhal: Dance for PD beim Forum "Dance – New Moves in Health Care" © Arts for Health Austria

„Orpheus“ (Ch: Ruth Berghaus, M: Hans Werner Henze), Marialuise Jaska (Eurydike), Ballett der Wiener Staatsoper, 1986. Foto: Axel Zeininger. In: Sigrid Neef, „Das Theater der Ruth Berghaus“, S. Fischer, Frankfurt am Main 1989.

Bayerisches Staatsballett: „Paradigma. Bedroom Folk“ Ch: Sharon Eyal © Wilfried Hoesl

Pina Bausch: Little People, Big Dreams © Insel Verlag

© Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Arrow
Arrow
Slider

Ursula ZoomDie Auswirkungen von Covid 19 und der diesbezüglichen gesundheitspolitischen Maßnahmen sind vielfältig. Gruppentreffen, Sport, Bewegungsangebote finden seit Monaten entweder gar nicht mehr oder nur noch reduziert statt. Um die sozialen und physischen Kollateralschäden, die durch den Entfall der Tanzangebote für ParkinsonpatientInnen entstehen, aufzufangen, haben Tänzer und Tanztherapeuten online-Angebote kreiert. Die Wiener Tanz- und Kunsttherapeutin Ursula Löwe beschreibt das Programm Dance for PD der Mark Morris Dance Company in New York und ihre eigene Praxis in Zeiten von Corona.

02 Berghaus Es bedarf keineswegs der 25. Wiederkehr (25. Januar 2021) ihres Todestages, um der so außergewöhnlichen Frau des Theaters Ruth Berghaus zu gedenken. Als ausgebildete „Tanz-Regisseurin“ – bei Gret Palucca – vereinte sie zwei Künste, Choreografie und Regie. Ihre primäre Domäne war zweifellos die Choreografie, die der gebürtigen Dresdenerin – nach wesentlichen Erfolgen – in der DDR von Staats wegen untersagt wurde. Es war der damalige Leiter des Balletts der Wiener Staatsoper, Gerhard Brunner, der sie 1986 einlud, mit Hans Werner Henzes „Orpheus“ zu „ihrer“ Kunst zurückzukehren.

PB5 BrokenIn einer ersten Online-Premiere präsentiert das Bayerische Staatsballett drei Stücke von Russel Maliphant, Sharon Eyal und Liam Scarlett. In Zeiten globaler Verbannung von Künstlern hinter die Kulissen und der Möglichkeit, über Vorstellungen darstellerisch weiter in neue Stücke hineinzuwachsen, setzen alle drei Teile von „Paradigma“ ein einprägsames Hoffnungszeichen. Auf jeden Fall absolut sehenswert.

Pina iconDie kleine Pina hieß eigentlich Philippine und tanzte im Gasthaus ihrer Eltern in Solingen. Berühmt wurde sie, weil sie Tanz und Theater auf neue Weise verband: mit dem Tanztheater Wuppertal entwickelte sie eine frische Ausdrucksweise. TänzerInnen aus aller Welt tanzten in ihrer Truppe, Laien traten mit auf die Bühne, das Hier und Heute bezog Pina Bausch in ihre Choreografien ein.

4 17 EnsembleWow! Es ist zu schade, dass diese erste, richtige Premiere des neuen Ballettchefs mit dem gesamten Ensemble des Wiener Staatsballetts nicht von einem Publikum vor Ort bejubelt werden konnte, sondern nur im Livestream zu konsumieren war. Die Bewegungssprache, die Martin Schläpfer in „4“ bietet, ist atemberaubend, die Musikalität hinreißend und das Ensemble hochmotiviert und in großartiger Form. In Kombination mit Hans van Manens „Live“ bietet dieser Abend darüber hinaus ein Statement zur Ballett-Zeitgeschichte.

16 SchlaepferAm 4. Dezember kommt die erste Kreation von Martin Schläpfer für das Wiener Staatsballett zur Uraufführung. Das Publikum kann dieses nur am Bildschirm über ARTE Concert, und einige Tage später, auf ORF2 sehen. Und doch ist es kein Digital-Ballett, sondern wurde ausschließlich als Bühnenwerk kreiert.

DancingWellness„Dance – New Moves in Health Care“, das Forum der Dance & Creative Wellness Foundation und Arts for Health Austria findet am 11. Dezember in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienste und Sport sowie mit dem MQ Wien statt. In einer Zeit, in der die Covid-19-Pandemie die Welt vor enorme Herausforderungen stellt, hat das Thema von Kunst im Gesundheitskontext zusätzlich an Relevanz gewonnen. Denn Kunst und Kultur leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Gesundheit und unserem Wohlergehen.

02 Mahler iconSituationsbedingt musste der Premierentermin 24. November 2020 für Martin Schläpfers „4“ zu Gustav Mahlers vierter Sinfonie an der Wiener Staatsoper verschoben werden, auf ein ehebaldiges Nachholen wird gehofft! – Apropos Mahler, der allgemein als der beste Wiener Operndirektor gilt: Die Tatsache der Zuständigkeit des Hauses für Ballett sowie die Letztverantwortlichkeit des Direktors auch für diese Gattung lassen an diesem Befund zweifeln. Die Feststellung allerdings, Mahler habe in Ballettbelangen versagt, trifft nicht zu. Denn schlimmer noch: Mahler ließ das Genre, wenn er es nicht benötigte, einfach links liegen.