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Anne Teresa De Keersmaeker & Jean-Guihen Queyras / Rosas "Mitten wir im Leben sind/Bach6Cellosuiten" Vorstellungsfoto: De Munt © Anne Van Aerschot

Premiere von Marco Goeckes neuem Ballett

© Marie-Laure Briane

Zwischen Langzeitdirektoren und Newcomern

Bild: Hofesh Shechter "Grand Finale". Foto (Ausschnitt) © Rahi Rezvani

beim Abend "Junge Choreografen" des Bayerischen Staatsballetts

© im Bild: Jonah Cook, Matteo Dilaghi, Erik Murzagaliyev, Maria-Daniela Gonzalez. Foto © Wilfried Hoesl

Alexandra Inculet, Julie Thirault, Feline van Dijken (Schwanen-Frauen). Foto © Gert Weigelt

beim Ballett am Rhein

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strada5Meist erzählt Marco Goecke eigene Geschichten. Hat er es, was seltener vorkommt, mit einer bekannten Vorlage zu tun, kann man sich bestimmter Freiheiten im Umgang mit dem Stoff sicher sein. So sprengt sein vor Selbstüberzeugung schier implodierender Prachtbolzen Zampanó, ein Ausbund an strotzender Maskulinität mit heftiger Abneigung jedem Nebenbuhler bzw. Rücksichtslosigkeit Schwächeren gegenüber, keine um den Brustkorb geschnallten Ketten. Goeckes mag es gern surrealer. Also kracht urplötzlich und ohne erkennbaren Zusammenhang eine Eisenkette von der Decke. Ein krasser Effekt.

DeKeersmaeker1Die Rosas boten mit „Mitten wir im Lebens sind/Bach6Cellosuiten“ einen starken Auftakt mit Anne Teresa De Keersmaekers Choreografie zu J.S. Bachs Cellosuiten. Bis zum 12. August sind beim Wiener Sommerfestival wieder täglich im Schnitt drei bis vier Performances an unterschiedlichen Spielorten zu sehen und lädt ein umfangreiches Workshop-Programm zum mittanzen ein. Der Reigen starker Frauen wird unter anderem mit  Marie Chouinard, Louise Lecavalier oder Florentina Holzinger fortgesetzt.

Wien AshtonTanzzeit ist die Zeit der großen Emotionen an Österreichs Theatern. Von Wien bis Innsbruck werden ikonische Werke des Balletts, der Musik und der Weltliteratur gezeigt. In traditionellem Gewand oder in Neudeutungen zeitgenössischer ChoreografInnen, die in Linz, Salzburg und Innsbruck den Spielplan bestimmen oder im Festspielhaus St. Pölten zu Gast sind. Das neue Werk vom Wiener Staatsballett-Chef Manuel Legris wird da wohl irgendwo dazwischen liegen. Wo sich die neue Ballettchefin Beate Vollack in Graz einordnet, ist zur Zeit noch offen.

lastradaprobe1Marco Goecke lässt tanzen wie niemand sonst. In Köln, München und Den Haag zum Tänzer ausgebildet und in Berlin (Staatsoper Unter den Linden) sowie am Theater Hagen unter Vertrag, verlegte der heute 46-Jährige sich nach dem Erfolg seines Erstlings „Loch“ im Jahr 2000 ganz aufs Choreografieren. Seine seither konsequent entwickelte Bewegungssprache ist, ebenso wie seine Herangehensweise an Stücke, einzigartig. Am 12. Juli ist die Uraufführung von „La Strada im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz.

consonanceNeukreationen von Štěpán Pechar, Menghan Lou, Dustin Klein und Peter Walker. Sonnenuntergangsstimmung. Mitten in einer Pose in die Leere der Bühne modelliert: vier typische Tänzerkonturen mit gerundeten Armen und durchgestrecktem Rist. Das formschöne, einzige abstrakte Ballettstück – dynamisch, ohne Ecken, Hänger oder Kanten – gibt es am Premierenabend „Junge Choreografen“ im Münchner Prinzregententheater zum Schluss. Wer vorher ging, der verpasste ein flinkes, ephemeres Spiel um Tempo und Zeit.

b36 Schwanensee 05Die Nachricht schlägt wie eine Bombe ein: „Martin Schläpfer zum neuen Direktor des Wiener Staatsballetts berufen.“ Zur Saison 2020/21 verliert Deutschland einen seiner prägenden Ballett-Kunst-Erfinder an die österreichische Kulturmetropole. Dort: ein schwieriges, zutiefst klassisch-definiertes, zugleich aber spannendes Pflaster. Das hätte man nicht unbedingt erwartet – kurz nach der Premiere seines ersten abendfüllenden Handlungsballetts auf die denkbar populärste Vorlage: „Schwanensee“.

DAnceWellbeing iconBeinahe 1000 Seiten umfasst das Handbuch der Oxford University Press und bietet die zur Zeit wohl umfassendste Übersicht zum Thema „Dance and Wellbeing“. Vor dem Hintergrund des rasant steigenden akademischen Interesses an Tanz in unterschiedlichen Disziplinen haben die Herausgeberinnen Vicky Karkou, Sue Oliver und Sophia Lycouris 50 Beiträge über den Einsatz von Tanz im Gesundheitsbereich im weitesten Sinn gesammelt. 

Rendezvous ICONZum 8. Mal endete die Saison des Wiener Staatsballetts mit einer „Nurejew Gala“. Diesmal galt es darüberhinaus den 80. Geburtstag des Namensgebers sowie den 200. Jahrestag von Marius Petipa zu feiern. Dementsprechend opulent gestaltete Manuel Legris die Aufführung, bei dem neben den Wiener TänzerInnen und erlesenen Gästen auch der Ballettchef höchstpersönlich wieder mitwirkte, der an diesem Abend besonders geehrt wurde.