Der Spam-Dozent erklärt uns ein Phänomen, von dem alle, die irgendwann im weltweiten Netz hängen, betroffen sind: Die Spamflut. Unerwünscht doch unvermeidbar und gar nicht so lustig, wie es in der [Spam] Oper dargestellt wird. Nicht nur die Spammer auch die Spams selbst werden lebendig und erzählen aus ihrem weltbewegenden Leben.
Der Tänzer liegt auf der Bühne. Als er sich jäh wie aus dem Tiefschlaf aufrichtet, torkelt er noch benommen. Doch ganz schnell rafft er seine Energie zusammen und sie entlädt sich in einem fabelhaften Zapateado. Fulminant beginnt Juan Carlos Lérida seine Geschichte über das Leben.
Die älteren Herren in ihren formellen Anzügen bewegen sich unsicher auf der schiefen Ebene der Bühne. Doch hallo! Herren? Vorgestellt werden sie mit Frauennamen. Sie sind die DarstellerInnen in der letzten Vorstellung des Travestie Kabaretts „Gardenia“. Sie sind zwischen 55 und 65 Jahre alt und ihren Ruhm erhielten sie durch sexuelle "Großtaten", die Moderatorin Vanessa van Durme bei der Vorstellung verkündet.
Bereits zum 26. Mal fand das internationale Tanz- und Kursfestival in der Südtiroler (Tanz)Metropole statt. Zwei Wochen, von 19. bis 31. Juli lang stand die Stadt Bozen wieder ganz im Zeichen von Workshops und Vorstellungen.
Ein Abend mit zwei konträren Annäherungsversuchen: Les Ballets de Monte-Carlo lassen „Daphnis et Chloé“ zueinander finden, Chris Haring und Liquid Loft suchen in „Sacre: The Rite Thing“ ihren Zugang zu Nijinskys „Le Sacre du Printemps“.
Klug und brilliant sind die Geschichten, anhand derer Ralf Stabel die Tanzgeschichte erzählt. Zwar folgt er der Historie von den mittelalterlichen Totentänzen bis zum postmodernen Tanz chronologisch, hält sich aber nicht so sehr mit dem Sammeln von Daten und Fakten auf. Vielmehr nimmt er die einzelnen Kapitel der Geschichte zum Anlass für weiter führende Überlegungen.
Tango ist ein argentinisches Markenzeichen. Inzwischen hat er aber eine Popularität erreicht, dass man sich umgekehrt fragen kann, ob Argentinien nicht eine Erfindung des Tango geworden ist. Jedenfalls gehören die beiden einfach zusammen, wie dieses jüngste Tangobuch, gefühlvoll aus dem Spanischen übersetzt („Tango para princiantes“) beweist.
Phantasievolle Kostüme, mythologische Geschichten und ethnologisch inspirierte Choreographien sind seit langem das Markenzeichen von Marie Chouinard. Mit „The Golden Mean (Live)“ – zu Gast bei Impuls Tanz 2010 – schrammt die beliebte Choreographin nur knapp am Abgrund zur ästhetisch exquisiten, aber dramaturgisch schwachen Banalität vorbei.
Seit 2005 hat Jérôme Bel mehrere Tänzerbiografien für die Bühne entworfen. Sein aktuelles Portrait ist dem französischen Tänzer Cédric Andrieux gewidmet. Man würde ihm ohne weiteres eine andere „Sportart“ zutrauen, wenn der große, kräftig gebaute Tänzer in einer weiten Trainingshose, T-Shirt und mit Sporttasche die leere Bühne betritt.
„Liquid Loft“, der Name der erfolgreichen österreichischen Performancegruppe, ist Programm. Haring und Team geht es darum, „den zeitgenössischen Tanz in Bewegung zu halten, den Körper als Resonanzboden für das Leben einzusetzen.“