Jürgen Roses aufs Wesentliche reduzierte Ausstattung, prächtige Roben und eine gesellschaftsbedingt unmögliche Liebe im Clash turbulenter Gefühle: Top in Form und emotionsgeladen ist das Bayerische Staatsballett mit John Neumeiers sich dramatisch zuspitzendem Abendfüller „Die Kameliendame“ in die neue Spielzeit gestartet. Dabei konnte die Kompanie ihre Kette bemerkenswerter Hauptrollendebüts der vorherigen Saison nicht nur festigen, sondern quasi nahtlos weiter fortführen.
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In der fünften Ausgabe zu ihrem diesjährigen Projekt „shifting terrain“ gräbt Andrea K. Schlehwein wieder tief in die gesellschaftlichen Schichten. Gemeinsam mit einem Kollektiv entstand daraus eine spannungsgeladene Verkörperung des Themas „Vereinzelung“ das Emotionen eindrucksvoll, laut und auch leise spürbar macht.
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Jacqueline Kornmüllers „Ganymed“-Inszenierungen im Kunsthistorischen und zuletzt auch im Naturhistorischen Museum zählen seit Jahren zu den Höhepunkten des Wiener Kulturkalenders. Ihr Reiz liegt in der Verbindung von Historischem und Zeitgenössischem, von bildender und darstellender Kunst – scheinbare Gegensätze, die einander wechselseitig verstärken. Heuer hat Ganymed im weitläufigen Otto-Wagner-Areal auf der Baumgartner Höhe einen neuen Schauplatz gefunden, und Kornmüllers Stationen nehmen auf vielfältige Weise Bezug auf die Geschichte des ehemaligen Krankenhauses.
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Die Frage drängt sich auf: Schwarz oder Weiß – Kontrast oder doch eine fragile Harmonie? Licht gegen Schatten, Bewegung gegen Stillstand. Und was bleibt am Ende, das man schwarz auf weiß mit nach Hause nehmen könnte? Einen Plot jedenfalls nicht. Der dreiteilige Abend des Ballet BC im Festspielhaus St. Pölten verweigert jede narrative Erfüllung – und lässt damit leise faustische Anklänge ins Leere laufen. Was dem Gelingen dieses Abends jedoch nicht im Wege steht.
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Die beiden Künstlerinnen Clarissa Rȇgo und Bruna Diniz Afonso, kommen aus Brasilien, leben schon länger in Graz und sind klassisch wie zeitgenössisch ausgebildete Tänzerinnen und Choreografinnen. Ein weitgestecktes Thema, das des Mensch- und Frau-Seins, verbindet sie ebenso und führt zu diesem Doppelabend: Zu zwei Präsentationen aus unterschiedlicher Perspektive und vor allem zu zwei sehr individuellen performativen Umsetzungen.
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The future is now im Düsseldorfer tanzhaus nrw: Das letzte Stück einer Trilogie zur Vermessung des Verhältnisses von menschlichem Körper und digitaler Technik der Choreografin Brig Huezo „The Ghost In The Glitch“ ist ein gewaltiges Spektakel, in dem der virtuelle Raum und menschliche Bewegung verschmelzen.
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Die Körperinstallation „SOMEtimes all it takes is a little more TIME” im Münchner Schwere Reiter hebelt das Zeitgefühl aus. Dieser Choreograf und Tänzer strahlt innere Ruhe aus – in welcher Situation auch immer man Stephan Herwig begegnet. Jede Art von Hektik scheint ihm fremd, privat ebenso wie bei der Arbeit. Eine solche stille, zurückhaltende Beharrlichkeit lässt seine Stücke stets ohne großes emotionales Drama, äußerliche Effekthascherei, lautes Gedöns oder unnötiges Lärmen auskommen.