„Lady in the Dark“, Ch: Albertina Rasch, New York 1941. In: „Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters“, Band 6, Piper, München/Zürich 1997.

Bayerisches Staatsballett: "Cinderella", Ch: Christopher Wheeldon © Alfred Hoesl

"The Great Ghosts" von Louise Narboni und Yoann Bourgeois. Filmstill

Tänzerin: Sondos Belhassen© unbenannt

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GerhardCrepazGerhard Crepaz war einer der Pioniere, die nach dem einschneidenden kulturellen Kahlschlag, den das Nazi-Regime und der Krieg angerichtet haben, die österreichische Gegenwartskultur nachhaltig mitgeprägt hat. Gemeinsam mit seiner Frau Maria etablierte er in Tirol beispielgebende Kulturinitiativen und führte sie zu internationalem Ansehen, zum Beispiel als künstlerischer Leiter der Galerie St. Barbara in Hall in Tirol und des Osterfestival Tirol, das seit einigen Jahren von seiner Tochter Hanna geleitet wird.

02 RaschIconDie für die laufende Saison an der Volksoper Wien programmierte Premiere von „Lady in the Dark“ ist ein guter Grund, sich einer Dame zu erinnern, die, im hellsten Scheinwerferlicht stehend, 1941 am Alvin Theatre in New York neben Kurt Weill (Musik), Moss Hart (Buch) und Ira Gershwin (Gesangstexte) als Choreografin zu den Uraufführungs-Autoren dieses „Musical Play“ zählte: die gebürtige Wienerin Albertina Rasch! Die „New York Herald Tribune“ mit ihrem legendären Ballettkritiker Walter Terry nannte die Arbeit der Rasch „a bang-up job“. 

Madl ballettChristoph Mandl hat sich im reifen Alter entschlossen, eine Tanzausbildung zu machen, über die er in der  tanz.at-Serie „I, move“ schreibt, im 2. Teil geht es um Blut, Schweiß und Tränen: 
Die Lieblingsformation meiner Jugend war so, wie das Lebensgefühl eines Siebziger-Jugendlichen. Kein Auge blieb trocken, Blut erstarrte in den Adern und so manche Träne quoll aus trunken-verschwollenen Augen. 

PB1 CinderellaChristopher Wheeldons große Handlungsballette sind wahre Mammutprojekte. Fantasievolle, charmant-witzige Kreationen, die es – allein schon vom Aufwand her in Hinsicht aufs Bühnenambiente oder wegen der hohen Zahl hunderter prächtiger Kostüme – locker mit Film- und Musicalproduktionen aufnehmen können. In letzterem Genre ist der im englischen Yeovil geborene Choreograf längst ebenso zuhause wie auf den Tanzbühnen weltweit. So halten ihn die Endproben für die Broadway-Produktion eines Michael-Jackson-Musicals in New York von der persönlichen Präsenz am Münchner „Cinderella“-Probenprozess sowie dem Besuch der Premiere ab.

1 EngelIn „Parotia“ spielt die Hauptrolle der Rock. Ein stofflicher Augenschmeichler in wellenförmig aneinander vorbeilaufenden Farben: lila, dunkelrosa, weiß und türkis. Den Saum hat Kostümbildner Josa Marx mit schwerem Gummi auf ca. sieben Kilo Gewicht pro Stück gebracht. So kann der bodenlange, weite Glockenschnitt den Körper des Performers bei entsprechendem Schwung umrahmen wie ein Teller. Eindrucksvolle visuelle Effekte, deren Inspirationsquelle sich zum ägyptischen Volkstanz „Tanoura“ zurückverfolgen lässt.

DanceMeDie sechste Ausgabe des in Österreich einzigartigen Tanzfilmfestivals gab innerhalb von drei Tagen Gelegenheit, annähernd 50 ausgewählte Screen Dance-Produktionen zu sehen (für die fünfte Edition im Juni gab es dafür mehr als 300 internationale Einreichungen). Bietet diese Kunstform, die allein im intensiven künstlerischen Zusammenspiel von Tanz und Film entstehen kann, einen Mehrwert gegenüber den beiden tradierten Einzelmedien?

Mrziga1Nach knapp zwei Stunden Theorie mit anschließend recht prominent besetzter Panel-Diskussion unter der Überschrift „Dance & Uprising“ sowie der äußerst harten Kapitalismuskritik der Philosophin Eva von Redecker, waren im TQW zwei inhaltlich durchaus korrelierende Soloarbeiten zu sehen: „Ayur“ des gebürtige Marokkaner Radouan Mrziga und „Precarious Moves“ des Wieners Michael Turinsky. 

Mitterhuber 2iconEs ist nun schon einige Jahrzehnte her, seit es in Wien nicht nur eine, sondern gleich drei klassisch ausgerichtete Ballettkompanien gegeben hat: Neben dem dominierenden Staatsopernballett waren dies die jeweils eine individuell akzentuierte Note pflegenden Ballette der Volksoper und des Theaters an der Wien, das 1967 gegründet wurde. Alois Mitterhuber, ehemaliger Ballettchef des Hauses an der Wienzeile, ist am 17. November 2021 im 90. Lebensjahr in seinem Domizil Neusiedl am See gestorben.

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