Nacho Duatos Intendanz endete nun - tatsächlich

Staatsballett Berlin: "Sleeping Beauty", Ch: Nacho Duato © Yan Revazov

im Tanzquartier Wien

© Christian Tandberg / Dansens Hus

© Thomas Salamonski

an der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsballett: "Die Jahreszeiten", Ch: Martin Schläpfer © Ashley Taylor

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Mozart1 BettinaStoess„Der Letzte macht bitteschön das Licht aus!“ Georg Reischl versteht sich bestens darauf, es auf der Bühne menscheln zu lassen. Immer wieder spielt er thematisch genau damit. So auch in seinem – dem zweiten – Teil von „Mozart Mozart“. Es ist sein letzter Premierenabend als Regensburger Ballettchef – und einer, der ganz von der Musik des Komponisten im Titel getragen wird.

Nuernberg Montero3Die volle Wucht choreografischer Vielseitigkeit. Goyo Montero ist weiter auf Erfolgskurs – seit er vor 14 Jahren die Leitung des Nürnberger Balletts mitsamt Chefchoreografen-Funktion übernommen hat. In beiden Positionen versteht er seitdem zu brillieren. Monteros Ensemble hat längst ein eigenständiges, markantes Profil. In seinen Choreografien lässt der spanische Künstler gerne existenzielle Themen anklingen, untersucht Herausforderungen, denen sich Menschen – gewollt oder unbewusst – stellen müssen. Dazu spannt er stets außergewöhnliche inhaltliche Bögen.

Schattenberg2Das zweite Wochenende des dreiteiligen TQW-Mini-Festivals „Rakete“. Aus Einflüssen von drei Choreografen kreierte Lena Schattenberg ihr Erstlingswerk „The Many Piece“. Eine tänzerische Offenbarung. Ihr „Spaziergang bei Nacht“ führt die Halb-Koreanerin Susanne Songi Griem und den Musiker Pete Prison IV auf improvisierten Pfaden durch Aspekte ihres Selbst.

Festwochen EroeffnungMit einem visuellen Feuerwerk wurden die Wiener Festwochen am Rathausplatz eröffnet. Neben Highlights der heimischen Popmusik, etwa mit den Techno-Meistern Kruder & Dorfmeister, steuerte Liquid Loft eine farbenfrohe, sinnliche Intervention bei, die sich stimmig in die eindrucksvollen Visuals von „hand mit auge“ einfügte. David Schalko führte Regie bei dem High-Tech Spektakel „Last Day on Earth“, das rund 50.000 Besucher anlockte. Dagegen nahm sich die Eröffnungsproduktion „Tumulus“ geradezu wie ein Unterstatement aus.

DonQuixoteBerlinAm 28. April 2022 endete die Intendanz Nacho Duatos beim Staatsballett Berlin. Wie das? Hat Duato das Ensemble und die Stadt, die er angeblich ihrer – im Vergleich zu St. Petersburg – relativen Nähe zu Spanien wegen schätzte, nicht längst verlassen? Hat er! Und nicht allein: Als er 2018 nach vier Spielzeiten vorzeitig Platz machte für seine Nachfolger Johannes Öhmann und Sasha Waltz (die dann nur für ein Intermezzo blieben und selbst schon wieder Geschichte sind) verschwanden auch Duatos Choreographien aus dem Repertoire des Staatsballetts. Restlos. 

Toukabri1Nach zwei Jahren pandemiebedingter online-Präsentation wird diese nunmehr fünfte Ausgabe des TQW-Festivals „Rakete“, das sich jüngeren ChoreogafInnen und PerformerInnen mit ihren sehr unterschiedlichen Erzählungen und Erzählweisen widmet, eröffnet von Mohamed Toukabri und Julia Müllner. Der Eine zeigt ein zärtliches Duett mit seiner Mutter, die Andere untersucht Staub auf seine sinnbildlichen Qualitäten.

HilaireEigentlich sollte die nationale Herkunft eines Künstlers kein Thema sein – insbesondere was die in Ihrer „Buntheit“ (auch im Hinblick auf eine zukünftige Weltgemeinschaft!) geradezu vorbildlichen Ballettensembles hierzulande betrifft. Im Fall des unlängst aus dem Amt des Direktors des Bayerischen Staatsballetts geschiedenen Russen Igor Zelensky – vorgeblich aus „familiären Gründen“ – wurde die nationale Herkunft letztlich doch zum Thema, Zum Hauptthema sogar wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine und mutmaßlicher Verstrickungen Zelenskys ins „System Putin“. Sein nun äußerst rasch vom – gleichfalls noch neuen – bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume präsentierter Nachfolger Laurent Hilaire ist Franzose. Ein per se interessantes Novum in der langen Geschichte des Balletts in München.

AkramKhan5Die Erzählungen über das Findelkind Mowgli, das im Tierreich des Dschungels zu einem verantwortungsbewussten Jugendlichen reift, sind, seitdem sie von Rudyard Kipling Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurden, immer wieder Stoff für Film- und Theaterproduktionen. Wenn Akram Khan sich damit beschäftigt, wird daraus ein Meisterwerk des 21. Jahrhunderts. Nicht nur Mowglis Welt gerät hier aus den Fugen. Mit überwältigender visueller und tänzerischer Kraft setzt der britische Choreograf ein Statement über die Zerstörung unseres Lebensraumes, das unter die Haut geht.

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