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sommernacht szaboWer auch immer in Jorma Elos Ballett „Ein Sommernachtsraum“ die Solorollen tanzt, das Publikum ist begeistert. Zurecht. Nach Irinia Tsymbal als Titania und Ketevan Papava als Hippolyta gefallen auch Dagmar Kronberger, wahrhaft königlich, und Liudmila Konovalova, kontrolliert lächelnd, als Herrscherinnen. Auch Richard Szabó als Puck kann begeistern. Sein Herr und Meister, der Elfenkönig Oberon, wird von Vladimir Shishov würde- und zugleich menschlich liebevoll getanzt.

Wenn man Mihail Sosnovschi, der den Puck in Elmos Ballettfassung nach Shakespeare kreiert hat, gesehen hat, ist es natürlich schwer, sich mit einem ganz anderen Elf anzufreunden. Doch Szabó macht nicht den Fehler Sosnovschi zu imitieren, sondern stellt einen ganz anderen Charakter auf die Bühne. Sein Puck gehört weniger der Welt der Elfen, Tiere und Pflanzen an, als dem Menschenreich. Er ist ein fröhlicher Diener seines Herrn, sich seiner Macht nicht wirklich bewusst und voller Gefühle, trauert mit der abgewiesenen Helena (Ioanna Avraam) und erschrickt über das Liebeschaos, das er angerichtet hat. Die glühende Erotik, die Sosnovschi der ohnehin etwas kühlen Sommernacht einzuhauchen weiß, kann dieser verschmitzten Puck allerdings nicht verbreiten. Doch was soll’s! Elo hat ein Ballett für die gesamte Familie geschaffen und Szabós Puck hat das Zeug als Liebling der jungen BesucherInnen heftigst beklatscht zu werden.

Prisca Zeisel tanzt die selbstbewusste Hermia, die ihren Verehrer, mit dem sie vor einer Zwangsehe mit Demetrius in den Athener Wald geflohen ist, immer wieder scharf in seine Grenzen weist, perfekt, aber ohne große Anteilnahme. Die quirlige Ioanna Avraam ist Helena, die als „Hund, als Spaniel“ (Shakespeare) hinter Demetrius her hechelt, mit feurigem Engagement. Doch das geht ins Leere, prallt ab an den eher blassen Herren (Alexandru Tcacenco, András Lukács). Im Gegensatz entwickelt Titania / Konovalova endlich, im Versöhnungs-Pas de deux mit dem gar nicht tyrannischen und beleidigten Oberon / Shishov, zärtliche Zuneigung und macht die anschmiegsame Unterwerfung, die Shakespeare (und Elo) allen Frauen andichtet, sichtbar. Fröhlich zappelt das „Indische Mädchen“, um das Oberon und Titania sich anfangs bekriegen, quer über die Bühne.

Jorma Elo /Wiener Staatsballett: „Ein Sommernachtstraum“, gesehen in der Volksoper am 3. April 2013.

Nächste Vorstellung in dieser Besetzung: 14. April, 16.30 Uhr.

Letzte Vorstellungen in dieser Saison: 19. und 21. April, mit Olga Esina als Titania und Sosnovschi als Puck.