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krabbleiconOb der aufrechte Gang wirklich ein Geistesblitz der Evolution war, ist zumindest umstritten. Jedenfalls ist er nicht unbedingt eine Errungenschaft, die unseren Bewegungsapparat schont. Nun haben sich Fitnesstrainer und Sportmediziner des Vierfüßlergangs erinnert, der es uns als Babys erlaubte hurtig die Welt zu erkunden. „Crawling“ heißt der neue Trend aus den USA, mit dem wir unsere Beschwerden lindern oder vermeiden sollen. Johannes Randolf hat den Workout in seinem Praxisbuch „Krabble!“ erläutert.

Bei „Crawling“ handelt es sich um ein dreidimensionales Training und damit bietet das Krabbeln gegenüber herkömmlichen Fitness-Ansätzen entscheidende Vorteile. Johannes Randolf (Autor von „Erfolgreich gesund!“) führt in seinem anschaulichen Handbuch zu dieser Methode zehn Benefits auf wie die Kräftigung des gesamten Körpers, Mobilisierung der Wirbelsäule, Verbesserung von Beweglichkeit und Koordination und Training des Gehirns. Nach der theoretischen Einleitung, die Randolf in seiner gewohnt klaren und verständlichen Sprache hält, geht es gleich ans Eingemachte bzw. an die Vorbereitung aufs Krabbeln: richtige Haltung, Handpositionen beim Vierfüßlergang und Krabbel-Ausrüstung. Die gute Nachricht: Knieschoner und ein Handtuch reichen für den Anfang. Also keine Ausreden – rein ins Vergnügen des „Krabbel-Workout“. Dieser ist sehr systematisch und anschaulich gegliedert: Es werden Aufwärm- und Mobilisierungsübungen sowie vorbereitende Übungen zur Einstimmung in den neuen Fortbewegungsmodus beschrieben. Das eigentliche Trainingsprogramm umfasst Basis- und Aufbauübungen, Aufgaben für Fortgeschrittene und „Flow Krabbel-Übungen“. Was man wann und wie macht, dafür gibt es ebenfalls Vorschläge. Randolf hat je einen sechswöchigen Trainingsplan für Anfänger und Fortgeschrittene entworfen, den es einfach zu folgen gilt. Freilich hat der gelernte Physiotherapeut und Tänzer auch nicht die abschließenden Dehnübungen vergessen, die nach dem anstrengenden Workout ein absolutes Muss sind. Und das alles ist nicht nur verbal, sondern auch visuell mit Fotos erklärt.

Wer an Babykrabbeln denkt, erwartet sich wohl nicht einen derart fordernden Workout. Jedenfalls ist Crawling alles anderes als ein Spaziergang. „Chapeau“ an alle Babys, die diese Phase mit Hartnäckigkeit und Bravour meistern. Ich werde meine kleinen Artgenossen nie mehr unterschätzen, denn die Kraft, die sie brauchen, um ihren eigenen Körper voranzuhieven, ist in der Tat bemerkenswert. Wie einfach geht es doch auf zwei Beinen. War der aufrechte Gang also doch keine so schlechte Idee der Evolution? Johannes Randolf meint dazu: „Für die Evolution könnte die Aufrichtung des Menschen einfach zu schnell gegangen sein. Sie hatte vielleicht noch nicht genug Zeit, alle Wirbelkörper und Bandscheiben dafür zu optimieren.“ Na denn, zurück zu den Anfängen!

Johannes Randolf: "Krabble! Training für Körper und Gehirn mit den natürlichen Bewegungen der Babys". edition a, wien 2017; www.crawling-fitness.com

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