Pin It

Auerochs1Der Zehenbär liebt zählen sehr, und so zählt er, der Zehenbär, seine eigenen Zehen, die in bunten Socken stecken, er zählt seine Finger an den Händen, er zählt die Menschen im Publikum und er zählt die vielen bunten Blumen auf der Wiese. Er genießt die volle Natur, er liebt den See, die kleinen und die großen Wellen und die Fische, die darin weich dahingleiten. Mit dem Auerochsen wandert er über die Wiesen, den Schwan bewundert er in seiner Eleganz. Bis ein Segelschiff auftaucht auf dem See, das den Menschen mitbringt. 

Dieser Mensch scheint freundlich und nett, elegant auch er und unschuldig in seinem weißen Kleid. Bis er eine Blume von der Wiese klaut. Der Zehenbär ist erstaunt, versucht, seine Blumen zu schützen, aber er ist zu schwach. Der Mensch pflückt alle Blumen, nimmt den Fischen den See und flutet die Wiese, sodass nichts mehr ist so wie es war.

Klimawandel und Zerstörung der Umwelt ist das große Thema, das in zarten Bildern, berührenden Szenen und textstarken Liedern den Allerjüngsten (ab 3 Jahren) verständlich gemacht werden will. Das Stück ist angelehnt an das Buch „Jaguar, Zebra, Nerz“ von Heinz Janisch & Michael Roher. Auerochs2

Regina Picker gibt u.a. den freundlichen und neugierigen Zehenbär, der offen auf die Wunder der Natur zugeht und sich einfangen lässt von der Melodie der Blumen, der Vögel, des Wassers. Karin Steinbrugger wechselt die Figuren mühelos und leicht, stampft als brummigfreundlicher Auerochse über die Wiesen, tanzt elegant und stolz als Schwan und erobernd arrogant als Mensch über die Bühne. 

Begleitet werden die beiden Performerinnen unaufdringlich und stärkend von Carles Muñoz Camarero am Cello und an der Nyckelharpa (Schlüsselfidel), einem mittelalterlichen Streichinstrument mit ästhetisch kraftvollen Tönen.

Auerochs3Der Mensch macht vieles kaputt, das ist die eine Botschaft. Was aber passiert, wenn nichts mehr so ist wie es war? Wenn alles zerstört, verändert ist? Der Zehenbär ist traurig und hilflos, hockt gekrümmt vor der gefluteten Wiese. Was kann er tun? Hier setzt die zweite Botschaft ein, sie ist positiver und zeigt Alternativen auf, wenn z.B. die Geschichte des Auerochsen in die zu erzählende Geschichte eingewoben wird: „Der Auerochs wurde im 15 Jhdt. vom Menschen ausgerottet und mit Hilfe der Genforschung wieder neu gezüchtet. Als Auerochs 2.0 sind bereits Herden in Nationalparks in den Niederlanden, Portugal, Spanien, Kroatien, Tschechien und Rumänien zur "Landschaftgestaltung" angesiedelt.“ (Zitat Pressetext).Auerochs4

Wir sind ein Teil der Natur und können aktiv gegensteuern, das ist die zweite, die stärkere Botschaft. Die große Liebe zur Natur holt diese wieder zurück, das zerstörerische Wasser wird wieder zum See, die Wiese erblüht, die Blumen kehren zurück. Und noch mehr Tiere bevölkern die Wiese: Neben Zehenbär und Auerochse kommt das Zebra (mit verrücktem Hut der Musiker) und aus dem Publikum die Tiger, Löwen, Nilpferde, Raben, Eichhörnchen, Leoparden, Wölfe, Katzen und vieles mehr, sodass am Ende doch alles wieder gut wird. Und gemeinsam werden neue Blumen gepflanzt.

Mit dieser Produktion startet die künstlerische Leiterin Saskia Schlichting in das neue WUK-KinderKultur-Jahr und lässt uns weitere kluge, aktuelle und künstlerisch spannende Stücke erwarten.

„Auerochs, Zehenbär und noch viel mehr…“ Bewegungstheater mit Live-Musik - für Kinder ab 3 Jahren. Premiere am 23. Jänner 2026 im WUK. Weitere Vorstellungen im WUK: 25., 27., 28. Jänner; im Junges Theather Liesing, Kulturzentrum 30.Jänner 2026