"Kreatur" im Festspielhaus St. Pölten

© Sebastian Bolesch

Neue Produktion: "Requiem"

© Simon Mayer

Zusatzvorstellungen in Graz:

Arthur Haas, Paulio Sovari, Enrique Sáez Martínez
© Ian Whalen

von Erna Ómarsdóttir und Halla Ólafsdóttir

© Marie-Laure Briane

Bayerisches Junior Ballett München in Jiri Kyliáns "Un Ballo"

© Wilfried Hösl

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kreatur1Samurai und Wolken. Sasha Waltz, designierte Ko-Intendantin des Berliner Staatsballetts, hat nach zwölf Jahren wieder eine reine Tanzchoreographie für ihre Kompagnie gestaltet. 2017 wurde „Kreatur“ von Sasha Waltz & Guests im Berliner Radialsystem V uraufgeführt und war nun im Festspielhaus St. Pölten zu sehen.

 

gameGelassen-selbstbewusster Auftritt der fünf Spieler auf ihrer Bühne, auf dem Spielplatz: Mit huldvoller Geste begrüßen sie das Publikum, blicken gemächlich taxierend in die Runde. Ein starker, ein witzig überzeichneter Anfang und so warten die geschätzten Zuseher amüsiert-gespannt. Sie warten auf die neueste Performance von Tomas Danielis, auf die mit seiner 2017 gegründete Companie FEYNMen.

requiemWenn Simon Mayer Brauchtümer performativ erkundet, dann geht es zur Sache. Auch sein „Requiem“ beginnt schonungslos. Im Foyer des Odeon wird der Körper von Matteo Haitzmann einbalsamiert, verkabelt und dann von vier Männern zu Grabe getragen. Das Publikum geleitet als Begräbnisschar den Leichnam ins Theater, wo er vor unseren Augen eingegraben wird - komplett.

maurerEntropie in der Sprache. In ihrem Stück „If What Could Be Is How Why Not“ frönt die in Wien lebende gebürtige Salzburgerin Andrea Maurer ihrer großen Leidenschaft, der Zerlegung von Sprache. Ständig wiederholte, aber in immer neue Abfolge und sich ändernden Raum gebrachte Ketten einfacher Sätze werden schließlich völlig zertrümmert, bis alles, Sprache, Bühne und Sound im Chaos endet.

super5Trotz ihrer langjährigen „Exils“ im Burgenland kann Liz King, Pionierin des zeitgenössischen Tanzes in Österreich, mit ihrem treuen Wiener Publikum rechnen. Viele unter ihnen haben das legendäre Tanztheater Wien (ca. 1982 bis 2000) wohl nicht live erlebt, doch die engagierte Nachwuchsförderung, die die Choreografin im Burgenland betreibt, hat auch die jüngere Generation in den Ankersaal im 10. Bezirk gebracht.

1HahnkamperDie mehrmals im Jahr durchgeführte inklusive Tanz-Performance mit Live-Musik und -Poetry, „Jattle Bam + Poetry“, war im Off-Theater Wien zu Gast. Die offenen Tanz-Gruppen con moto und A.D.A.M., beide mit behinderten und nicht-behinderten TänzerInnen besetzt, improvisierten zur Musik von drei eigens für diesen Abend engagierten Instrumentalisten sowie zu vorgefertigter sowie live improvisierter Lyrik.

Hoelle iconSeit 2010 bietet die revitalisierte Version des jüdischen Kabaretts in der „Hölle“ im Souterrain des Theater an der Wien intelligent-witziges Entertainment. Für seine 10. Jubiläumsshow hat sich das Team um Georg Wacks auf die historische Recherche „Im Schatten der Venus“ begeben, und nimmt das Publikum auf eine (metaphysische) Zeitreise vom frühen 20. Jahrhundert ins aktuelle Österreich. 

Danielis iconTomas Danielis zeigte in Graz als Erstaufführung sein neuestes Projekt, eine Koproduktion zwischen Belgien, Slowakei und Österreich; am 2.April wird es beim NUdance Festival in Bratislava präsentiert. Viel an nachdenklichen Inhalten steckt auch dieses Mal in seinem künstlerischen Tun, in seinen Vermittlungsintentionen, überdies verstärkt durch eine metasprachliche Ebene.