Johann Kresniks „Macbeth“, Andressa Miyazato, Pavel Povrazník, TANZLIN.Z 2018 © Dieter Wuschanski

Tanz an Österreichs Theatern

Ballett am Rhein „Schwanensee“ © Gert Weigelt

Tanzwerkstatt Europa

Teresa Vittucci
“All Eyes On”
© Nelly Rodriguez

bei La Strada Graz 2019

© Xavier Cantat

"Silk Road" bei Impulstanz

© Karolina Miernik

aus "Unität" © Ray Demski

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TW LecavalierSein Name ist mittlerweile zum Synonym für die Organisation Joint Adventures geworden, die unter anderem die jährliche Tanzwerkstatt Europa in München veranstaltet: Walter Heun (der von 2009 bis 2017 übrigens künstlerischer Leiter des Tanzquartier Wien war). Und seine magische Zahl ist die Elf. Künstler aus elf Ländern waren diesen Sommer bei seiner Tanzwerkstatt Europa zu Gast.

02 Kresnik HellnweinIm Juli 2019 waren in Wien Werke von ChoreografInnen zu sehen, die im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts zu Ikonen aufgestiegen waren. Nach Maurice Béjarts vom Tokyo Ballet in der Staatsoper getanztem „The Kabuki“ (1986) eröffnete TANZLIN.Z mit Johann Kresniks „Macbeth“ (1988) ImPulsTanz. Ebenda war auch Pina Bauschs „Masurca Fogo“ (1998) zu sehen. Gesellschaftspolitische Gegebenheiten, Geschmack und Ästhetik, Tänzer- und Zuschauerschaft haben sich seither entschieden geändert, ein erneutes Sehen dieser Werke war also von besonderem Interesse.

fsh SchlaepferManuel Legris präsentiert seine letzte Spielzeit des Wiener Staatsballetts. Sein Nachfolger Martin Schläpfer gastiert im Festspielhaus St. Pölten, das mit seinem Programm auch in der neuen Saison seinen Ruf als das Tanzhaus Österreichs bestätigt. An den Landestheatern setzen die TanzdirektorInnen ihre jeweilige Linie fort. Ein Jahr voller "Cinderellas", "Carmina Burana"s und zwei Premieren von Mauro Bigonzetti.

nasaDie Ägypterinnen Noura Seif Hassanein und Salma Abdel Salam (nasa4nasa) stoßen auf einem „Suash“-Platz an ihre Grenzen als Frauen und Tänzerinnen. Anne Juren schaut auf „42“ Jahre Leben, das bei den ZuseherInnen Ratlosigkeit verbreitet, während Simone Aughterlony und Petra Hrašćanec bewusst und ohne „Compass“ auf der rauen See der Orientierungslosigkeit treiben. Für Dana Michels „Cutlass Spring“ sollte das Publikum hingegen psychologische Grundkenntnisse mitbringen.

AdrianSchvarzstein0Das Straßentheater war es, das vor 20 Jahren in La Stradas Wiege gelegt wurde. Ein wenig von der damaligen Unbekümmertheit und Entdeckungsfreude ist dieser Kunstform auch heute noch eigen; insbesondere, wenn etwa der spanische Artist Adrian Schvarzstein und die litauische Tänzerin Jurate Sirvyte Rukstele mitten im Grazer Stadtzentrum vorsichtig-unbeholfen aus einer Mülltonne steigen.

Gravity1Die Vielfalt, die der Neue Zirkus durch seine offene Kombination aus Akrobatik, Schauspielkunst, Bewegungstheater, Tanz und anderem anbieten kann, ist von nahezu unbegrenzter Gestaltungs-Freiheit und -Möglichkeit; somit eine Kunst, die Menschen unterschiedlichster Interessen anspricht und begeistert. Diese Tatsache nützt La Strada, um mit divergierenden Programmen dieser Sparte viele zu erreichen und mit zeitgenössischer Kunst zu konfrontieren.

agudo0José Agudos musikalisch-tänzerische Reise entlang der Seidenstraße war sicher einer der Höhepunkte des diesjährigen Tanzsommers. Auch die Zwillinge Sadé und Kristina Alleyne fischen im Teich unterschiedlicher Stile, hier als Grundlage für eine psycho-soziale Geschichte. Chris Haring bleibt seiner einzigartigen Bühnensprache treu, auch im Museum, wo er seine DarstellerInnen einsame Schicksale fristen lässt. 

Siegal1Vom Überschreiten der Linie. Choreografie als Prozess einer Aneignung. Wer Teil von Richard Siegals „Ballet of Difference“ (BoD) sein will, muss – neben tanztechnischem Können, das stets an den Grenzen des bereits Bekannten kratzt – auch seine Individualität in die Produktionen mit einbringen. Oder willens sein, interdisziplinär aufzutreten. Wie in Siegals jüngstem, arg verballastigem Performance-Crossover-Spektakel „Roughhouse“ für vier BoD-Tänzer und fünf Kölner Schauspieler.