Staatstheater Nürnberg Ballett „A Midsummernights Dream“ © Jesús Vallinas

G Kultur (Hg): Zentralorgan für Kulturpolitik und Propaganda 1.19 „Kultur als Rezept“.

Seite aus: Ralf Stabel „Palucca. Ihr Leben. Ihr Tanz“ © Henschel Verlag, Leipzig, 2019

„The Flower Dance by the Vienna Children“, New York 1846. Quelle: Wikimedia.org.

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Onegin Papava IconJohn Crankos literatisches Ballett „Onegin“ steht und fällt mit der psychologischen Interpretation der Charaktere. Ketevan Papava schafft das mit ihrer Darstellung von Tatjana im Alleingang. Die Intensität, mit der sie die Sehnsüchte, Konflikte und Leidenschaften der Geschmähten und Begehrten verkörpert, schwappt quasi auf die KollegInnen über, und macht diese 51. Aufführung des Wiener Staatsballetts ganz besonders.

CC MirjamSadjakBereits zum vierten Mal lud der in Polen geborene und in Wien lebende Tänzer und Choreograf Hygin Delimat ins Brick-5 zu einem Abend seiner Reihe „Craft Choreography“, mit der er österreichische und internationale Produktionen zeitgenössischen Tanzes, oft, aber nicht immer, als „work in progress“ präsentiert; dieses Mal mit fünf Choreografien.

midsummer Montero5Keine harmlose Träumerei. Seit Goyo Montero das Ballett des Staatstheaters Nürnberg leitet, sorgen seine Choreografien stets für Überraschungen. Immer wieder greift der gebürtige Madrilene neben abstrakteren Eigenkreationen auf renommierte Klassiker oder literarische Stoffe zurück. Nach „Desde Otello“ und „Romeo und Julia“ setzte er mit „A Midsummer Night’s Dream“ erneut ein Shakespeare-Stück auf das Programm.

Andrew Moskau1Dance and Wellbeing – Tanz und Wohlbefinden – ist ein Begriff aus der Community Dance-Szene, die sich seit den 1970er Jahren in Großbritannien entwickelt hat. Tanz in Schulen, in Jugendzentren, in Gefängnissen, Krankenhäusern, mit behinderten und alten Menschen war dort seit den 1970er Jahren gängige Praxis.

KulturRezept IconIn einigen europäischen Ländern ist es bereits Realität: Kunst als medizinische Indikation für Gesundheit und Wohlergehen. Auch hierzulande wurde Ende letzten Jahres die Debatte darüber mit dem Workshop "Arts and Health" der Kulturabteilung des Bundeskanzleramtes eröffnet. Dazu gab die IG Kultur die Zeitschrift „Kultur als Rezept“ heraus, in der Initiativen in Österreich sowie internationale Perspektiven vorgestellt werden.

campo1Zwei riesige Handy-Displays und zwei stumme, ihre Smartphones bedienende PerformerInnen. Das Setup ist denkbar einfach, die Wirkung immens. Silke Huysmans und Hannes Dereere präsentierten im Tanzquartier Wien ihre dokumentarische Performance „Pleasant Island“ über die jüngere, sehr bewegte Geschichte des Inselstaates Nauru, der durch den Abbau großer Phosphat-Vorkommen zu Reichtum kam, und nach deren Erschöpfung völlig verarmte.

toxicdreams1Yosi Wanunu und sein glänzendes Ensemble toxic dreams haben sich einer Ikone der österreichischen Politik angenommen. Prompt hat ihnen die Serie „The Bruno Kreisky Lookalike“ einen „Nestroy“-Preis 2019 für die beste Off-Produktion eingebracht. Gratulation! Denn im Gegensatz zu einem bekannten Netflix-Produkt, dessen Schlussepisoden erst kürzlich völlig absoffen, verlieren bei Wananu auch die letzten Folgen der Sitcom (7 bis 10) nichts an Brisanz, Spannung und Witz.

Tambwe1Vieldeutige Bilder und dennoch klare Statements packt Elisabeth Bakambamba Tambwe in ihre im studio brut als österreichische Erstaufführung präsentierte, zwischen Performance, Installation und Ausstellung angesiedelte interaktive Arbeit „Carré Noir“. Von eben jenem „Schwarzen Quadrat“ von Kasimir Malewitsch inspiriert, konfrontiert sie spielerisch-subversiv Wahrnehmungen mit (verborgenen) Wirklichkeiten.