Moar1Um zu bleiben und zu bestehen seien wir da – mit derartigen Worten, mit einer derartigen Aufforderung der Choreographin und Tänzerin Valentina Moar wird das Publikum von Marco Schretter (Sound Design) hineingeleitet in eine einstündige, interaktiv-multimediale Dance Performance; in die Uraufführung des neuen Stücks der in Graz seit Jahren sehr geschätzten Künstlerin. 

Unseren Platz zu finden…, lautet ein weiterer der einführend vorgetragenen Gedanken Moars – und diese Intention und Emotion leitet auch tatsächlich durch das, was sie in ihrer nahezu akrobatischen Tanzsprache zu erreichen und zu vermitteln versucht. Was sich zu ihrer schon bislang technisch überzeugenden und gleichzeitig feinfühligen Bewegungskraft nunmehr überzeugender hinzugesellt, ist eine Stärke in der Ausdruckskraft, die auf gezielterer Kreativität zu bauen scheint. Eine, die aus den wenig positiven Erfahrungen der letzten beiden Jahre sowie aus der unmittelbaren, bedrohlichen Gegenwart entspringen mag und aus ihr und an ihr gewachsen zu sein scheint. Noch weniger als bislang ist ihr tänzerisches Agieren dem Fluss einer gewissen Ästhetik untergeordnet, sondern noch stärker dem, was ihrem authentischen Mitteilungsbedürfnis entspricht. Dies an eigenständig tiefverwurzelt Kreativem fesselt und berührt. Moar4

Es ist ein Kammerstück, dessen Fokus in der unbeirrbaren „Forschungsarbeit“ der Protagonistin angelegt ist; eine dramaturgisch abwechslungsreichere Raumnutzung wäre vor allem dann, wenn die mediale Komponente gerade keine Rolle spielt, denkbar.

Moar5Uneingeschränkt kongenial musikalisch begleitet – beginnend beim Prolog und abgerundet durch Klang- Pausen - mit und von dem, was Reinhard Ziegerhofer insbesondere seinem Kontrabass, aber auch der E-Gitarre zu entlocken versteht. Es ist eine Kooperation zwischen Bewegung und Musik, die mehr ist als die Summe von zwei Einzelfaktoren. Moar2

Was auch für die Zusammenarbeit mit dem Multimedia Artist Paolo Scopolla aus Rom gilt: Vor allem etwa zu Beginn, wenn durch die grafische Darstellung die noch verhaltene Strahlkraft, die noch undefinierte Wirkung des suchenden Wesens auf seine Umgebung in faszinierender, in abstrakter Weise verdeutlicht wird. Nicht ganz so überzeugend hingegen etwa die relativ konkrete grafische Unter- bzw. Hintermalung der gezeigten Bewegungen gegen Ende der Performance. Das Multimedia Interaction Design ist also nicht ausnahmslos als stimmig-notwendiger oder integrativ eingesetzter Mehrwert zu erkennen, wiewohl durchwegs als interessante, in dieser Art zweifelsfrei vielen nicht bekannte künstlerische Technik, die in vielerlei Variationen unsere Zeit prägt. 

Valentina Moar / Paolo Scoppola: „Built to Last“, interaktive multimedia dance performance, Uraufführung am 2.September 2022 im Heimatsaal im Volkskundemuseum Graz. www.

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