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soulosophy24 Hip HopperInnen aus unterschiedlichen Regionen Österreichs standen im Mittelpunkt der Festival-Eröffnung „Ladies of Hip Hop“. Gegen sie anzutanzen war für die neun Damen aus New York (inklusive zwei Austria-Importe) nicht nur wegen der Überzahl schwierig.

Aber hallo! Dieser letzte Satz verfehlt das Thema, denn bei „Ladies of Hip Hop“ geht es nicht um „gegen“, nicht um Konkurrenz, nicht um Battling, sondern um choreografische Skizzen über das alltägliche Leben. In diesem Sinne war auch das Stück, das Romy Kolb geleitet hat, ganz programmkonform. „Weichspüler“ vereinte die Hip Hop Formationen Queens of Style, Soulosophy und Youth – Tanz die Toleranz, ein Projekt der Caritas Wien. Umrahmt von einem Video in einem Waschsalon, sortiert der Wäscher auf der Bühne die TänzerInnen, seine Wäschestücke, nach Farben – rot, blau, gelb. Im Laufe des Waschgang werden sie sich kräftig durchmischen, aber doch nicht abfärben. Romy Kolb hat die unterschiedlichen Niveaus der TänzerInnen sehr umsichtig eingesetzt und das gelungene Stück besticht durch seine sorgfältig choreografierten Gruppenformationen und die solistischen Darbietungen der Hip-HopperInnen / B-Girls. Zwischen lyrischen Passagen blitzen immer wieder dynamische Virtuosität und aggressiver Drive auf.
Das vermisste man bei den fünf Choreografien der Damen aus New York. Jedes Stück erzählt eine deutliche Geschichte, die Bewegungen sind Hip-Hop-Moves unterschiedlicher Stile, aber auch zeitgenössische Tanzsequenzen, öfter wird auch Pantomime eingesetzt, um die Story zu transportieren. Zwischen den Tänzen stellten sich die Gäste von auswärts aus dem Off vor, plauderten über ihr Leben und ihre Motivation zu tanzen – „very New York“.
Aus Anlass des Internationalen Frauentages mag das erlaubt sein, als Theaterevent war der Abend aber insgesamt sehr brav. Nur das mit einem Video über die Umweltkatastrophen eingeleitete „Revolution“ versucht der Wut Ausdruck zu verleihen.
Frauen sagt man ja ein stark ausgeprägtes Harmoniebedürfnis nach. Ob das wirklich so ist, sei dahin gestellt, die „Ladies of Hip Hop“ scheinen dieses Vorurteil jedenfalls zu bestätigen. Ein bisschen mehr Frechheit und Angriffslust hätten gut getan.
Dennoch: das Kosmos-Theater platzte ob des Besucheransturms aus den Nähten und „Ladies of Hip Hop“ bietet noch bis Samstag, den 12. März Performances und Workshops.

www.kosmostheater.at