allesbewegtDas große Community Tanz- und Musikprojekt „alles bewegt“ wurde mit einer großen Abschlussshow im Festspielhaus St. Pölten höchst erfolgreich zu Ende geführt. Unter der sorgfältigen und umsichtigen künstlerischen Leitung von Jane Hackett, Leiterin der Abteilung Creative Learning am Sadler’s Wells Theater London, und Noch-Festspielhaus-Chef Joachim Schlömer wurde aus den sieben Communities ein Gesamtkunstwerk.

Die Jüngsten sind sechs, die Ältesten 75. Ein Jahr lang haben die 114 Laien, aufgeteilt auf sechs Tanz- und eine Musikgruppen, auf diesen Moment hin gearbeitet. Josette Baiz, die Choreografin, die sich in Südfrankreich auf die Arbeit mit Jugendlichen spezialisiert hat, arbeitete mit der Mehrstufen-Volksschule Otto Glöckel und präsentierte mit den 16 SchülerInnen einen Mix aus Skulpturenbauten und Handgesten, eine Choreografie, die alle Kinder bestens integrierte. Doris Uhlich hatte die Gruppe mit dem höchsten Altersdurchschnitt und der größten Teilnehmerzahl, ist sie doch schon für ihre Arbeit mit SeniorInnen und ihre Workshops „(Un-)Ruhestandstanz“ auch in St. Pölten sehr beliebt. Ihr performativer Zugang bildete das zentrale Stück der ansonsten überaus tanzfreudigen Aufführung. Eine Prise Humor gab es in allen Gruppen, am ausgeprägtesten war der Witz in den Communities von Milli Bitterli und Simon Mayer. Murat Coskun, der die Musikgruppe leitete, brachte mit den TeilnehmerInnen einen wahren Trommelwirbel auf die Bühne. Aus dem Kontrast der Gruppe der Erwachsenen zu einem zehnjährigen Teilnehmer schöpfte die Gruppe von Clint Lutes ihre Inspiration. Wie erwartet leitete Jasmine Wilson von Wayne McGregor | Random Dance die technisch anspruchsvollste Gruppe. Aber auch diese Gruppe zeigte nicht einen Hauch von Unsicherheit.

Meistens siegt bei Community-Projekten der Prozess über das Ergebnis. Nicht so bei „alles bewegt“, bei dem – nach dem Vorbild ähnlicher Programme, die das Sadler’s Wells Theatre in London regelmäßig realisiert – die künstlerische Integrität Priorität hatte. Im ersten Schritt wurden erfahrene ChoreografInnen für die Betreuung der Gruppen gewonnen. Augenfällig war daher die Sicherheit und das Vertrauen, mit denen die TeilnehmerInnen auf der Bühne agierten. Falls gepatzt wurde, dann meisterten die TänzerInnen die Kaschierung so gut, dass es niemanden auffiel. Und so waren es einesteils die Communities selbst, die mit hoher Professionalität ihren Schritt auf die Bühne machten.

Andererseits sorgten Jane Hackett und Joachim Schlömer für den abschließenden verbindenden Bogen zwischen dem Erarbeiteten der Communities in einer überraschend komplexen Inszenierung, und trugen mit ihren „finishing touches“ erheblich zum überragenden Erfolg dieses Projekts bei.
 
Dabei half auch besonders die Musik von Maurizio Grandinetti, unter dessen Leitung die MusikerInnen Murat Coskun, Enkhjargal Dandarvaanchig, Annette Maye und der Komponist selbst auf erhobener Bühne und hinter einem durchscheinden Gazevorhang, der sich im Laufe der Performance hob, musizierten. Herbert Baireder sorgte für ein stimmungsvolles Lichtdesign, das auch die bunten Kostüme von Aleksandra Kica bestens zur Geltung brachte.

„alles bewegt“, ein Projekt, das in St. Pölten und weit darüber hinaus, viel Aufmerksamkeit erregte, ist damit abgeschlossen.  Es hat für das Festspielhaus St. Pölten neue Publikumsschichten erschlossen und die Bindung der St. Pöltner zu ihrem kolossalen Haus verstärkt. Da Community-Projekte dieser Art für jedes Haus eine Win-Win-Situation bedeuten, meint Joachim Schlömer zum Ende seiner Leitung in St. Pölten: „Teil dieser großen Familie sein zu dürfen, ist das schönste Abschiedsgeschenk. Ich wünsche mir viele alles bewegt-Kopierer in ganz Österreich“.

„alles bewegt“, Abschlussaufführung des Community Tanz- und Musikprojekts im Festspielhaus St. Pölten am 11. Mai 2013

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