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FarDie Überraschung ist geglückt. Seit dem 31. März 2017 gibt es das „Landesjugendballett Berlin an der Staatlichen Ballettschule Berlin“. „Ausgebrütet“ haben das vorfeiertäglich farbige „Osterpräsent“ Direktor Ralf Stabel und der Künstlerische Leiter Gregor Seyffert gemeinsam mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Dass sie sich in bereits längeren Gesprächen offen für ein solches Projekt gezeigt hat, machte es am Ende möglich.

Weil die renommierte Ausbildungseinrichtung ohnehin seit Jahren mit großen Produktionen an die Öffentlichkeit tritt, vom Abendfüller bis zu Mehrteilern aller Stilrichtungen, ändert sich da so viel eigentlich nicht? Doch, denn hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich ein etwas anderes Konzept als bei ähnlichen Jugendensembles beispielsweise in Hamburg, München, Dortmund und, noch in Gründung, Nürnberg. Berlins Landesjugendballett besteht nicht aus einer festen Anzahl von Tänzern, sondern rekrutiert sich projektbezogen aus den Studentinnen und Studenten der Staatlichen Ballettschule plus Absolventen, die gern weiter mit ihren Kommilitonen tanzen möchten und entweder von ihren Theatern eine Freistellung erwirken oder, finanziert über verschiedene öffentliche Programme, länger an der Schule bleiben und so ihre Qualifikation und damit die Jobchancen verbessern.Meninos

Lässt man die Galas der letzten Jahre Revue passieren, von Torsten Händlers komprimierter Lesart „Romeo und Julia“ und der schuleigenen Version der Piratenkomödie „Le Corsaire“ bis zu Gregor Seyfferts Inszenierung „Der kleine Prinz“, von „Les Sylphides“ über Divertissements aus Klassikern bis zu zeitgenössischen Kreationen eines Marco Goecke oder jüngst Wayne McGregor – dann verfügt die Schule bereits über ein beachtliches Repertoire, aus dem das Landesjugendballett schöpfen kann. Andere Choreografen von Rang werden für das neue Ensemble eingeladen und es damit, wie dessen Geschäftsführer Ralf Stabel und der künstlerisch Verantwortliche Gregor Seyffert einmütig sagen, „am Puls der Zeit“ bleiben lassen.

kleinerprinzNationale und, über Fundraising und Drittmittel, internationale Tourneen sind geplant, die Zusammenarbeit etwa mit dem Landesjugendorchester, mit Berliner und überregionalen Tanzinitiativen im Profi- und Amteurbereich. Bildungssenatorin Scheeres nennt da-her zu Recht die Mitglieder des Landesjugendballetts „tanzende Kulturbotschafter“. Das schärft das Profil der Schule, popularisiert sie flächendeckend und ist zugleich eine clevere Werbekampagne um potenzielle Studenten, ob vom Kindesalter an in der neunjährigen Ausbildung oder als Quereinstleiger direkt in das Bachelorstudium. Künftigen Absolventen vermittelt das Landesjugendballett reichlich Bühnenerfahrung, weshalb sie gleich für einen Festvertrag an Theatern in Frage kommen und nicht erst den Weg über eine minderbezahlte Juniorencompagnie gehen müssen. Wer das frisch gegründete Landesjugendballett erleben möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Schon die Gala am 1. Mai im Schiller Theater unter dem programmatischen Titel „The Contem-poraries – Im Hier und Jetzt (Volume II)“ firmiert unter dem neuen Label.

http://www.ballettschule-berlin.de/