porrasAm 15. Juli beginnen die Workshops des Festivals Bolzano Danza – Tanz Bozen. In acht Hallen wird auch in diesem Jahr fast rund um die Uhr getanzt. Von Montag bis Samstag von werden in knapp 90 Kursen Schritte einstudiert, Bewegungen erkundet, erlernt oder perfektioniert.

Üblicherweise tummeln sich in den Turnhallen der Oberschulen von Bozen Schülerinnen und Schüler beim Sportunterricht. Es wird Volley-, Basket- oder Fußball gespielt, Konditionstraining oder Geräteturnen stehen auf dem Stundenplan. Ende Juli jedoch ist alles anders. Die Turnhallen werden zu Tanzstudios mit Spiegeln, Ballettstangen und Tanzboden umgestaltet. Den Besuchern schlägt beim Eintritt in die Hallen ein pulsierender Rhythmus ins Gesicht.

Was 1985 mit fünf Lehrern und Lehrerinnen begann, ist heute eine Veranstaltung mit 28 Dozentinnen und Dozenten, 10 Musikern und annähernd 1000 TeilnehmerInnen. Doch bei aller Expansion, ist Tanz Bozen einer Devise treu geblieben: Begegnung mit hoch qualifizierten Tanzpädagogen und ausgezeichneten Musikern. Denn der Erfolg des Kursprogramms liegt in erster Linie am hochkarätigen Dozententeam. Unter ihnen sind Künstlerpersönlichkeiten, Bühnentänzer und Choreografen, aber vor allem sind alle eingeladenen Dozenten ausgezeichnete Pädagogen mit unterschiedlichen Ansätzen.

Die lebendige und arbeitsintensive Atmosphäre und der Enthusiasmus der TeilnehmerInnen, die Tanz Bozen gegenüber anderen Festivals so speziell machen, sorgten dafür, dass ein einzigartiges, engagiertes Team von Stammlehrern aufgebaut werden konnte. Trotzdem werden natürlich auch immer neue, namhafte KünstlerInnen nach Bozen eingeladen. So gibt es heuer erstmals Modern Jazz mit Selatin Kara,  der unter anderem schon für Michael Jackson, Santana und Madonna getanzt hat. All jene, die in der Bewegung auch mentale Ruhe suchen, sind bei Craig Norris' Yoga-Stunden bestens aufgehoben.

Auch im Hip Hop und Funky-Bereich tut sich heuer einiges. Mit Julie Pecquet konnte ein herausragendes junges Talent für den Kursteil von Tanz Bozen gewonnen werden. Die Französin legt großen Wert darauf, eins mit der Musik zu sein, was in Ihren Unterrichtsstunden mit viel Humor, Energie aber auch Leichtigkeit erreicht wird. Außerdem bringt der in Deutschland lebende Vietnamese Hoang Le Ung die neuesten Trends mit und wird in Bozen Hip Hop und House Dance unterrichten.

Im Bereich des zeitgenössischen Tanzes wird nach einigen Jahren der Abwesenheit Contact Improvisation wieder ins Programm aufgenommen. Der in London ausgebildete Portugiese Ezekiel Oliveira, zur Zeit residenter Choreograf und Pädagoge in Singapore, wird diese energiegeladenen Kurse leiten.

Wer in die Tiefe des Körpers und seiner Bewegungen gehen möchte, für den ist „Dance for Health“, mit der aus Argentinien stammenden Dozentin Fabiana Pastorini, genau das Richtige. Sie wird auch am 14. Juli um 18 Uhr auf dem Hausberg von Bozen, dem Ritten, die Eröffnung gestalten: für Ihre improvisierte Performance lässt sie sich von der überwältigenden Bergkulisse von Oberbozen inspirieren und wirft einen liebevollen, verschmitzten, musikalisch-tänzerischen Blick auf den Laurin-Mythos.

Im Rahmenprogramm wird Johannes Randolf, Dozent für Gyrokinesis und Contemporary Dance, ein Seminar mit dem Titel „Body Management“ geben.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird Tanz Bozen auch wieder im Museion zugegen sein. „Desiring the Real. Austria Contemporary“ heißt eine Veranstaltung, die im Sommer Arbeiten von bildenden Künstlern aus Österreich an verschiedenen Orten in Südtirol präsentieren wird. Im Rahmen der Ausstellung von Werken von Judith Fegerl lädt das Kursprogramm im Rahmen zu einer Performance des arrivierten Wiener Tänzers und Choreografen Sebastian Prantl ein.

Und auch das Stadttheater Bozen bietet wieder ein umfangreiches Performance Programm und hat sich dabei dem Thema des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger verschrieben. Das dazu passende Motto People zieht sich wie ein roter Faden durch das Veranstaltungsprogramm, welches erstmals unter der künstlerischen Leitung von Emanuele Masi steht. Vom 15. bis zum 26. Juli erobert das Festival nicht nur das Stadttheater, sondern auch die suggestiven Schauplätze in Bozens Umgebung (auf Kohlern und am Ritten) und die Straßen der Stadt.

Auf dem Programm stehen 18 Aufführungen, darunter Les Ballets Jazz de Montréal mit Choreografien von Barak Marshall und und Cayetano Soto (15. Juli), Emio Greco mit seinem neuen Stück "Double Points: VERDI" (16. und 17. Juli), die Kibbutz Contemporary Dance Company mit "If At All" ihres künstlerischen Leiters Rami Be'er (18. Juli) oder die Cie Blanca Li (22. Juli). Eröffnet wird das Festival bereits am 12. und 13. Juli mit dem Wettbewerb „Danza in Vetrina“.

Details auf www.tanzbozen.it / www.bolzanodanzo.it und auf facebook