brusIm Rahmen der Schau seines Sammelschwerpunktes Wiener Aktionismus „Mein Körper ist das Ereignis. Wiener Aktionismus und internationale Performance“, veranstaltet das mumok, Museum Moderner Kunst, am 24. und 25. April ein Symposium mit ExpertInnen aus den Bereichen Wiener Aktionismus, Performance und Tanz über die von der Ausstellung aufgeworfenen Fragen wie Erweiterung der Malerei, Abreaktion, Körperanalyse, Selbstverletzung und Schamanismus.

Das Symposium beginnt mit einem Vortrag von Eva Badura-Triska, Kuratorin der Wiener Ausstellung. Ausgehend von einem legendären und kontroversiell diskutierten Text des Literaten Ferdinand Schmatz, thematisiert sie die Wirklichkeitsbegriffe von Wiener Aktionismus und Wiener Gruppe. Höhepunkt des ersten Tages sind die Ausführungen des deutschen Theaterwissenschaftlers und Experten für postdramatisches Theater Hans-Thies Lehmann. In seiner Lecture geht es um das Verhältnis der Konzepte von Katharsis, Abreaktion und Anagnorisis (Wiedererkennen), die jeweils im Hinblick auf das antike Theater und Performance im 20. und 21. Jahrhundert untersucht werden.schwarzkogler

Am zweiten Tag liegt der Fokus auf Thematiken und Inhalten, welche die Performancepraxis ab der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre dominierten. So spricht Rosemarie Brucher (Senior Scientist für Theaterwissenschaft an der Kunstuniversität Graz) etwa über spezifische Aspekte von Selbstverletzungsakten. Adam Czirak (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin) befasst sich mit Positionen von Männlichkeitsidealen der 1960er-und 1970er-Jahre unter besonderer Berücksichtigung des osteuropäischen Raums. Barbara Gronau (Professorin für Theorie und Geschichte des Theaters an der Universität der Künste Berlin) beleuchtet Aktionen von Joseph Beuys, Hermann Nitsch und Ana Mendieta unter dem Blickwinkel ihrer Beziehung zu rituellen Praktiken. Sandra Umathum (Professorin für Theaterwissenschaft und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin) geht der Rolle des Schießens auch als Form politischen Protests in der Performancepraxis nach. Das Symposium schließt mit Eike Wittrocks (Kurator und Tanzwissenschaftler) Hinweis auf neoschamanistische Elemente im zeitgenössischen Tanz und dessen Bezugnahme auf Vorläufer in den 1970er-Jahren.

Neben den Vortragenden werden die Künstler Günter Brus und Hermann Nitsch sowie Ferdinand Schmatz bei den Diskussionen mitwirken, die von Brigitte Marschall (Professorin für Theaterwissenschaft an der Universität Wien) und Chris Standfest (Dramaturgin und Kuratorin, ImPulsTanz –Vienna International Dance Festival) moderiert werden.

Symposium: „Mein Körper ist das Ereignis. Wiener Aktionismus und internationale Performance“ am 24. und 25. April im mumok, Museum Moderner Kunst. Der Eintritt ist frei, es gibt ein begrenztes Platzangebot. Zählkarten sind ab 20. April an der mumok Kassa erhältlich

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