ccblangenachtDie Gründung des Choreographic Center Bleiburg (CCB) 2011 wirkte wie eine Initialzündung. Seither gibt es in Kärnten landauf, landab zeitgenössische Tanzinitiativen und –veranstaltungen. (tanz.at berichtete vor kurzem über die Klagenfurt). Auch das Programm des CCB wird im kommenden Sommer nicht nur in Bleiburg stattfinden. Andrea K. Schlehwein, die viele Jahre lang den Tanz in Kärnten allein repräsentiert hat, bietet hingegen wieder ein dichtes Programm in Stift Millstatt an.

Das CCB legt in diesem Jahr eine Tanzachse quer durch Kärnten – von Bleiburg über Maria Saal bei Klagenfurt bis nach Gmünd in Oberkärnten. Mit einem Budget von ca. 65.000 € versteht es sich dabei als Gastgeber, Produzent, Tanzvermittler sowie als Partner von Tanschaffenden. So wird die „CCB Lange Nacht des Tanzes“ alternierend mit Bleiburg jedes zweite Jahr in einer anderen Stadt in Kärnten stattfinden. Heuer werden zeitgenössische TanzkünstlerInnen aus Österreich und dem übrigen Alpen-Adria-Raum am 25. Juli die Künstlerstadt Gmünd bespielen. Vier Longperformances (von Netzwerk AKS / Andrea K. Schlehwein, Ceren Oran, Tobias Draeger und Erich Pacher/Markus Brandstätter), acht Shortperformances (unter anderen von Georg Blaschke, Domink Grünbühel / Luke Baio, Leonie Humitsch oder Claudia Franco), Mini Acts, ein Parkourteam und „Franics Bacon“ von Johann Kresnik als Film werden in der Regie von Anna Hein Gmünd für eine Nacht in eine Tanzmetropole verwandeln.

Yukie Koji und Hanspeter Horner werden dort einen Einblick in ihre neue Arbeit „T“ geben, die am 15. August im Kulturni dom in Bleiburg/Pliberk zur Uraufführung kommen wird. Der Titel „T“ steht für Tsunami, die Produktion verwebt Autobiografisches (die Familie der Tänzerin/Choreografin Yukie Koji war von Fukushima direkt betroffen) mit gesellschaftlichen Fragen, die bei einer Katastrophe zutage treten.

Im Rahmen des CCB-Kulturvermittlungsprogramms mit dem BG Tanzenberg in Maria Saal werden eine Reihe von Workshops stattfinden. Koji und Horner werden von 18. bis 29. Juli als CCB ResidenzkünstlerInnen in Maria Saal arbeiten und dort am 27. Juli ein erstes Showing zeigen. Imke Logar-Thissen wird mit den SchülerInnen der NMS Bleiburg/Pliberk ein choreografisches Theaterprojekt realisieren. Auch Editta Braun wird an dieser Schule arbeiten, denn die Zusammenarbeit des CCB mit Kulturkontakte Austria (KKA) wird im Dezember mit dem Gastspiel und dem Workshop „schluss mit kunst“ fortgesetzt.

Das detaillierte Programm gibt es auf http://www.centerforchoreography.com/ wozzeck

Die Kärntner Tanz-Pionierin Andrea K. Schlehwein betreibt seit einigen Jahren ein Produktionsstudio mit Vergabe von Künstlerresidenzen im Stift Millstatt. Ihr Büro für Tanz, Theater, Produktionen kollaboriert in diesem Jahr mit dem Societaetstheater Dresden, mit dem Europäischen Zentrum der Künste Dresden in HELLERAU und Espaço do Tempo Montemor-o-novo, um die Tanzproduktion „Monsterbox“ der jungen, mehrfach ausgezeichneten Dresdner Tanzkünstlerin Johanna Roggan zu realisieren. Im April gab es ein informelles Showing der ersten künstlerischen Entwürfe.

Mit der Tanzcompagnie AKS / Seoul Section hat Andrea K. Schlehwein in diesem Jahr eine „Außenstelle“ in Seoul errichtet, und lädt nun junge, südkoreanische Choreografen nach Kärnten ein, die am 6. September ihre Arbeiten in Stift Millstatt präsentieren werden. Weitere Gastspiele sind: „Boys don’t cry“ von Matan Levkowich (30. Mai), „same, difference, again“ mit dem Bodhi Project von SEAD (28. Juni), „Same, Same but different“ der Cie Laroque von Helene Weinzierl.

Am 14. Juni wird Andrea K. Schlehwein ihre Choreografie „Ryo Ju / hunting game“ in Millstatt zur Uraufführung bringen sowie „wozzeck_woyzeck_reloaded“  wieder aufnehmen. Im Rahmen der CCB Langen Nacht des Tanzes in Gmünd wird sie ihre  erfolgreiche Produktionen aus dem Jahr 2012, „Invocation“, zeigen.
 
Ausstellungen, Workshops und Research-Projekte ergänzen das ambitionierte Programm in Stift Millstatt, das vielleicht demnächst auch auf die Wintermonate ausgedehnt werden kann. Im Rahmen der Adapation des Stiftsaales und Betsaales sollen neue Fenster sowie eine Heizung eingebaut werden.