ds19 tanz.at LANG 2

brecht1Die Vernichtung eines Genies. Mit „Kein Groschen Brecht“ präsentiert die hinreißende Tamara Stern im Off-Theater Wien eine Sicht auf den deutschen Dramatiker, Lyriker und Librettisten Bert Brecht, die, vor allem aus der Perspektive seiner Liebschaften und Frauen, kaum ein gerades Haar an seiner Person, an der Entstehungsgeschichte seiner Werke und der Ideologie, der er zeitlebens diente, lässt.

PILOBOLUSJohnKaneAbtauchen in ein wildes Abenteuer der Phantasie. Darum geht es in „Shadowland“ – einer vor zehn Jahren aus der Taufe gehobenen Performance-Show. Nun ist das 1971 von Moses Pendleton, Jonathan Wolken, Lee Harris und Robby Barnett gegründete Pilobolus Dance Theatre aus Connecticut mit seiner charmanten Geschichte um ein Mädchen an der Grenze zum Erwachsenwerden wieder auf Tour.

Artifact1Die Meister des 20. Jahrhunderts vereint an einem Abend beim Wiener Staatsballett: William Forsythe, der Balanchines Neoklassik verehrt und gleichzeitig aus dem Lot brachte; Hans van Manen, der mit Empathie und Humor auf menschliche Beziehungen schaut und Jiří Kylián, der einen fließenden Bewegungsmodus in Bilder von überwältigender Schönheit gießt.

fernandez4Veza Fernández rief, und alle sind gekommen. Einige auch auf der Bühne. Die queer-feministische Gemeinde feierte eine ihrer Ikonen, die Premiere ihres jüngsten Stückes „Amadora Llama“ (or the loving flame is also the lover that calls) und sich selbst im Tanzquartier Wien. Von der sexuellen in die religiös-mystische Ekstase und wieder zurück bewegte sich die PerformerInnen-Gemeinschaft, und die der queeren Mitmenschen rückte wieder ein wenig enger zusammen.

Jewels Rubies EnsembleBalanchines „Jewels“, ein gut abgehangenen Dreiteiler aus dem Jahr 1967 hat weder Inhalt noch Spannungsbogen. Das Ballett lebt nur aufgrund seiner farbig glitzernden Formen. Eigentlich gefährlich langweilig, wie Auslagen unbezahlbarer Klunker. Aber: Das Wesen der Virtuosität ist ihre Selbstverständlichkeit. Bei Ballettgeschichten wie „Onegin“ sind es Interpreten, die sie lebendig werden lassen. Genau das hat das Bayerische Staatsballett in der Ballettfestwoche jeweils sensationell umgesetzt.