Tanz und mehr über Tanz über Bewegung über Theater über Tanzgeschichte über Community Dance über Ausstellungen über Film über Tanzaufführungen über Performance über Musik über Tanzvermittlung über Tänzer über Tänzerinnen über Tanztraining über Tanzkritiken über Tanzevents über Kultur über Körper über Spitzentanz über Modern Tanz über zeitgenössischen Tanz über afrikanischen Tanz über Flamenco über Cirque nouveau über Rhythmus über Urban Dances über Hip Hop

beetsymph1Im Rahmen des Festivals für neues Musiktheater „out of control“ brachte Netzzeit in einer Kooperation mit dem Bernhard Ensemble „Beet.Symph.Fünf“ zur Aufführung. Fünf KomponistInnen für elektronische Musik ließen sich von Beethovens 5. Symphonie für Eigenes inspirieren. Die vier neuen Sätze von Wolfgang Mitterer, Berhard Fleischmann, ASFAST, Ursula Winterauer + Fauna haben Regisseur Ernst Kurt Weigel und Choreografin Anna Hein mit fünf PerformerInnen im Off Theater in Szene gesetzt.

Kajetan Dick könnte mit seiner Haarpracht als alpiner Beethoven durchgehen, vielleicht ist Michael Welz in seinem Trachten-Frack-Anzugshybrid der Dirigent der Uraufführung der Schicksalssymphonie. Doch so plakativ haben es weder die KomponistInnen noch das Regieteam angelegt. Im Gegenteil. Beethoven wird nur im Eröffnungssatz von Wolfgang Mitterer erkennbar zitiert, die anderen Sätzen lassen vom Ausgangsmaterial nichts mehr erkennen.beetsymph3

Und so hat sich auch die Performance zwar dem Thema der schicksalsbedingten Fremdbestimmtheit im Sinne wechselnder Beziehungen unter den Agierenden gewidmet, aber dennoch vor allem aber an der musikalischen Struktur orientiert. Das Ergebnis ist forderndes Körpertheater, das von den Ausführenden vollen Einsatz verlangt: Vivienne Causemann, Carina Werthmüller, Gerald Waldberger, Michael Welz und Kajetan Dick lassen es daran nicht fehlen.

beetsymph4Devi Saha hat für die Kostüme im Dirndl-Lederhosenfundus gegraben, darunter tragen die DarstellerInnen transparente, bemalte Trikots. Wenn sie sich in den letzten Sätzen in viel zu kleine Kinderkleidung zwängen, versuchen sie ein Kindheit zu evozieren, die ihnen längst entflohen ist. Leben sie heute? Sind es Gestalten aus fernen Zeiten? In welchem Lebensabschnitt manifestiert sich „das Schicksal“? Die Geschichte der Einzeleindrücke drängt sich nicht auf. Dass die Tableaus und Aktionen am Ende keinen ganzheitlichen Sinn ergeben, kann an der fragmentierten Komposition oder an der Inszenierung oder an der Betrachterin liegen. Dennoch folge ich den neuen Klängen ebenso fasziniert wie der intensiven Performance und erlebe in den vierzig Minuten die Entstehung einer neuen „Schicksalssymphonie“.

2017 Out of control: „Beet.Sympf.Fünf“, Premiere am 16. November 2017 im Off Theater. Weitere Vorstellungen am 17., 18. und 19. November