Tanz und mehr über Tanz über Bewegung über Theater über Tanzgeschichte über Community Dance über Ausstellungen über Film über Tanzaufführungen über Performance über Musik über Tanzvermittlung über Tänzer über Tänzerinnen über Tanztraining über Tanzkritiken über Tanzevents über Kultur über Körper über Spitzentanz über Modern Tanz über zeitgenössischen Tanz über afrikanischen Tanz über Flamenco über Cirque nouveau über Rhythmus über Urban Dances über Hip Hop

grazniteMit der Serie „TanzNite“ in der Studiobühne des Grazer Opernhauses ist der Tanz in Graz kontinuierlich präsent und damit lebendig geworden. Er wird in unterschiedlichen Dimensionen (be)greifbar und manifestiert sich nachvollziehbar. Und er zieht immer mehr Publikum an. Bei der 5.Tanz Nite dieser Saison, “Lover’s Night“ am Vorabend zum Valentinstag, musste der Zuschauerraum der Studiobühne durch zusätzliche Bestuhlung vergrößert werden.

Die „einfachen“, also nicht elegant-feierlichen Gegebenheiten vor Ort minimieren die Schwelle. Der zwar professionelle, aber doch nicht in distanzierender Perfektion sich vollziehende Ablauf bewirkt eine entspannte Atmosphäre, die beim Publikum eine natürlich neugierige Offenheit weckt, die Moderator Darrel Toulon klug zu nützen weiß: In seiner unmanierierten Präsentationsweise öffnet er Augen und Ohren für eine Vielfalt von Tanzqualitäten, denen er Raum gibt und die nebeneinander sein dürfen, ohne in ein oktroyiertes Korsett passen zu müssen.

In dieser Februar-Ausgabe stand also das Thema Liebe im Zentrum: in dem von Mitgliedern der Tanzkompagnie kreierten und getanzten Choreographien und in den Tanzversionen von Gästen.

Special Guest war der brasilianische Tänzer Wallace Jones vom Landestheater Linz mit „Prelude à l’après-midi d’un Faun“ in einer Choreographie von Fabrice Jucquois, einer hoch elektrisierend-erotischen Version.

James Wilton, bereits gut bekannt in Graz und international hochgeschätzt als Tänzer, Choreograph und Dozent, begeisterte mit einer lebensfroh-leichtfüßigen, ebenso charmant-witzigen wie auch zarten Version zu diesem Thema.

Entsprechend Toulons Vermittlungsgrundsätzen öffnete er „sein“ Haus auch einem Gast aus der Grazer (und internationalen) Off-Tanzszene: Der Profitänzerin Valentina Moar, die mit einer Szene aus „Getanztes Dasein“ nicht nur mit ihrem zwischen Sensibilität und Akrobatischem changierenden tänzerischen Können überzeugt, sondern auch mit handfestem Humor.

Weiters zeigten Könner aus der Tango-Szene, was an feiner Technik hinter diesem vor allem mit Erotik assoziierten Tanz „auch noch“ steckt: Jelena Ristic und Adi Lozancic.

Last not least: Formal wie inhaltlich breit gestreut präsentierten sich die Versionen zum Thema, die die TänzerInnen des Grazer Balletts vorführten: Bostjan Ivanjsic und Dianne Gray mit sinnlich-dynamischer Ernsthaftigkeit und klar weitertreibend strukturiert. Norikazu Aoki und Koto Aoki, die mit distanzierter Ausgelassenheit und einer Art von Pragmatik ihr (akrobatisches) Können mit Witz aus einer etwas anderen Welt für uns zu transkribieren suchen. Angekündigt als „aus einer anderen Generation“ interpretierten Claudia Fürnholzer und Albert Garcia in der Tat mit sehr heutiger Bewegungssprache amüsant die – letztlich harte – Spaßgesellschaft. Serge Desroches und Agnès Girard thematisierten berührend zurückhaltend in feinen Bewegungsbildern die hohe Kunst der Annäherung. Intellektuelle Hingabe vermittelte die konzentrierte Sequenz von Bostjan Ivanjsic mit Jura Wanga.

TanzNite „Lover’s Night“ am 13. Februar 2013 in der Studiobühne des Grazer Opernhauses