balletcuba

Sie schütteln die Rastalocken, schwingen die Hüften, schaukeln die knackigen Hinterteile, lassen  die Muskeln spielen, tanzen und turnen und scheinen nicht müde zu werden. Die Tänzer  aus Kuba begeistern fast zwei Stunden lang das Publikum im Wiener Museumsquartier. Garniert wird die Show der Tänzer des  „Ballet Revolucion“ natürlich von den Ballerinen, die auch schon mal auf Halbspitze stehen und in Glitzerröckchen eine Arabesque versuchen. Das Außergewöhnliche an der fröhlichen Show ist jedoch die Mischung aus Ballett, Tanz und Akrobatik, begleitet von einem hinreißenden Orchester.

Die üblichen Assoziationen, die die Ankündigung einer Tanztruppe aus Kuba hervorruft, müssen über Bord geworfen werden. Karibische Klänge sind rar, Salsa, Mambo oder Rumba bekommt man kaum zu sehen. Zum Ausgleich gibt es Einlagen mit Spitzenschuhen: Einen Pas de Deux zur Musik aus „Don Quixote“ zum Beispiel oder eine akrobatische Nummer zu Perez Prados „Mambo No 8“. Langeweile kommt nicht auf, wenn das 16köpfige Ensemble (darunter 5 Frauen) mit hohen Sprüngen, Saltos und Pirouetten über die Bühne tobt. Dafür sorgen nicht nur die durchtrainierten Tänzer, die es, was Showtalent und Körperpräsentation anlangt, locker mit den Chippendales aufnehmen können, sondern auch die Musiker. Kristin Hosein und Weston Foster können mühelos mit Congas und Percussion, Trommeln und Gitarren mithalten, wenn sie sich quer durch das Pop-Repertoire (von Sergio Mendes über Bob Marley, Shakira bis Prince und Ricky Martin) singen. Da fällt es dann nicht so sehr auf, dass das Bewegungsvokabular (die Popnummern choreografierte Roclan Gonzales Chavez, die Balletteinlagen stammen vom Australier Aaron Cash) etwas beschränkt ist und sich die Saltos und Pirouetten (der Männer) wiederholen. Auch sind die kleinen Solos und Duos eher zur Erholung der Tänzer gedacht, denn als Showgenuss. Wenn aber das gesamte Ensemble zum Schlagen der Trommel quer über die Bühne wirbelt, Lustschreie ausstößt und die Ballerinen über den Köpfen schweben oder auf den Schultern der Partner stehen – und das alles passend zur Musik –, kann man die entspannte und entspannende Show so richtig genießen.

Ein Aperçu: Puren Genuss bereiten auch die bunten Kostüme. Jorge Gonzales, der schöne Catwalk-Trainer und Choreograf der TV-Show „Germany’s next Topmodel by Heidi Klum“, hat sie mit viel Geschmack und Sinn für Farbkompositionen entworfen. Der rasche Kostümwechsel allein verdient den tobenden Applaus, den das Publikum gespendet hat.

„Ballet Revolucion“, 8. März 2012, Museumsquartier.

Vorstellungen täglich bis 18. März