butohgraz„Tanztheater in japanischer Tradition“ lautete (in der Ankündigung) die ein wenig verschleiernde Beschreibung  zweier Butoh Performances von DaniMayu und Runa Hatariy, die im TTZ – Tanz- und  Theaterzentrum, Graz – Anfang Juni zu sehen waren.

Dass die Aufführungen allerdings vom Grazer Publikum kaum beachtet wurden, ist grundsätzlich bedauerlich. Denn einerseits werden nationale Gastproduktionen nicht allzu häufig und noch weniger oft im Tanzbereich angeboten, und andererseits ist Butoh eine Tanzform, die langjährige und qualitativ fundierte Tradition in dieser Stadt hat – also Interesse erwecken sollte und müsste. Letzteres schließlich auch, weil es zwei österreichische Frauen sind, die sich mutig und mit  Engagement diesem, unserem Kulturkreis nach wie vor eher verschlossenen künstlerischen Tanz-Zugang widmen: zu ewig gültigen respektive  zu Themen der Gegenwart.

DaniMayu lebte fünf Jahre in Tokyo, nahm dort ab 2000 an zahlreichen Workshops teil und arbeitete mit Butoh Meistern zusammen. Seit 2005 unterrichtet sie in Wien und tritt auch immer wieder auf. Runa Hatariy  beschäftigt sich seit 2007 mit Butoh, besuchte  zahlreiche Ausbildungen bei Butoh Meistern und arbeitet seit  2008 mit DaniMayu zusammen.

„One more Time“ (Konzept, Choreographie, Tanz: Runa Hatariy, Musik: Stephan Mühlbacher) ist in ihrer Metaphorik  eine sich relativ einfach erschließende Performance – ob die Rezeption nun eher beim sich ewig wiederholenden Lauf der Zeit, bei der Notwendigkeit des Immer-wieder-Versuchens oder aber bei der Wandlungsfähigkeit der Frau ansetzt:  Ein wenig zu einfach-direkt  ist die Präsentationsweise, denn die in der Tiefe liegenden Momente oder Erkenntnisse bleiben (noch) vorbehalten.

„Rah“, (Konzept, Choreographie, Tanz: DaniMayu) ist vergleichsweise puristisch in seinen Bildern, läuft allerdings Gefahr, durch eine Dominanz der Requisiten Feinheit und  Wesentlichkeit der konzentrierten Bewegung zu überdecken. Das, was die Künstlerin auf ihrer Homepage in ihren „Personal Notes on Butoh“  sehr eingängig und glaubhaft zu formulieren versteht, ist visuell noch nicht wirklich nachzuvollziehen. Freilich: Die verbalisierten Ziele sind hoch.

Runa Hatariy : „One more Time“, DaniMayu: „Rah“ 3.und 4. Juni 2011 im TTZ (Tanz- und  Theaterzentrum, Graz)