derainklDie Bewegung war kurzlebig – sie dauerte nur drei Jahre-, aber sie war äußerst nachhaltig. Denn mit einer ungezähmten Lust an der Farbe machten die „Fauves“ am Beginn des letzten Jahrhunderts endgültig Schluss mit der Naturnachahmung und stellten die Befindlichkeit des Künstlers in den Mittelpunkt. Die Ausstellung „Matisse und die Fauves“ in der Albertina geht dem Spiel der gewagten Farben und Formen dieser Künstlergruppe nach.

Großzügig sind die Pinselstriche, mit denen die „Fauves“ die Farbe dick und satt auf die Leinwand bringen, oder mit Aquarellfarben Formen auf dem weißen Blatt quasi „herausstanzen". Henri Matisse und seine Künstlerfreunde experimentierten mit einer bislang ungekannten Freiheit und stellten alle Konventionen in Frage. Die Bewegung ihrer Hand, mit der sie die grellen Farben auftragen, steht im Mittelpunkt: die Figuren scheinen im Überschwang ihrer Pinselführung zu tanzen, die Landschaften vibrieren in „unnatürlichem“ rot, lila und pink. matissekl

In sieben Stationen vollzieht die Ausstellung „Matisse und die Fauves“ einen Bogen von der Vorgeschichte bis zum Ende der Bewegung 1907/08. Im Sommer 1905 testeten Henri Matisse und André Derain die Leuchtkraft der Farben in Collioure oder hielten mit einfachen Aquarellstrichen Eindrücke des malerischen Hafens in Südfrankreich fest (eine eigene Sektion der Ausstellung widmet sich den skizzenhaften Aquarellen), während Maurice de Vlaminck in Nordfrankreich zu ähnlichen Ergebnissen kommt. Erst einige Monate nach der legendären Ausstellung im Pariser Herbstsalon 1905, bei dem ein Kritiker den Künstlern den wenig schmeichelhaft gemeinten Namen „fauves“ (wilde Bestien) gab, kamen Raoul Dufy, Emile-Othon Friesz und George Braque zu dieser Bewegung. Zwei Außenseiter, George Rouault mit seiner dunklen Farbgebung und der holländische Fauve Kees van Dongen, sind in der Ausstellung ebenso vertreten wie die von der „primitiven“ Kunst Afrikas und Ozeaniens inspirierten Skulpturen, Holzschnitte, Steinskulpturen und Reliefs von Matisse und Derain.

Die Ausstellung „Matisse und die Fauves“ mit Beständen der Sammlung Batliner der Albertina und zahlreichen Leihgaben bietet einen umfassenden Einblick in diese aufregende Avantgarde-Bewegung der Moderne, die auch in  einem umfangreichen und reich bebildeten Katalog dokumentiert ist.

„Matisse und die Fauves“, Albertina, bis 12. Jänner 2014

Katalog: Heinz Widauer / Claudine Grammont (Hg.): “Matisse und die Fauves“, Albertina / Wienand Verlag Köln, 2013

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