DonQuixoteBerlinAm 28. April 2022 endete die Intendanz Nacho Duatos beim Staatsballett Berlin. Wie das? Hat Duato das Ensemble und die Stadt, die er angeblich ihrer – im Vergleich zu St. Petersburg – relativen Nähe zu Spanien wegen schätzte, nicht längst verlassen? Hat er! Und nicht allein: Als er 2018 nach vier Spielzeiten vorzeitig Platz machte für seine Nachfolger Johannes Öhmann und Sasha Waltz (die dann nur für ein Intermezzo blieben und selbst schon wieder Geschichte sind) verschwanden auch Duatos Choreographien aus dem Repertoire des Staatsballetts. Restlos. 

zelensky iconAm 4. April zog Igor Zelensky, in seiner sechsten Spielzeit nun auf dem Höhepunkt seiner Direktion beim Bayerischen Staatsballett, einen glatten Schlussstrich. Er räumt das Feld – vorgeblich aus familiären Gründen. 70 Tänzerinnen und Tänzer stehen – von einem Tag auf den anderen – plötzlich ohne ihren künstlerisch höchst akribischen, in der Szene international bestens vernetzten wie erfolgreichen Chef, der im russischen Labinsk geboren wurde, da. Das wird gewiss alle beuteln. 

HP Nussknacker2Eine Absage mit Ansage und die ungewisse Zukunft eines Schmuckstücks des Berliner Ballett-Repertoires: Das Staatsballett Berlin zeigt heuer seinen „Nussknacker“ nicht. Damit gehört es zu einer Minderheit unter den Tanz- und Ballettensembles dieser Welt. Immerhin gehört es damit aber auch in eine Reihe mit so bedeutenden Ensembles wie in Mailand, München, Paris, Stuttgart, Wien und Zürich, bei denen in diesem Jahr der „Nussknacker“ ebenfalls nicht auf dem Programm steht. Und doch liegt, glaubt man der veröffentlichten Meinung, der Fall in Berlin ganz anders.

BAK2Mit einiger Verspätung hat der Bericht der Sonderkommission der Ballettakademie nun doch zu personellen Konsequenzen geführt. Simona Noja, geschäftsführende Direktorin der Ballettakademie wurde ebenso wie Manuel Legris, Künstlerischer Leiter, aus ihrer Funktion an der Ballettakademie abberufen. Zur interimistischen Leiterin wurde die kaufmännische Leiterin des Wiener Staatsballetts Simone Wohinz bestellt.

BallettakademieSo, nun ist er also fertig, der Endbericht der „Unabhängigen Sonderkommission Ballettakademie“ der Wiener Staatsoper. Und der Befund ist eindeutig: Die im Zwischenbericht aufgezeigten Defizite wurden bestätigt. Auch für die Veränderungen, die seither an der Ballettakademie vorgenommen wurden, gibt es keinen Applaus. Konsequenzen darauf sind nicht absehbar. Die Wiener Staatsoper beschwichtigt.

edwardsSeitdem die Wiener Stadtzeitschrift Falter die Missstände an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper aufgedeckt hat, haben Medien ausgiebigst darüber berichtet. Fast kein Tag verging, an dem es zu dem Thema nicht auch Fernsehdiskussionen gab. Was eine Debatte über pädagogische Konzepte auslösen sollte, droht in eine Schlammschlacht auszuarten. Doch nun hat die Staatsanwaltschaft erste Ermittlungen eingeleitet.

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