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Zwei Wochen können junge ChoreografInnen und PerformancekünstlerInnen beim 21. Imagetanz-Festival im brut zeigen, wie sich die Zukunft von Tanz und Performance aussehen könnte.

Zum Auftakt stellt der Belgier Kris Verdonck einen Verbrennungsmotor auf die Bühne. Er nennt ihn „Dancer #2“ und will mit der rotierenden Maschine die Menschheit aufrütteln. Die Klimakatastrophe droht und niemand schaut hin, ist die pessimistische Botschaft. Danach treten Alix Eynaudi & Agata Maszkiewicz auf, um mit „long long short long short“ nach unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten und Fortbewegungsmitteln zu suchen. Diese Performance, so verspricht der Programmfolder, „ist mit Liebe gemacht“.
Wir wollen hoffen, dass es auch sämtlichen anderen Abend nicht an Liebe mangelt, Im konzerthaus-„Club Burlesque Brutal“, zu dem vor allem queeres Publikum geladen ist, um den Winterabschluss zu feiern, können wir da ziemlich sicher sein. Auch die Party für Bettina Kogler, Kuratorin von imagetanz, von Tori Spelling im Künstlerhaus veranstaltet ist aus Liebe und Verehrung entstanden. Dann kommen die Pferde. „Save A Horse Ride A Cowboy“ nennt An Kaler ihre Performance, in der es nicht nur ums Reiten sondern auch ums Begehren und das Cowboyklischee geht. Danach wird's romantisch: Das Kollektiv „White Horse“ zeigt wie man sich fühlt und bewegt, wenn man verliebt ist.
Nicht nur Reales wird das Festival auf den Bühnen von brut im Künstlerhaus und im Konzerthaus bieten, sondern auch Fiktives. Etwa wenn Everybodys zum Künstlergespräch über eine Show einladen, die gar nicht statt gefunden hat. Aber wehe es wird über etwas anderes gesprochen. Darauf achen die Protaginisten des fiktiven Events, die sich selbst für ihre Leistungen preisen: Alice Chauchat, Krööt Juurak, Yves Mattler, Halla Ólafsdóttir und Johan Thelander. Die Single-Party von Anna Jermolaewa darf auch von Paaren besucht werden, denn single sind nur Tonträge, die Bernhard Schnur auflegen wird.
Falls die „Political Movements, Part 2“ von Alexander Gottfarb oder das „Empathy Project Vol. I“ von Magdalena Chowaniec / mariamagdalena allzu sehr niederdrückt, wird das Publikum zum Abschluss von François Chaignaud und Cecilia Bengolea wieder in den Himmel gehoben. Das Paar, das sich in einem Fortbildungskurs bei Mathilde Monnier kennen gelernt hat, schwebt als Castor und Pollux durch ferne Galaxien und versucht das Publikum im Geist mitzunehmen. Bereits im Vorjahr haben die beiden bei ImPulsTanz [8:tension] als „Sylphides“ ihr Publikum verzaubert.
Was da an Namen und Titeln genannt wird, ist völlig willkürlich aus dem dichten Programm herausgegriffen und bedeutet nicht , dass etwa „Tingel Tangel“ (schon wieder eine Party) oder „Drama Queen“ von Zoë Knights oder die „Worte zum Sonntag“ von Unit und Everybodys nicht besuchenswert wären. Genauer wissen wird man es erst, nach der Landung von Castor und Pollux. Dann nämlich findet im Konzerthaus eine Party (endgültig die letzte) mit dem wundersamen Titel „imarsch“ statt. Veranstalter ist das ÖFA-kollektivet. 24 Frauen aus Stockholm, die sich mit einer Performance auch selbst einbringen.

imagetanz, 5. Bis 19. März, brut (Künstlerhaus, Konzerthaus). Das genaue Programm ist hier abrufbar.

 

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