Ambitioniert und mutig
Für die nächste Premiere des Wiener Staatsballetts an der Wiener Volksoper haben sich die Nachwuchschoreografen Vesna Orlic, Boris Nebyla und András Lukács an drei Meilensteile der jüngeren Musikgeschichte gewagt: an Carl Orffs „Carmina Burana“, Claude Débussys „Nachmittag eines Fauns“ und den „Bolero“ von Maurice Ravel. Mutig und selbstbewusst setzen sie sich mit ihren speziell für diesen Abend entstandenen Werken zwangsläufig auch dem Vergleich mit choreografischen Meisterwerken aus.
In „Carmina Burana“, das, 1937 uraufgeführt, noch heute durch seine außergewöhnliche Werkform besticht, ist neben dem Ballettensemble und den Gesangssolisten der Chor Protagonist des Abends. Vesna Orlic setzt in ihrer Choreographie 24 Tänzerinnen und Tänzer ein, deren Stärke, Energie und Emotion, so Orlic, der Musik von Orff entsprechen. Die Choreographin folgt dem Werkplan des Komponisten, schafft sich aber selbst einen Freiraum zu eigener Auslegung.
Boris Nebyla spürt in seiner Version des „Faun“ weniger dem Fabelwesen nach – das Vaslav Nijinsky vor hundert Jahren mit seiner damals skandalösen Version ins Leben rief – als vielmehr natürlichen Bedürfnissen jedes Menschen – dem Verlangen nach Aufmerksamkeit, Zuwendung, seelischer sowie körperlicher Liebe.
Bronislava Nijinska setzte Ravels „Bolero“ erstmals in Tanz um (1928), nach ihr versuchten sich viele daran, die Choreografie von Maurice Béjart hat Kultstatus erlangt. András Lukács sieht seine Version des Balletts als Ensemblewerk, das er in einem Ballgeschehen ansiedelt.
Premiere: Freitag, 2. März 2012, Reprisen: 5., 11. (nachmittags), 27. März, 17., 23. April, 3. Mai 2012
Karten: www.volksoper.at
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