Viel Gefühl für das Image
John Neumeiers Hamburg Ballett ist weltweit bekannt und das Image des immer wieder zu Gastspielen eingeladenen Ensembles weit über die Hansestadt hinaus ausgezeichnet.Dennoch startet John Neumeier jetzt eine Image Kampagne, nicht nur in Hamburg, sondern auch in Berlin, Frankfurt und Hannover. Mit Plakaten und durch Inserate sollen neue, vor allem junge Publikumsschichten angesprochen und Vorurteile und Hemmschwellen abgebaut werden. Das Motto der Aktion ist gefühlvoll: „Getanzte Emotionen“.
Die Image Kampagne für das Hamburg Ballett kann sich sehen lassen. John Neumeier ist das Bravourstück gelungen, die Kampagne für sein Ballett nahezu geschenkt zu erhalten. Die Agentur Scholz & Friends Hamburg hat die Kreativität der MitarbeiterInnen gratis zur Verfügung gestellt auch die Plakatflächen sind kostenlos und was noch zu bezahlen war, haben Sponsoren übernommen. Dass Neumeier seit bald vierzig Jahren für sein Hamburg Ballett lebt und arbeitet macht sich eben bezahlt. Nicht nur durch ein stets von Neuem begeistertes Stammpublikum und das Renommee in aller Welt, sondern auch durch hilfreiche Sponsoren und Mäzene.
Wie die bunten Bilder in einem Kaleidoskop sehen die Plakate auf den ersten Blick aus. Erst bei genauem Hinsehen, ist zu erkennen, dass nicht bunte Glassteine das Muster ergeben, sondern lebendige Tänzerinnen und Tänzer. Ganz im Sinne der Arbeitsweise des Choreografen Neumeier balancieren die Sujets auf der Gefühlsebene. „Bewegungen, die bewegen“ war die Leitidee für die Kampagne. Vier emotionale Prozesse wurden als Themen ausgewählt: Leidenschaft, Eifersucht, Mut und Einsamkeit werden vom Ensemble des Hamburg Balletts in Szene gesetzt Die Arbeit war auch für das Hamburg Ballett anstrengend und etwas ganz Neues. Jede Tanzposition wurde einzeln fotografiert und mit weiteren aufwändigen thematisch passenden Elementen arrangiert. Durch Spiegelungen und die Einarbeitung aufwändiger Details wird das Thema als kaleidoskopartiges Arrangement inszeniert. Die getanzten Emotionen öffnen das Tor zum Unterbewusstsein und zeigen zugleich die beeindruckende Leistungsfähigkeit der TänzerInnen.
Diese wurde auch heuer wieder beim „Premio Danza & Danza“ belohnt. Otto Bubenicek wurde gemeinsam mit seinem Bruder Jiri als Bester Tänzer geehrt. Edvin Revazov (in Wien als Tadzio in Neumeiers Choreografie “Tod in Venedig zu sehen gewesen) wurde – etwas verspätet – als „Neuentdeckung“ geehrt. Seit dieser Saison tanzt der geborene Ukrainer als Erster Solist in Hamburg. Acht ElevInnen insgesamt (5 junge Damen und 3 junge Herren) haben den Sprung aus der Ballettschule des Hamburg Ballett ins Ensemble geschafft.
- John Neumeier – ein Leben für den Tanz
- Romantische Tanzkunst genussvoll zelebriert
- Das Hamburg Ballett in Schwarzweiß
- Zärtliche Beziehungen, komische Begegnungen
- Versöhnlicher Oscar?
- Edle Einfalt, stille Größe
- Perfektion in fremder Sprache
- Zwischen Wahn und Wirklichkeit
- Meeresrauschen beim Hamburg Ballett
- Macras: "Open For Everything"
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