Feiern für eine verstörte Welt
Ein exquisites Programm beim Osterfestival Tirol 2010
„16 Feiern für eine verstörte Welt“ bietet das erlesene OSTERFESTIVAL TIROL 2010 und will damit „sinnlich die Wirrungen all unserer Mühen und deren Lösungsversuche wahrnehmbar machen“. Das Osterfestival Tirol nützt die Karwoche um den Zustand der Welt mit künstlerischen Mitteln zu reflektieren und bietet daher ein einzigartiges Programm, das sehr sorgfältig auf die Zeit und das jeweilige Thema abgestimmt ist.
Von 14. März bis 3. April findet an 21 Orten in Innsbruck, Hall und Umgebung täglich die Aktion "wortlos. Gewissen" statt, "die dieses Jahr dem Wegschauen unserer Gesellschaft gegenüber Elend und Leid gilt. Dagegen stehen die Gesten einzelner, Widerstand, immer wieder Utopie der Harmonie, Kunst. Jeden Tag spielen Künstler & Künstlerinnen, auch Kinder, im und mit dem öffentlichen Raum und leisten so ihren Beitrag gegen die soziale Kälte unserer Zeit", schreiben die Veranstalter.
Zur Eröffnung am 20. März treten Les Percussions de Strasbourg in Griseys "Le Noir de l'Étoile" mit außerirdischen Sphären in Kontakt, und zwar mit den noch immer eintreffenden Signalen eines erloschenen Sterns. „Der Pulsar ist der Rest der Explosion einer Supernova vor 12.000 Jahren, er dreht sich 11 mal pro Sekunde um sich selbst. Über ein riesiges Teleskop werden die Impulse dieses Himmelswesens eingefangen, in Klang verwandelt und in den musikalischen Raum übertragen.“
Danach geht es bis 2. April täglich mit Tanz, Musik, Literatur, Performance, Film und Gesprächen weiter.
Traditionelle Formen bieten das japanische Nô-Theaters Tsunemassa (23. März) sowie Madhavi und Arushi Mudgal, zwei der bedeutendesten Odissi-Tänzerinnen unserer Zeit. An diesem Abend treten sie gemeinsam mit ihrer Musikerfamilie, darunter Mudgals bekannter Bruder, der Sängermeister Madhup Mudgal, auf (1. April).
Helena Waldmann konfrontiert in ihrem neuesten Stück „Burka Bondage“ Traditionen und die heutige Generation: Einerseits junge Frauen in Afghanistan, die auch nach der Herrschaft der Taliban tief im Staub ihrer fundamentalistischen Geschichte stecken, andererseits junge Leute im hochindustrialisierten Japan. die „lost generation“ in einer streng hierarchischen Gesellschaft. Burka, der afghanische Mantel, der die Frauen zur Gänze verhüllt und Bondage, eine japanische Technik des Fesseln, sind die ikonischen Entsprechungen für die Zustände der jungen Menschen. Der Tanz entwickelt sich zwischen einer japanischen und afghanischen Tänzerin, einem Trommler und einer Videoanimation. Zu sehen am 30. März.
Die Französin Mathilde Monnier untersucht in sarkastischen Episoden den Konflikt von Unisono und der Freiheit des Individuums zu Musik von György Ligeti (27. März).
„Ein Fest zum Ostersonntag. Auferstehung aus reiner Freude am Kommen und Gehen, keine festen Beziehungen, alles im Fluss“, das ist der Abschluss der Festivals mit der prickelnden und sinnlich-euphorischen Choreografie „Sinfonia Eroica“ von Anne Michèle de Mey, der langjährigen Rosas-Tänzerin von Anne Teresa de Keersmaeker. De Mey hat die 1990 entstandene Choreografie 2006 überarbeitet und diese Version ist erstmals in Österreich zu sehen - Lebensfreude pur am 4. April!
Nähere Infos zum gesamten Programm auf www.osterfestival.at
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