Buntes musikalisches Bilderbuch
Der Komponist Max Nagl hat nach einer Idee von Katia Guedes und zum Libretto von Reinhard Palm eine wundersame Oper für Kinder ab acht komponiert. Mit singenden und tanzenden Profis und den Studierenden des Musikgymnasiums Wien erlebte „Camilo Chamäleon“ eine bejubelte Aufführung.
Die Leuchtkäfer tanzen, die Bienen summen, die Spinne spielt auf ihrem Netzt Zither und die lila Kobra tanzt Tango. Herr Mücke schwingt die Beine mit der Geige spielenden Mückin, die Bären rappen samt der kleinen Waschbärin und alle miteinander wollen sie dem Chamäleon sagen, wer es sein soll. Aber weil das komische Tier mit dem gerollten Schwanz nicht einmal selber weiß, wer es ist, wird jede Begegnung im sommerlichen Wald zu einem Abenteuer.
Die in einen bunten Dschungel voll der Überraschungen verwandelte Bühne (Nora Scheidl), die hervorragenden Sängerinnen, Sänger und die zierliche Tänzerin und vor allem das mit vollem Einsatz unter dem animierenden Dirigenten Georg Kugi spielende Orchester (Musikgymnasium Wien) lassen diese Aufführung nicht nur für das zu sich selbst reisende Chamäleon sondern auch für die jungen (und auch die nicht mehr gar so jungen) ZuschauerInnen zu einem beglückenden Erlebnis werden.
Keine einfache Aufgabe hatte Michael Scheidl als Regisseur, waren doch eine beträchtliche Menge SchülerInnen zu bändigen, die in der Choreografie von Florian Hurler nicht nur zu spielen sondern auch im Chor den Kanon zu singen hatte (Choreinstudierung: Monika Arbeiter-Salzer). Alle Mitwirkenden an dieser Riesenproduktion mit zehn SolistInnen (inklusive des Countertenors Jakob Huppmann) zu nennen, sprengt den Rahmen. Mit seiner Musik, jazzig und modern, traditionell und folkig, rhythmisch und melodienreich, gelingt es Max Nagl alle zusammen zu schweißen und auch das jugendliche Publikum zu Beifallsstürmen hinzureißen. Der fulminante Schluss zur richtigen Zeit, lässt sogar den etwas zu hoch erhobenen Zeigefinger des Librettos vergessen. Ein musikalisches Bilderbuch, bunt und abwechslungsreich, professionell und überhaupt nicht kindisch, ist diese Produktion von netzzeit im Rahmen des Festivals „Out of control“ bestens geeignet, um Heranwachsenden vom Zauber der Musik zu überzeugen.
„Camillo Chamäleon“, Semperdepot (Akademie der Bildenden Künste Wien), 25. Februar 2011
Weitere Vorstellungen: 26. und 27. Februar 2011.- Das breite Publikum gibt es nicht
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