13. Oktober 2012 | AutorIn: Edith Wolf Perez | | |
Auch bei der zweiten Vorstellung machte dieser „Nussknacker“ dem Wiener Staatsballett zu schaffen. Natalie Kusch war eine bezaubernde und charmante Clara – und den gelegentlichen Patzer verzieh man ihr angesichts der schwierigen Choreografie gerne. Als ihr Partner macht Denys Cherevychko die Rolle des Prinzen zu schaffen, und seine siegessichere Attitude ist respektierlicher Bescheidenheit gewichen. Das Wiener Staatsopernorchester sorgte unter der Leitung von Paul Connelly wieder für ein ungetrübtes musikalisches Vergnügen.
Nach zwanzig Jahren gemeinsamer Arbeit wollten die Rabtaldirndln ihre Biografie veröffentlichen, aber Plagiatsvorwürfe verhinderten, dass das Werk in Druck gehen konnte. So wurde aus einer geplanten Lesung im Brut eine Arbeit, in der die fünf Frauen wichtige Kapitel ihres Leben beherzt darstellen – mit einzigartigem Charme, dem manch Angehänger ländlicher Idylle vielleicht „Hantigkeit“ unterstellen würde.
Auch die Erste Solotänzerin Maria Yakovleva durfte sich, nach Liudmila Konovalova und Olga Esina mit dem Wiener Staatsballett im Klassiker „Dornröschen“ als Prinzessin Aurora präsentieren. Mit ihr tanzten Erika Kovácova und Alena Klochkova ihr Rollendebüt als böse Fee Carabosse und gute Fliederfee. Fünf der sechs Feen, einige Begleiter und die verzauberte Prinzessin waren in dieser dritten Etappe der Serie ebenfalls neu besetzt.
Die zweite Vorstellung in nahezu total geänderter Besetzung degradiert die Premiere der „Dornröschen“-Serie an der Wiener Staatsoper zur Voraufführung. Artig überreichen die Feen ihre Geschenke im ersten Akt, akkurat tanzen die Paare im Pas de quatre im letzten. Und dazwischen brilliert Olga Esina als Aurora, fröhlich und gelöst als Teenager, kühl und unnahbar als Vision, verliebt und glücklich als erwachsene Braut.
24. Dezember 2011 | AutorIn: Edith Wolf Perez | | |
Schon bei seiner Entstehung 1890 war Dornröschen in der Choreografie von Marius Petipa als prunkvoller Kostüm- und Ausstattungsspektakel inszeniert worden. So hat das „klassischste aller Ballette“ das Potenzial, ein Augen- und Ohrenschmaus zu sein (Peter Iljitsch Tschaikowski hielt es für sein bestes Werk in diesem Genre), auf der emotionalen Seite ist es jedoch unterbeleuchtet.
Auch in ihrer fünften Saison locken Wilhelm Buschs getanzte Streiche von „Max und Moritz“ Großeltern mit Enkelkindern in die Volksoper. Das vor Einfällen sprühende Ballett von Ferenc Barbay und Michael Kropf turnt so frisch und fröhlich über die Bühne als wäre es die erste Vorstellung. Für diese Saison war es jedoch zum Leidwesen vieler Familien die letzte.
Zwei Männer und zwei Frauen, exemplarisch ausgesetzt in einem Licht-Raum, dessen Ränder zerfransen und dessen Bedingungen einem Wandel unterworfen sind, werden auf eine seltsame Art „durchleuchtet“. Etwas wird unter der Oberfläche freigelegt: ein inneres Getrieben-Sein, ein „Sehnen“, wie Paul Wenninger seine Choreografie nennt.
„revue intim“ der Playing Mums und „man(n) wird mensch“ der Gebrüder Lirsch, zwei Stücke an einem Abend im Kosmostheater, in denen es um Befreiung von weiblichen und männlichen Rollenklischees gehen soll. Während Erstere mit den Mittel der Revue spielen, setzt „man(n)“ ganz auf Pädagogik.
Aufmerksamkeit zu erregen war nie einfach – auch nicht für ein Geschenk. Menschen zu begeistern noch weniger – auch nicht für die Kunst. Bei der 3.Internationalen Tanzgala im ausverkauften Grazer Opernhaus gelang es Ballettdirektor Darrel Toulon jedoch für die zahlreichen Programmpunkte das – so wird gesagt – eher zurückhaltende Grazer Publikum derart zu begeistern, wie es nur äußerst selten der Fall ist: Jubelrufe nach jeder Gastproduktion, Standing Ovation am Ende des Abends.