Kritiken
Kritiken 2010
Weiblich oder männlich?
Weiblich oder männlich?
Doris Stelzer untersucht Bewegungsmuster
Gender Jungle, TQ Wien, 14.01.2010
Adonis mit nacktem Oberkörper, in schwarzer langer Hose kreist die Hüften, lässt den Bauch tanzen, lockert die Brustmuskulatur, lässt die Schenkel wabbern und zeigt mitunter auch den nackten Po. Es ist eindeutig ein Mann, aber sind seine Bewegung wirklich männlich? Bald wird das Verwirrspiel im Trio aufgeführt. Zwei Männer, eine Frau. Schamhaft halten sie die Arme mit geschlossenen Fäusten vor die Brust, präsentieren den Unterkörper als eigenständiges überaus bewegliches Wesen. Er lässt die Muskeln spielen - herrlich gebildeter Body. Sie dehnt die Schulterblätter, schließt die Rippen, zeigt in der Rückansicht das perfekte Dreieck weiblicher Schönheit - breite Schultern, Millimetertaille. Da gibt es keinen Zweifel, welche Bewegung dem Manne und welche der Frau zuzuordnen ist. Dann aber sind wieder alle Drei im selben Rhythmus am Werk und die Konturen verschwimmen, die Ränder flirren. Was ist typisch und was ist mythisch, angelernt, tradiert?
Die Choreografin, Tanzpädagogin (und Biotechnikerin) Doris Stelzer, stellt die Fragen nach den geschlechtstypischen Bewegungsmustern nicht mit bierernst gerunzelter Stirn, sondern bietet dem Publikum eine humorvolle Show, die durch das Wechseln der Kostümierung unterstrichen und durch fröhliche Musik gelockert wird.
Es wird nicht doziert und auch keine weltbewegenden Erkenntniss vermittelt und doch können wir wieder einmal feststellen, dass es nicht der Körper ist, nicht die Natur, die Hüftschwung und High Heels bedingen, sondern gesellschaftliche Normen und tradierte Formen. Die Choreografie ist mit deutlichem Augenzwinkern inszeniert und entspricht dem Horazschem Diktum vom „Nützen und erfreuen“ in jeder Phase der knappen Stunde. Einen wesentlichen Anteil am Vergnügen hat aber nicht nur das Verschieben der Geschlechterklischees von Frau zu Mann und wieder retour, sondern vor allem das ausführende Trio. Lieve De Pourcq, Gabriel Schenker und Ond_ej Vidla_ arbeiten mit Muskeln und Knochen als wären sie verformbares Material und zeigen, trotz hoher körperlicher Anforderung, auch noch Spaß an der Performance.
Doris Stelzer hat 2001 das danceWEBStipendium erhalten und war 2006 Artist in Residence bei ImPulsTanz. Ihre kontinuierliche Arbeit wird nicht nur vom Publikum honoriert. Mit einem Auslandsstipendium verbrachte sie als Artist in Residence bei KR - Zentrum für Choreographie ein Jahr in Hamburg. Auch für „Gender jungle“ sind internationale Auftritte bereits programmmiert.
- Möbelrücken
- Das breite Publikum gibt es nicht
- Ich bin eine andere
- Subjektives Zeitempfinden
- Die Tiefe der Oberfläche
- Die Eleganz der Möbelpacker
- Die bunte Welt der Jugendlichen
- Theaterfaszination für die Kleinsten
- Im Aufwind
- Tanzfestival für junges Publikum
- Ganz zu eigen gemacht
- Österreich TANZT im Mai
- Muskel machen Männer
- Uplifting
- Liebeserklärung an den Tanz
- Einfach traumhaft
- Die Kunst der Unterhaltung
- Akustisch-optische Schockwelle
- Ton-Licht-Bewegungsspiele
- Von Müttern und neuen Medien
- Eröffnungsmarathon
- Can We talk About This?
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- Freiräume durch Zaudern
- Protest als Nabelschau
- Im tönenden Licht-Labor
- Wo stehen wir in der Welt?
- Variationen eines Musters
- Jede Menge Uraufführungen
- Vom Verlust der Anonymität
- 15. Tanzfestival für junges Publikum
- Intakte Schlagerseligkeit
- Einfach ein raffiniertes Spiel
- Zwischen den Kulturen
- Tanzoffensive aus Österreich
- Hansi, Feminismus und die Liebe
- Chaos deluxe
- Zwischen den Gendern
BÜRO GESUCHT
Tanzprojekt sucht dringend Büroräume in 1160: Gesucht werden ca. 40 m2 für 3 PC-Arbeitsplätze und eine kleine Lagermöglichkeit für Kostüme und Requisiten. Optimal wäre eine Lage in Gehdistanz zum Yppenplatz/Brunnenmarkt. Über jeden Hinweis freuen wir uns. Kontakt: beate.bauer@caritas-wien.at; T: 0664/8427669AUSSCHREIBUNG
für das FESTIVAL DER REGIONEN 2013 / UMGRABEN in Eferding von 7. bis 16. Juni 2013 werden Projekte aus allen künstlerischen Bereichen und Genres gesucht. Bei aller Offenheit werden Vorhaben für ortsspezifische Arbeiten bevorzugt, Ambitionen, die sich mit Gesellschaft und Geschichte der Stadt Eferding beschäftigen und möglichst Bevölkerungsgruppen oder einzelne gute Kräfte einbeziehen. Weit gefasste Beziehungen zum Festival-Motto UMGRABEN werden ebenfalls berücksichtigt.
Alle Informationen zur Teilnahme am Wettbewerb auf http://www.fdr.at
Bewerbungsschluss ist der 16. Mai 2012!
Hip Hop Pädagogin gesucht
für die Teenager Gruppen am Freitag Nachmittag. Dance Art bietet eine fixe Anstellung, ein tolles, motiviertes Team und volle Klassen.
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