Neugierig-poetisches Entdecken
Es schwangen die Klänge, Körper und Farben und schließlich auch die Herzen des Publikums: Zum Auftakt der Mozartwoche im Salzburger Landestheater zeigte Sasha Waltz einmal mehr ihre tanzpoetische Kreativität und Anwartschaft als Nachfolgerin von Pina Pausch: Die Uraufführung von „gefaltet“ zu Mozarts 256.Geburtstag geriet zum außergewöhnlichen Musik- und Tanzereignis.
Als „choreografisches Konzert“ angekündigt, entfaltete sich „gefaltet“ – obwohl als Nummernabend angelegt - mit vereinten Spitzenkräften zu einem graziösen, federleichten, poetischen Gesamtkunstwerk. An dem nicht nur die Choreografin, der Jubilar und das Team am Werk, sondern wesentlich auch Marc Andre Anteil hat: Organisch fügen sich die Auszüge der „iv“ ( für „introvertiert“)-Kompositionen 1 und 2 sowie „iv“ 11a des weltweit gefragten Schöpfers Neuer Musik jeweils an Mozarts Es-Dur-Divertimento, h-Moll-Adagio und die Gigue in G-Dur für Klavier.
Nicht Kontrast, sondern subtiles Eingehen auf verschiedene Identitäten, der Werke wie der Interpreten, werden hier schrittweise hör- und sichtbar. Immerhin kommen sowohl die vier MusikerInnen wie die acht TänzerInnen aus allen Teilen der Welt und sprechen verschiedene Sprachen. Konsequent führt Waltz diese Vielfalt zu einem gemeinsamen Atem ohne Individualitäten zu zerstören.
Flüsternd, respektvoll-neugierig nähern sich zu Beginn barfuss die von Beate Bormannin fantasievoll nach Mozarts und heutiger Zeit gekleideten Tänzer den Musikern auf der Bühne: Abwartend-zärtlich geschieht ein erster Kontakt, schmiegt sich der Tanz an die Geige, berühren einander zwei Künste, zwei Menschen. Dieses neugierige Entdecken der Geheimnisse des anderen geschieht in der Folge bis zum finalen g-Moll-Quartett für Klavier und Streicher immer forscher, rascher und virtuoser, in verschiedenen Formationen, auch der mitunter akrobatisch agierenden Musiker (eine Klasse für sich: Geigerin Carolin Widmann!).
Der Tanz ist demonstrativ zeitgenössisch und die betont natürlich-kindliche Bewegungsführung. Die laschen Arabesken und Posen zu klassischer Musik befremden zunächst. Doch schnell erwachsen daraus virtuos gestaltete Tanzbilder von berückender Ästhetik. Der starke Motor ist dabei Mark Andre, dessen Neue Töne im Wortsinn aufkratzen und den Tanz zum wirklich spannenden, heutigen machen. Schön, voll Poesie auch die „tonlosen“ Momente. Spontaner Applausorkan am Ende.
„gefaltet“ – choreografisches Konzert von Sasha Waltz, Uraufführung am 27.1.2012 im Rahmen der Mozartwoche am Landestheater Salzburg
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Alle Informationen zur Teilnahme am Wettbewerb auf http://www.fdr.at
Bewerbungsschluss ist der 16. Mai 2012!
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