kontakthofDas französische Verlagshaus l’Arche Editeur hält die weltweiten Rechte an Pina Bausch’s Bühnenstücken. Nun hat es zwei Bücher mit DVDs herausgebracht: „Café Müller“ und „Kontakthof mit Damen und Herren über ‚65’“.

 



„Man hat wenig von diesem Stück behalten, außer dass es etwas Essentielles ist, von dem man sprechen muss und das hier ausgesprochen wird, ein für alle Mal, besser als je zuvor, so hart und klar, dass man zittert und sprachlos ist, und mit einem Verband ums verwundete Herz aus dem Stück kommt. Tränengebadet.“ Wer das Video sieht, das dem Buch, in dem der Schriftsteller Hervé Guibert diese Zeilen geschrieben hat, beigelegt ist, kann diesen Satz voll und ganz nachvollziehen. „Café Müller“ legt mit ganz einfachen und leisen Tönen die Tragik der menschlichen Existenz dar - nicht weniger als das. Nach dem Tod von Pina Bausch, die in dem Stück immer wieder selbst getanzt hat (und nur in diesem Stück), gewinnt diese Choreografie eine zusätzliche Dimension, wenn sie sich einem Todesengel gleich von der Wand mit geschlossenen Augen in die Bühnenmitte vortastet. Die anderen „Rollen“ dieser Aufnahme werden von den langjährigen TänzerInnen des Tanztheater Wuppertal Malou Airaudo, Dominique Mercy, Jan Minarik, Nazareth Panadero und Jean-Laurent Sasportes interpretiert. Die  Regie führte Bausch selbst, die Kameraregie stammt von Peter Schäfer, der 1989 mit ihr den Film „Die Klage der Kaiserin“ drehte. Im Begleitbuch sind außer Guiberts Text Gedanken-„Notizen“ von dem 1980 verstorbenen Tänzer, Ausstatter und Lebensgefährten von Pina Bausch, Rolf Borzik zu finden, Beiträge der PublizistInnen und Bausch-ExpertInnen Norbert Servos und Leonetta Bentivoglio, ein sehr persönlicher Nachruf an Pina Bausch der Schriftstellerin Etel Adnan sowie die Texte der vier Purcell-Arien. Alle Texte sind auf Englisch, Deutsch und Französisch publiziert.
Das Buch zu „Kontakthof“ enthält darüber hinaus eine italienische Version der Stück-Texte sowie einen Einführungstext der Choreografin. Jo Ann Andicott beschreibt ihre Erfahrungen als Probenleiterin mit den SeniorInnen, und Karlheinz Buchwald seine als spätberufener Tänzer. Wie überzeugend die Damen und Herren über „65“ diese humorvolle, revue-artige Choreografie tanzten und spielten ist auf der DVD bestens nachzuvollziehen. Bei der gefilmten Bühnenaufführung feuert das Publikum die DarstellerInnen an, lacht, weint, freut sich und leidet mit ihnen.
Erstaunlich, dass diese beiden so unterschiedlichen Stücke im selben Jahr 1978 entstanden sind. Sie gelten als die Eckpfeiler in Bausch’s choreografischem Schaffen und wurden immer wieder neu ins Repertoire des Wuppertaler Ensembles (auch in der aktuellen Saison) aufgenommen. Die Veröffentlichungen durch L’Arche Editeur ging Wim Wenders Film „Pina“ voraus, in denen auch Aufnahmen aus den DVDs integriert sind. Alle drei bilden eine bedeutsame Trias für die Bewahrung von Pina Bausch’s Kunst, von der niemand sagen kann, wie lange sie die Schöpferin überleben wird.

„Café Müller“. Ein Stück von Pina Bausch
Buch und DVD, L’Arche Editeur, Paris, 2007
ISBN 978-2-85181-727-3

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„Kontakthof mit Damen und Herren ab ‚65’“. Ein Stück von Pina Bausch
Buch und DVD, L’Arche Editeur, Paris, 2010
ISBN 978-2-85181-619-8

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