oton bausch iconSieben Jahre nach ihrem Tod wrid am 4. März die erste große Ausstellung über Pina Bausch in der Bundeskunsthalle Bonn eröffnet. Zeitgleich und begleitend erschien dazu die vorliegende Sammlung von Reden und Interviews der großen Choreografin. Anders als das Tanzen war ihr das öffentliche Reden nicht in die Wiege gelegt worden. Doch sie hat es gelernt und bis zur Verleihung des Kyoto-Preises 2007 hatte sie auch darin eine berührende Meisterschaft erlangt.

Bauhaus TitelDas Bauhaus, avantgardistische Werkstattschule der Zwischenkriegszeit (1919 bis 1933) ist in vielerlei Hinsicht für die Kunst- und Architekturentwicklung bis heute richtungsweisend. Wie zentral Bewegung und Tanz bei den Forschungen der Kunstrevolutionäre war, dokumentiert die vorliegende Publikation „Das Bauhaus tanzt“ von Torsten Blume. Auf einer eigenen Bauhaus-Bühne wurde die Interaktion von Raum, Skulptur und menschlicher Bewegung experimentell ausgelotet. Die damaligen Recherchen zum Verhältnis von Mensch und Technologie sind für die zeitgenössischen Tanz- und Performancekunst ebenfalls bis heute relevant.

Perrottet iconSuzanne Perrottet lebte für ihren Beruf. Als Lehrerin für „Rhythmische Gymnastik“, wie sie es nannte, war sie eine selbstbestimmte Frau, was zu ihrer Zeit eher selten und gar nicht selbstverständlich war. Intuitiv und gleichzeitig beharrlich entwickelte sie ihren Unterrichtstil, in dessen Mittelpunkt „der befreite Mensch“ stand. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche, die der Fotograf, Ausstellungsmacher und Herausgeber Giorgio Wolfensberger mit der Vorreiterin für die Tanzpädagogik und –therapie geführt und aufgezeichnet hat.

seaofbeing3Sie haben etwas Geheimnisvolles, diese Aufnahmen von Laurent Ziegler, in denen er in einer konspirativen Allianz mit der Tänzerin Mirjam Morad dem Wesen des Butoh auf der Spur ist. Das Ergebnis erscheint demnächst als Buch: "A Sea of Being". Die Abbildungen sind überaus poetische Momente, aufgenommen in Naturlandschaften oder verlassenen Gebäuden. Ziegler hat den Fokus auf die Schwarz-Weiß-Fotografie gelegt. Farben sind sparsam und mit dramatischen Effekten eingesetzt.

forti iconManchmal gibt es sie – diese Ausstellungskataloge, in denen man nicht nur durch die Seiten mit Abbildungen blättert, sondern in die man sich vertieft, liest und immer weiter liest. Die jüngst im Hirmer Verlag erschienene Publikation über das Werk der amerikanischen Künstlerin Simone Forti bietet eine solch intensive Lektürelust. Kenntnisreich und detailliert sind die Textbeiträge, großartig das Foto- und Abbildungsmaterial.

liskaRechtzeitig vor Ende seiner Amtszeit als Ballettdirektor des Bayerischen Staatsballetts 2016 ist die vorliegende Biografie von Dagmar Ellen Fischer erschienen. Der Hauptteil des Buches ist jedoch der Tänzerkarriere von Ivan Liska gewidmet, die er unter anderem 20 Jahre lang als Solist beim Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier realisiert hat. Ein Kapitel des 1950 in Prag Geborenen beschreibt auch die Flucht seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei.

swaine iconMit seiner Monografie „Alexander von Swaine. Tanzende Feuerseele“ holt Ralf Stabel den Ausnahmetänzer aus der Vergessenheit zurück. Obwohl der Autor ihn nie auf der Bühne erlebte, nie mit ihm gesprochen hat, ist ihm mit dem vorliegenden Buch eine spannende Aufzeichnung der Lebensgeschichte dieses „Jahrhundert-Tänzer“ gelungen. Für dieses Prädikat hat sich von Swaine nicht nur durch sein langes Leben (geboren 1905 in München, gestorben 1990 in Cuernavaca, Mexiko) sondern auch durch seine künstlerischen Erfolge qualifiziert.