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tewsley

Die Geschichte wird zum Großteil mit Originalzitaten auf deutsch und englisch erzählt, die prächtigen Bilder, die den Tänzer Robert Tewsley in seinen vielfältigen Rollen portraitieren sprechen für sich selbst. Mit „Robert Tewsley. Tanz über alle Grenzen“ legt Iris Julia Bühle ein einfühlsames Tänzerportrait vor.

„Ich habe den Ruhm gekostet – aber er hat mir nicht wirklich geschmeckt“, sagt Robert Tewsley, als er sein Leben Revue passieren lässt. Das Buch ist in die Stationen seiner Laufbahn gegliedert, von seiner Ausbildung an der Royal Ballet School in London, über die Engagements bei verschiedenen Compagnien bis hin zum Schritt in die Selbstständigkeit als freier Tänzer. Der Beginn seiner Tänzerkarriere startet Tewsley beim National Ballet of Canada, wo er nicht nur durch Ballettchef Reid Anderson, sondern auch durch die Begegnung mit dem Choreografen Glen Tetley nachhaltig geprägt wird. Dort trifft er  auch Monica Parker, die mit der Compagnie „Manon“ einstudierte und ihn einlud, mit ihr nach Wien zu kommen um die Premiere von MacMillans „Lied von der Erde“ (1996) zu tanzen. Seither war Tewsley immer wieder gerne gesehener Gast an der Wiener Staatoper. 2006 tanzte er hier auch die Premiere von „Mayerling“.

Reid Anderson nimmt seinen Ersten Solisten nach seiner Ernennung zum Stuttgarter Ballettchef mit nach Deutschland. Hier festigt Tewsley in den dramatischen Balletten von John Cranko und Kenneth MacMillan seinen Ruf als Interpret von Handlungsballetten.

Interessanterweise hat der als typisch „englischer Tänzer“ bezeichnete Robert Tewsley vergleichsweise wenig in England getanzt. Nach nur wenigen Monaten beim Royal Ballet folgt er einer Einladung von Peter Martin an das New York City Ballet. An Balanchines Balletten reizt den dramatischen Darsteller par excellence besonders die Musikalität und er lernt in New York „dass Balanchine genauso weit vom klassischen Ballett entfernt sein kann wie Forsythe, McGregor oder Kylián“.

Nach New York wagt Robert Tewsley den Schritt in die Selbstständigkeit und wird zu einem wahren Welttänzer mit Gastauftritten in den Opernhäusern in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien.

„Robert Tewsley ist kein Mensch, den man beim ersten, zweiten oder auch zehnten Gespräch kennenlernt: Man muss erst eine geballte Portion britischer Reserviertheit überwinden, um zu ahnen, was diesen Tänzer antreibt“, schreibt die Autorin in ihrem Vorwort. Das mag erklären, dass sich das Buch ausschließlich auf die berufliche Ebene konzentriert und die Privatperson Robert Tewsley ausklammert – sieht man von ein paar Kindheitsfotos ab. Als Tänzerportrait ist Iris Julia Bühle dieses Buch aber dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) sehr gut gelungen, und die zahlreichen wunderbaren Fotografien in diesem Buch belegen die Vielseitigkeit des Tänzers ebenso wie seine dramatische Intensität.


Iris Julia Bührle: „Robert Tewsley. Dancing Beyond Borders. Tanz über alle Grenzen“, Königshausen & Neumann, Würzburg 2011

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