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VondraPaul Vondrak, ehemaliger Erster Solotänzer des Wiener Staatsopernballetts, ist am 28. Jänner 2017 im 78. Lebensjahr in Wien gestorben. Am 28. April 1939 in Wien geboren, studierte Paul Vondrak an der Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie bei seinem Vater Ewald Vondrak und bei Willy Fränzl. Seit 1953 Mitglied des Ensembles, avancierte er 1958 zum Solotänzer und war von 1965 bis 1982 Erster Solotänzer.

Zu seinen wichtigsten Partien in abendfüllenden Balletten zählten Prinz Désiré und Blauer Vogel in Wazlaw Orlikowskys „Dornröschen“, Franz in Aurel von Milloss’ „Coppélia“, die Titelrolle in Orlikowskys „Der Pagodenprinz“, Mercutio in Dimitrije Parlićs und Tybalt in John Crankos "Romeo und Julia", Hofnarr in Orlikowskys „Aschenbrödel“ und Bauern-Pas-de-deux in Gordon Hamiltons „Giselle“. Zu Rollen wie Leutnant Sandor in Erika Hankas „Hotel Sacher“ und Tancred in Parlićs „Le Combat“ kamen Partien in Werken von Milloss wie Apollo in „Marsyas“, Geschöpf in „Die Geschöpfe des Prometheus“ und Er in „Wiener Idylle“ sowie Bryaxis in Orlikowskys „Daphnis und Chloë“, Mohr in Michail Fokins „Petruschka“, Roter Ritter in Ninette de Valois’ „Schachmatt“, Junger Mann von Gegenüber in Antony Tudors „Pillar of Fire“ und Offizier in Léonide Massines „Gaîté Parisienne“. In Balletten von George Balanchine wurde er mit Hauptpartien in „Die vier Temperamente“, „Serenade“ und „Symphonie in C“ betraut. Allein die Aufzählung dieser Rollen gibt Zeugnis von der Vielseitigkeit Paul Vondraks. Sein Repertoire umspannte alle Fächer vom Danseur noble über den Demi-caractère-Tänzer bis zum Charakterdarsteller.

Neben zahlreichen Gastspielen mit dem Wiener Staatsopernballett, wozu auch Auftritte bei den Bregenzer Festspielen zählten, gastierte er mehrmals beim Ballett der Belgrader Nationaloper und unternahm ausgedehnte Tourneen mit diesem Ensemble.

Paul Vondrak war mit Gisela Cech, ehemalige Erste Solotänzerin des Wiener Staatsopernballetts, verheiratet.