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brigitte_furleMit Brigitte Fürle erhält das Festspielhaus St. Pölten ab der Saison 2013714 eine neue künstlerische Leitung. Die Österreicherin, Jahrgang 1960, ist in der internationalen Kulturszene keine Unbekannte. Zuletzt war die promovierte Theaterwissenschaftlerin künstlerische Leiterin von „spielzeit’europa“, der Tanz- nd Theatersaison der Berliner Festspiele.

Mit einem einstimmigen Votum der Jury wurde Brigitte Fürle nach St. Pölten geholt, nachdem intendant Joachim Schloemer, seinen Vertrag gekündigt hat, um sich mehr seinen eigenen Plänen zu widmen. Was die frisch gekürte Intendantin besonders freut, ist die Möglichkeit, nach 15 Jahren fern von der Heimat, ein großes Haus kontinuierlich zu bespielen. In ihrer letzten Position, die sie von 2006 bis 2012 inne hatte, war Saisonarbeit angesagt. „spielzeit’europa“ ist die Theater- und Tanzsaison (November bis Jänner) der Berliner Festspiele, die unter Intendant Joachim Sartorius in der ehemaligen Freien Volksbühne ein Heim gefunden haben. Das von Fürle kuratierte Programm war überaus erfolgreich und erhielt auch international große Aufmerksamkeit. „Doch die Arbeit an einem festen Haus mit einer großen Bühne und guten Probenbedingungen ist etwas anderes“, sagt Fürle und denkt dabei vor allem an die KünstlerInnen, die in einem durchgehend geöffneten Haus intensiver und zielführender arbeiten können. Aus diesem Grund plädiert Fürle auch „für weniger Festival und mehr feste Häuser“.

Fürle, die nach dem Studium als Dramaturgin bei den Wiener Festwochen begonnen hat, später bei den Salzburger Festspielen, am Schauspielhaus Frankfurt und am Bayerischen Staatsschauspiel in München tätig war, hat beste internationale Kontakte, sodass auch an der vom scheidenden Intendanten Joachim Schloemer aufgebauten Tanzschiene und der Zusammenarbeit mit Sadler’s Wells weiter gearbeitet werden kann. Fürle steht für ein hochwertiges zugleich publikumsfreundliches Programm. Im Tanzbereich hat das in Berlin mit Gästen wie Hofesh Shechter, Sidi Larbi Cherkaoui oder Angel Preljocaj bestens funktioniert. Das Haus der ehemaligen „Freien Volksbühne“ ist mit 1000 Plätzen übrigens ähnlich dimensioniert wie das Festspielhaus St. Pölten.

Noch hat Brgitte Fürle mehr als ein Jahr Zeit, ein konkretes Programm zu entwerfen, weiß aber schon jetzt, dass sie das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester deutlicher als Hausorchester einsetzen will. So sollen auch Tanzvorstellungen von Gastcompagnien mit Livemusik möglich sein. Darüber hinaus muss sie es bei Grundsatzerklärungen belassen: „Ich will die Leue bewegen und berühren.“ Auch sie selbst, so sagt sie, habe einen emotionalen Zugang zu Tanz und Theater und so will sie auch ihre Freude über die „Heimkehr“ nach 15 Jahren Auslandsdienst nicht verbergen. 15 Kerzen dürfen auch im Festspielhaus St. Pölten angezündet werden: Am 1. März 1997 wurde das vom österreichischen Architekten Klaus Kada konzipierte Haus unter Dieter Rexroth eröffnet. Der 15. Geburtstag steht bevor. Brigitte Fürle wird jedoch keineswegs die erste künstlerische Leiterin des Festspielhauses sein. Schon mit Mimi Wunderer, die das Haus von 1997 bis 2002 unter ihrer künstlerischen Schirmherrschaft hatte, war in St. Pölten Frauenpower erfolgreich.

www.festspielhaus.at

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