tanzplattformDie „Tanzplattform Deutschland“ zählt zu den zentralen Treffpunkten der hiesigen Tanzszene. Gastgeber und Spielort des als Biennale organisierten Festivals, das schon in zahlreichen bundesdeutschen Städten und Regionen stattfand, ist in diesem Jahr die Hamburger Kampnagelfabrik. Vom 27.2.-2.3.2014 werden dort zwölf Stücke zeitgenössischer Tanzkunst gezeigt, alle in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland produziert.

Bislang galt die „Tanzplattform“ vor allem als wichtige Messe für internationale Veranstalter und Kuratoren. Doch dieses Mal soll sie mehr sein als ein Insidertreffen. Wie bei einer Pressekonferenz, zu der die Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler und Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard eingeladen hatten, deutlich wurde, will die „Tanzplattform“ in diesem Jahr nicht nur Fachbesucher begeistern, sondern auch als großes Publikumsfestival mit zahlreichen international besetzten Compagnien glänzen. Präsentiert werden Arbeiten von Meg Stuart, William Forsythe, V.A. Wölfl, dem Kollektiv Swoosh Lieu, Raimund Hoghe, Richard Siegal, Isabelle Schad/Laurent Goldring, Antonia Baehr sowie Zufit Simon. Auch Choreographen, die regelmäßig auf Kampnagel gezeigt werden und dort produzieren, wurden eingeladen, so Laurent Chétouane und Sebastian Matthias. Einer der Höhepunkte des Festivals, auch wenn man vorab ja ungern etwas aus dem Programm hervorhebt, wird sicher eine Produktion Tino Sehgals. Von dem deutsch-britischen Künstler, dessen Arbeiten zuletzt primär im Kontext bildender Kunst zu erleben waren, wird in Hamburg ein Solo aus dem Jahr 2000 zu sehen sein. Damals von Sehgal selbst getanzt, wird diese Arbeit nun nacheinander von drei Tänzern gezeigt. Es wird sicherlich interessant werden, wenn Andrew Hardwidge, Frank Willens und Boris Charmatz die Choreographie direkt hintereinander interpretieren und in ihrer jeweiligen Körpersprache vorstellen.

Neben all diesen Aufführungen bietet die „Tanzplattform“ ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionen, die sich mit der Zukunft des Tanzes beziehungsweise mit dem Tanz der Zukunft beschäftigen wollen. Ferner erhalten zehn junge Choreographen die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit im kurzen Pitching-Format zu präsentieren. Die Hamburger Choreographin Antje Pfundtner plant, zusammen mit Gästen der „Tanzplattform“ ein „Archiv der Aufführungen“ zu erstellen. In diesem Archiv sollen individuelle Seh-Erlebnisse gesammelt werden.

Und um die Aufmerksamkeit auf den Tanz dann auch gleich richtig zu nutzen, erklärt Kampnagel die Hansestadt auch vor und nach dem Festival zur „Tanzstadt Hamburg“. Zahlreiche Veranstaltungen, Premieren und Uraufführungen sind geplant, darunter die erste Zusammenarbeit des Hamburger Choreographen Sebastian Matthias mit dem Bundesjugendballett. „Stattarabesken“ heißt das Projekt, bei dem der Tanz auf die Straßen Hamburgs gebracht werden soll. Passanten werden das Publikum für tänzerische Ornamente sein, als Bühne fungiert die Architektur der Neustadt. Wer sich einen Einblick in diese Arbeit verschaffen möchte, obwohl er gerade nicht in Hamburg weilt, kann dies ab 21. Februar auf der Kampnagel Webseite tun. Dort wird die Aktion dokumentiert.

Auch alle weiteren Veranstaltungen und Termine der „Tanzplattform Deutschland“ und der „Tanzstadt Hamburg“ findet man auf www.kampnagel.de.