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Szene Bunte Wähne wird auch heuer seinem guten Ruf gerecht

Ein dicht gedrängtes Programm bringt das 13. Szene bunte Wähne Tanzfestival für junges Publikum zwischen 26. Februar und 7. März. 14 Stücke von Ensembles aus Österreich, Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden werden im Dschungel, im brut im Künstlerhaus, im WUK und im Tanzquartier Publikum jeglichen Alters zum Lachen, Seufzen und mitunter auch zum Gruseln bringen.

Besonders stolz sind die Veranstalter und Kooperationspartner, dass es gelungen ist, die Produktion „Kontakthof“ (mit Teenagern ab 14) des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch nach Wien zu holen. Neben der in der Kopergietery entstandenen Produktion von Eva Bal und Ives Thuwis „Als der Tag verschwunden war“, ist „Kontakthof“ im Tanzquartier das Glanzstück der Eröffnung des Festivals am 26. Februar. Die anschließende Party findet wie das poetische Tanzstück aus Belgien im brut im Künstlerhaus statt..
Aus der Kopergietery in Gent kommt auch „Unfold/entfalten“ von Joke Laureyns und Kwint Manshoven, die wie Thuwis und Bal dem Szene bunte Wähne Festival seit Jahren verbunden sind. Ihre Stücke sind atmosphärisch dichte, warmherzige Vorstellungen, die oft, wie auch diesmal, vom Wachsen und Geborgensein und vom Zusammenleben der Kleinen mit den Großen erzählen. Parallel zu den Beziehungen der Tanzenden (drei Kinder, zwei Erwachsene) zueinander und zu den Dingen auf der Bühne entwickelt sich die Musik von Niko Hafkenscheid vom einfachen Gitarrenriff zur reichhaltigen Kompositionen.
Ebenfalls aus Belgien kommen Laika, Inti & Cultuurcentrum Hasselt mit „Nu / Jetzt“ und erzählen von Eltern und ihren Kindern und der unterschiedlichen Art das Leben zu sehen. „Sophie“ ist aus Rotterdam und von Plan-D / Andreas Denk erdacht. Wie die beiden letztgenannten Produktionen wendet sich auch „Sophie“ an Neun- bis Zehnjährige. Mit 35 Minuten akrobatischem Tanz zeigt Denk einen Mann, der vor lauter Trauer über Verlorenes den Halt verliert, bis seine gesamte Welt ins Wanken gerät. Der anschließende Workshop gibt Gelegenheit den Umgang mit den Requisiten zu üben oder sich einfach ein wenig auszutoben. Ebenfalls für Größere ist die Produktion „Girls! Girls! Girls!“ von Ives Thuwis. Der Titel seiner Choreografie, die mit neun jungen Frauen des „Jungen Schauspiels“ Hannover erarbeitet worden ist, bedarf keiner Erklärung. Empfohlen sind diese getanzten Gedanken über das Phänomen Weiblichkeit für junges Publikum ab 13.
Ebenfalls für die Größeren ist „Pitsers / Zwicker“ gedacht, eine Performance, in der über extreme Gewalt und bösartige Sticheleien nachgedacht wird. Regie und Choreografie für das Ensemble Fabuleus aus Leuven haben die jungen Theatermacher Jef Van gestel und Karolien Verlinden übernommen. Van gestel hat überdies mit der Theatergroupmax aus Delft das Märchen „Belle“ für Fünfjährige erarbeitet.
Für Vorschulkinder tanzt auch die Gruppe konnex“ aus Wien (Moravia Naranjo und Alessandra Tirendi, Regie: Giordana Pascucci) ihre Ideen und Erinnerungen vor dem Schlafengehen. Die Stunde vor dem Einschlafen, wenn man „noch nicht …“ ins Bett möchte, weil die Welt doch so aufregend ist. Am Ende aber kommt Sandmann doch.
Schon Dreijährige solle sich bei „Schwapp“ unterhalten, einem ziemlich nassen Spektakel in einer wunderbaren Badewanne. Eine Idee von Mezzanin Theater aus Graz (Konzept und Regie Hanni Westphal, Tanz: Christine Scherzer und Elisabeth Cartellieri), das zum ersten Mal im Dschungel zu Gast ist. Auch „Halbe Halbe“ der französischen Association Skappa aus Marseille ist für Dreijährige erdacht. Paolo Cardona spielt mit Licht und Farben und erzählt vom scheinbar Gleichen und Ungleichen.
Noch jünger dürfen die Besucherinnen der heimischen Produktion „Überraschung“ sein. Der Titel hat's in sich: Entwickelte sich doch die von Stephan Rabl (künstlerische Leiter des Dschungel) erdachte Show (Choreografie und Tanz: Adriana Cubides und Raul Maia; Musik und Spiel: Matthias Jakisic) zu einem Weltschlager. Vielleicht doch keine Überraschung! Drei Jahre lang ließen sich Kleinkinder in aller Welt (von Kolumbien bis Polen, von Taiwan und Japan bis Finnland und Schottland) von den Überraschungen verblüffen und zum Lachen bringen. Am letzten Tag des Festivals feiert das Team dort, wo die Überraschung begonnen hat, im Dschungel, auch seine letzte Vorstellung.
Treffpunkt und Plattform für junge ChoreografInnen und TänzerInnen bietet das Offspring-Segment (früher Aut.Dance) mit einem offenen Symposium, einer Workshopreihe von Profis für Profis und StudentInnen, dem Offspring.contest und den daraus entwickelten Offspring.productions. Die Gewinner des Vorjahres, Thomas Draeger & Karla Zimmermann so wie Co.Inc.Idance (Waltraud Brauner, Christina Huber, Eva Kreuzer, Stefanie Sternig, Ning Teng) werden ihre weiter entwickelten Stücke im Abendprogramm zeigen. Draeger und Zimmermann wurden von Joke Laureyns und Kwint Manshoven von Kabinet k. in Belgien betreut; die jungen Damen von Co.Inc.Idance haben sich Milli Bitterli ausgesucht. Alle jungen KünstlerInnen waren mit ihrer Wahl hoch zufrieden und fühlen sich geführt, aber nicht gedrängt. „Eine Jacke ist eine Jacke ist eine Jacke“(Co.Inc.Idance, 3.3., 19.30 Uhr Dschungel) geht es um Mode und Modewahn; „Raumfrei“ (Draeger & Zimmermann, 4.3., 19.30 Dschungel) befasst sich mit heutigen Kommunikationsformen und der virtuellen Welt, in der sich immer mehr verirren.
Damit sich niemand in dem reichhaltigen Programmangebot verirrt, sei das Studium der Festival-Website empfohlen.