oconnorWährend ein erbitterter Schau-Kampf mit dem neuen Feminismus von Dolce After Ghana ausgefochten wird, widmet sich Michael O’Connor im WUK einer Theorie der Liebe. Und Doris Stelzer muss, bei ihrer Beschäftigung mit Hansi Hinterseer, ihre eigene künstlerische Position in Frage stellen.

Mit Theorie und Wrestling wird von Dolce After Ghana am 21. April ein Schaukampf mit dem neuen Feminismus gekämpft. Dieser hat nach Interpretation der PerformerInnen seine dritte Welle erreicht: den Tittentsunami. Dolce After Ghana springen auf diese Welle auf: “It`s The End Of Feminism (as we knew it)”. Unter Ausbeutung des gesamten weiblichen Waffenarsenals wird der Ring eröffnet: Zeitgenössische Kunstproduktion von Performance-Art über Wrestling, Musik und Theorie und Videokunst werden geboten. Der Abend im WUK ist der finale Trainingsevent vor dem Kampf am 5. Mai 2012 beim Donaufestival Krems.

Mit dem Tänzer Brandon Gonzalez erforscht Choreograf Michael O´Connor Ende April (26.-28. April 2012) in „A General Theory of Love“ die Bedingungen, unter denen Liebe gedeihen kann. Er beruft sich dabei auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse. Synchronisation zweier Körper und Berührung sind Ingredienzien eines Konzepts der Liebe. Heterosexuelle Normen werden dabei durch die zwei männlichen Performer unterwandert. Beim Impulstanz Festival 2011 beschäftigte sich Michael O´Connor in seiner Solo-Performance „News“ mit Geschlechter- und Identitätskonstrukten anhand der - auch nicht mit gängigen Geschlechter-Normen konform gehenden - Figur der Drag-Queen Jai Jai Sincere.

Auch Doris Stelzer beschäftigte sich in früheren Choreografien mit Geschlechterkonstrukten: In „gender jungle – wo/man“ dekonstruierte sie die Stilisierung von „männlichen“ oder „weiblichen“ Körpern. Die Beschäftigung führte sie weiter zu Massenphänomenen, die medial Geschlechterkonstruktionen produzieren – wie dem Schlager und volkstümlicher Musik. Dieser Weg einer kompromisslosen Forschung kann laut Stelzer auch nahe an die Verzweiflung und – zu Hansi Hinterseer führen, ein im Rahmen zeitgenössischen Tanzes bisher noch spärlich erforschtes Gebiet. Mit ihrer Lecture Performance „Hansi and me“ ist Doris Stelzer am 10. und 13. Mai im WUK zu erleben.  

Der Mai bringt auch noch das HipHop Connection Festival im WUK: die Vorausscheidung zur Breakdance-Weltmeisterschaft, bei der zehn Crews aus acht Ländern um ein Ticket zur internationalen „Battle Of The Year“ in Montpellier tanzen. Es finden Show-Acts und Interpretationen von Songs verschiedenster Musikrichtungen statt, mit denen der Gewinner sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Danach folgen Live-Acts der deutschen HipHop Urgesteine Spax & Mirko Machine (Die Profis), der Aphroe (Ruhrpott AG), deren Frontmen seine aktuelle Solo-EP erstmals live in Wien präsentiert und von Sean P der US-Rap-Gruppe „Heltah Skeltah“.  Das alles am 12. Mai ab 16 Uhr

Hörgenuss und konzertanten Augenschmaus für „Freunde der Blasmusik“ bietet am 14. Mai schließlich Shantel & Bucovina Club Orkestar. Wenn die Disko-Partizani-Band aufspielt, ergeben sich die Körper ganz alleine dem Rhythmus.

www.wuk.at