flying_bachWenn das Heilige auf das Profane trifft, Urban Art sich mit Hochkultur anlegt, U sich frech mit E vermischt, dann mögen Puristen die Stirn runzeln. Diejenigen aber, die ihre wohlgeordneten Schachteln im Kopf öffnen können und das Genredenken vergessen, werden ihre Freude an den Flying Steps haben. Diese nämlich, vierfache Breakdance Weltmeister, gestalten ihre Powermoves, Headspins und Freezes zur Musik des altehrwürdigen Johann Sebastian Bach.

Für ihre Welttournee haben sich die tanzenden AkrobatInnen und Gewinner des ECHO Klassik Sonderpreises das „Wohltemperierte Klavier“ zur Brust genommen, der Musik für Cembalo oder Klavier elektronisch verfremdete Beats hinzugefügt und sich dem Stab des Dirigenten und Opernregisseurs Christoph Hagel unterstellt. Da kann sogar Wiens  langjähriger Opernchef Ian Holender nichts auszusetzen haben und zeigt sich „sehr beeindruckt“.

Als Stationen auf der Tournee von „Red Bull Flying Bach“ haben sich die Flying Steps die nobelsten Orte ausgesucht. Die Europapremiere fand im Plenarsaal des ehemaligen Bundestags in Bonn statt, nach Aufenthalten in Dänemark, der Schweiz und der Türkei landen die Tänzer schließlich im Wiener Musentempel schlechthin, auf der Bühne des Burgtheaters. Warum dort die Sitze krachen und die Wände zittern werden, erklärt der preisgekrönte Choreograph und Gründer der Flying Steps, Vartan Bassil: „Bei früheren Versuchen, klassische Musik und Breakdance zu vereinen, untermalten die B-Boys die Musik lediglich mit ihren Moves. Bei Red Bull Flying Bach tanzen wir dagegen nicht nur, sondern visualisieren die einzelnen Noten von Bachs Wohltemperiertem Klavier. So erwecken wir sie zu neuem Leben.“

Red Bull Flying Bach, Premiere 5. November, 20 Uhr.  Fünf weitere Vorstellungen am 6., 12., 13. November 2011.