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tamed technikMit 170 TeilnehmerInnen und einem interdisziplinär durchmischten Publikum aus TänzerInnen, TanzpädagogInnen und TrainerInnen, PhysiotherapeutInnen, ÄrztInnen und anderen Berufsgruppen war der Tanzsportklub Juventus Wien am Wochenende zum Valentinstag gut besucht. Mit dem zweitägigen Symposium der Tanzmedizin 2015 lud tamed zu Vernetzung und Fortbildung im Bereich der Tanzmedizin ein.

Tanzmedizinische Tipps mit hohem Nutzen für die Praxis. tamed e. V., die Organisation für Tanzmedizin, hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheit und Lebensqualität von Tanzenden zu fördern. Jung und dynamisch, praktisch und informativ – so lässt sich das Angebot seines Symposiums zusammenfassen. In der Podiumsdiskussion zum Thema „Dialog Medizin und Tanz“ erläuterten Saskia Tindle und Nikolaus Selimov aus Sicht der Tanzpädagogik, wie wichtig die Kenntnis von Anatomie und Physiologie für TänzerIn und TrainerIn ist, um körperliche Grenzen erkennen und Beschwerden vorbeugen zu können. Aus medizinischer Sicht stellten Boni Rietveld und Anita Kiselka die Bedeutung des präventiven Screenings als wichtigen Teil der jährlichen Überprüfung tänzerischer Entwicklung dar.

Peter Lewton-Brain, aus Monte Carlo angereist, verdeutlichte in seinem Vortrag, dass der Fuß sowohl ein künstlerisches Instrument als auch ein wichtiges Element für das Selbstbild von TänzerInnen ist. Der Fuß ist häufig Ursache für viele Folgeschäden, weshalb Kenntnis und Berücksichtigung seiner Anatomie den Arbeitsplatz sichern. Trotz anatomischer Limitationen entscheidet auch die muskuläre Nutzung durch gezielte Tanztechnik über die körperliche Entwicklung. Die beiden Referenten Eric Franklin aus Wetzikon in der Schweiz und Boni Rietveld aus Den Haag in den Niederlanden ergänzten das Thema Fuß um weitere wichtige und praktische Tipps. Unter anderem hoben sie die Bedeutung der Stoßdämpfung durch Technik, Schuhwerk und Tanzboden hervor, um Stressfrakturen vorzubeugen, und äußerten sich zur praktischen Anwendung von Imagination im Tanz.

Christian Gäbler und Patrizia Melchert betonten in ihrem Vortrag über das Kniegelenk die Bedeutung der Physiotherapie und den Einfluss der Tanztechnik als wichtige Faktoren in der Prävention und Rehabilitation von Tanzverletzungen, was sie von TänzerInnen aus Bühnentanz und Tanzsport auch praktisch demonstrieren ließen.

Die Leitung tamed Österreichs, Judith-Elisa Kaufmann, präsentierte in einem Doppelworkshop einen Einblick in ihr weltweit gelehrtes Trainingsprogramm für Tänzer aller Tanzsparten, das zeigt, wie die wichtigsten Bereiche der präventiven Tanzmedizin aktiv in das tägliche Training eingearbeitet werden können: Ein Übungskonzept zu u.a. Warm up, Cool down, Spiraldynamik und Alignment für Beinachsen, En Dehors, Wirbelsäule, Schultern und Fuß, Core Stability, aerober Ausdauer und dem Ausgleich konditioneller Defizite, Atmung und der Wichtigkeit eines funktionellen Beckenbodens begeisterten die Teilnehmer und Zuschauer. In ihrem Vortrag zur Pathophysiologie der Atmung erläuterte sie deren Bedeutung in der Leistungssteigerung, im Stressmanagement, der Ökologie der Energieversorgung und als Maßnahme gegen Lampenfieber.

Zwei weitere Themenblöcken informierten über die Wirbelsäule und die Bedeutung von Flow, Perfektionismus und Selbstwert im Tanz. Den Vorträgen folgten jeweils praktische Workshops, in denen die TeilnehmerInnen neue Erkenntnisse vertiefen und praktisch erproben konnten. Die Live-Tanzshows der Summary-Dancers, der Tanzschule Heidenreich und des Tansportklubs Schwarz-Gold  und die stimmungsvolle Symposiumsfeier rundeten die Veranstaltung ab.

tamed, Symposium Tanzmedizinsche Tage in Wien am 14. und 15. Februar 2015 im TSK Juventus