saisongrazAls die Intendantin des Grazer Opernhauses, Elisabeth Sobotka, bei der Pressekonferenz am 23. April die kommende Saison und damit ihre letzte an diesem Haus vorstellte, war dies nicht weniger als eine Variation eines gleichen Themas: Hatte doch der Balletdirektor des Hauses, Darrel Toulon, ebenfalls die Aufgabe, seinen letzten Jahres-Programmreigen zu präsentieren.

Und dass so ein Reigen eine runde Sache ist, das konnte er nicht nur für die kommende Saison vermitteln, sondern auch auf einer übergeordneten Ebene verstärken: Eröffnete er seine fast 15-jährige Tätigkeit in Graz mit dem Rock-Dance-Theatre „1999 sweat box“ mit live prince songs, so wird er sie mit seinem Tanzstück „Blame it on the Moondog“ zu live Musik der Grazer Band „The Base“, also mit avanciertem Rock beenden; mit etwas, das unter die Haut geht und in die Beine, mit schwermütigen Geschichten am Rande der Nacht in nächtlichen Gassen, zum Beispiel von Graz (Uraufführung am 12. Juni 2015).

Dazwischen lagen große europäische Orchesterwerk von Frühbarock bis zu zeitgenössischen Auftragswerken. Dieser Kreis schließt sich in der kommenden Saison geographisch anhand eines dreiteiligen globalen Abends mit drei Tanz- und Musikstilen, d.h. mit Klängen des Tango, Fado und dem titelgebenden „Malambo“ (Uraufführung am 14. März 2015). Der Portugiese Vasco Wellenkamp wird in diesem Rahmen sein international gefeiertes Tanzstück „Fado“ mit der Grazer Cie neu einstudieren; der Brasilianer Ricardo Fernando wird den argentinischen „Tango“ inszenieren und Toulon wird im südamerikanischen „Malambo“ versuchen, „archaisch-elementare Gefühlswelten“ erlebbar zu machen. In einer weiteren, in der 6.Internationalen Tanzgala, werden wiederum Solisten international gefeierter Compagnien neben bei Wettbewerben ausgezeichneten Newcomern Ausgewähltes aus dem Besten des derzeitigen Tanzgeschehens für einen Abend in Graz zeigen (9. Mai 2015). Und last but not least wird Toulon zum ebenfalls sechsten Mal den Abstand zwischen Bühne und Publikum verkleinern, heutigen Tanz noch verständlicher, noch greifbarer machen, als ihm das in diesem von ihm initiierten Format ohnehin schon gelungen ist: in der Reihe für zeitgenössische Tanzpositionen, in den Tanz Nites. Nur naheliegend, dass es auch hier ein besonderes, ein abrundendes Cross-Over gibt: eine „Nutcracker Nite“, also einen ganz anderen „Nussknacker“, einen für Erwachsene. „Verspielt, verführend, verrückt“ würden hier Tschaikowski Evergreens auf Jazz, Swing, Rock’n Roll, Pop und Synthezisersound treffen und mit vertrauten Motiven und Rollen ins Heute tanzen, meint Toulon.

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