Lockdownsketches1Raffiniertes Doppelspiel. Es gibt wieder Perspektiven – auch in der freien Tanzszene. Seit dem 25. Juni steht die blaue Tür zu Anna Konjetzkys Studio „Playground“ auf dem Gelände des Kreativquartiers in der Dachauer Straße fürs Publikum offen. Sperrangelweit. So ist zugleich eine optimale Durchlüftung sichergestellt.

petit pas5Aller Frust, alle Lust – eingefroren in einem skurrilen Traum. Die Vorderbühne des Münchner Nationaltheaters mutiert zu einer geschrumpften Arena für tanzende Paare und Nichtpaare. Stille weicht Soundcollagen, und Musik von Tschaikowsky erklingt sogar live.

Musenkuss 30Ein „Musenkuss“ zauberte am 4. Juni, also nach knapp drei Monaten Bühnenleere im Grazer Opernhaus, wieder einige der Künstler und Künstlerinnen, denen diese Hommage gewidmet war, auf eben diese Bretter. Und wie sehr diese Bretter ihnen die Welt bedeuten, das war auch wenige Tage später den Tänzern und Tänzerinnen in der Ballett-Premiere „(Dis)Tanz“ nicht nur anzusehen, sondern auch nahezu greifbar im ausverkauften Haus; und atmosphärisch spürbar – selbst für die situationsbedingt nur 100 Zuseher, die für einen der vier Vorstellungsabende eine Karte ergatterten hatten.

PaulMuellerEndlich wieder! Das Letzte Erfreuliche Operntheater L.E.O., war eines der ersten Wiener Theater, das seine Pforten nach dem Corona-Shutdown wieder öffnete. Nun gab es mit „Decamerone – Solospargel“ sogar eine Premiere. Paul Müller setzt sich darin mit Boccaccios Meisterwerk auseinander und bettet weitere erotische Geschichten aus der Literatur und aus Zeiten von Corona anekdotisch und musikalisch ein.

Ostruschnjak1Solo für Abstand. Ein Tänzer – fast wieder zum Greifen nah und physisch mit dem Publikum am Aufführungsort zu einer Einheit auf Zeit verbunden. Genau das macht Theater als Erlebnis aus. Seit Monaten ist aber alles anders. Dennoch hat die künstlerische Aufarbeitung des Corona-Shutdowns bereits begonnen, wenn sich wenige mundschutzmaskiere Zuschauer als rezipierender Teil von Lockerungsformaten und Inszenierungen an sonst Gästen unzugänglichen Orten einfinden.