habitat pandemic2Es war zu erwarten, dass die Pandemie Doris Uhlichs Utopie vom kollektiven „Habitat“ unterlaufen würde. Vor einem Jahr hatten 120 AkteurInnen und das Publikum in der Halle E gemeinsam eine Art energetische, soziale Raumskulptur geschaffen, die einen nackt, die anderen bekleidet. Das unerwartete Erlebnis bestand darin, dass diese Differenz die Homogenität der gesamten Gruppe nicht beeinflusst hatte. In diesem gelungenen partizipativen Projekt war die Utopie für die Dauer der Aufführung in Realität überführt worden.

glowingZum fünften Mal ging in Klagenfurt das kleine, aber feine Tanzfestival „Pelzverkehr“  erfolgreich über mehrere Bühnen, hat es Intendantin Ingrid Türk-Chlapek doch geschafft, alle wichtigen Institutionen der Kärntner Landeshauptstadt einzubinden. Die Nervosität angesichts möglicher Corona-bedingten Überraschungen war ihr am Final-Wochenende anzusehen, doch zum Glück konnte fast alles wie geplant stattfinden.

Diamonds EnsembleAn der Wiener Staatsoper haben die scharfen Kanten der Balanchine-“Jewels“ einen Rundschliff bekommen und funkeln strahlender denn je. Ganz so, als hätten die TänzerInnen nach der langen Pause einen neuen Ansatz entdeckt. Oder auch, weil die Ballettleitung unter Martin Schläpfer einen anderen Wind verströmt. Im KMH hingegen hat Tino Sehgal sich an Beethoven versucht und ihn dem Dilettantismus preisgegegeben.

Jungelbook5Mit Robert Wilson ist es der künstlerischen Leiterin Brigitte Fürle wieder gelungen, einen der großen Namen der jüngsten Theatergeschichte ans Festspielhaus St. Pölten zu holen. Diesmal hat er Szenen aus Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ in einem intermedialen Musical als eine Art Comic-Strip der schönen Bilder inszeniert. Die Musik stammt von den Schwestern Sierra und Bianca Casady, aka CocoRosie.

tohuwabohuMit seinem Eröffnungsprogramm spielt sich der Dschungel Wien in die Herzen des Publikums – generationenübergreifen. Sei es in „Tohuwabohu“ von DasCollectif oder „The Returen of Ishtar“ mit den Lovefuckers, es sind die Darstellerinnen, die uns mitreißen, träumen lassen oder kämpferisch stimmen. Irina Pauls („Tohuwabohu“) und Corinne Eckenstein („The Returen of Ishtar“) haben dabei großartige Regiearbeit geleistet.