campo1Zwei riesige Handy-Displays und zwei stumme, ihre Smartphones bedienende PerformerInnen. Das Setup ist denkbar einfach, die Wirkung immens. Silke Huysmans und Hannes Dereere präsentierten im Tanzquartier Wien ihre dokumentarische Performance „Pleasant Island“ über die jüngere, sehr bewegte Geschichte des Inselstaates Nauru, der durch den Abbau großer Phosphat-Vorkommen zu Reichtum kam, und nach deren Erschöpfung völlig verarmte.

toxicdreams1Yosi Wanunu und sein glänzendes Ensemble toxic dreams haben sich einer Ikone der österreichischen Politik angenommen. Prompt hat ihnen die Serie „The Bruno Kreisky Lookalike“ einen „Nestroy“-Preis 2019 für die beste Off-Produktion eingebracht. Gratulation! Denn im Gegensatz zu einem bekannten Netflix-Produkt, dessen Schlussepisoden erst kürzlich völlig absoffen, verlieren bei Wananu auch die letzten Folgen der Sitcom (7 bis 10) nichts an Brisanz, Spannung und Witz.

Web Onegin iconVon Puschkin gedichtet, von Cranko nachgedichtet. Ballettdramatik in romantischer Manier auf zweierlei Art hat das Wiener Staatsballett in diesen Wochen aufbereitet. Nach der abenteuerlichen Palette von "Le Corsaire" in üppiger historischer Gewandung folgt nun John Crankos auf Sensibilität ausgerichtete Nacherzählung von Alexander Sergejewitsch Puschkins Versepos "Eugen Onegin" (1830).

Tambwe1Vieldeutige Bilder und dennoch klare Statements packt Elisabeth Bakambamba Tambwe in ihre im studio brut als österreichische Erstaufführung präsentierte, zwischen Performance, Installation und Ausstellung angesiedelte interaktive Arbeit „Carré Noir“. Von eben jenem „Schwarzen Quadrat“ von Kasimir Malewitsch inspiriert, konfrontiert sie spielerisch-subversiv Wahrnehmungen mit (verborgenen) Wirklichkeiten.

Baccala1Welch inhaltliche, formale und emotionale Vielfalt in dem, was sich Cirque nouveau nennt, steckt oder jedenfalls stecken kann, das war – nach dem Programm der grandiosen Eröffnungspremiere (wir berichteten) – auch in den beiden folgenden, wiederum gänzlich unterschiedlichen Produktionen für nahezu jedermann und jeglichen kunst-kulturellen Hintergrund zu sehen, zu erleben und zu genießen.