Siegal NewOcean2Richard Siegal ist so etwas wie der Shooting Star der deutschen Tanzszene. Sein Markenzeichen ist „Unitxt“, ein Stück, das zusammen mit Merce Cunninghams „Bidped“ auf dem Programm des Bayerischen Staatsballetts stand. (tanz.at berichtete vom Wiener Gastspiel.) Sein neue, abendfüllende Produktion war von „Ocean“ des Altmeisters inspiriert. Doch während Cunningham mit seinen Werken immer auch die Philosophie des Zeitgenössischen mittransportierte, bleibt bei Siegals „New Ocean“ nur mehr blasierte Ästhetik über.

gervasi4Aus der Ordnung ins Chaos. Sieben TänzerInnen, ein Maler und ein Opernsänger untersuchen in Elio Gervasis jüngster, im November beim „tanz ist Festival“ in Dornbirn uraufgeführten Choreografie „Incorpo-ratis“ die Auswirkungen der Umbrüche und Neuordnungen unserer Zeit. Und deren Potential. Diese disziplinär polyphon angelegte Arbeit ist ein ganzheitlicher Genuss.

GardensSpeak1Zehn Gräber, und jedes einzelne erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Die eines ganz gewöhnlichen Menschen, der, getötet vom Assad-Regime, begraben wurde im Garten seiner Angehörigen. Die syrische Künstlerin Tania El Khoury schuf mit ihrer Installation „Gardens Speak“, gezeigt in der brut-Location „Galerie Die Schöne“, ein Mahnmal von ungeheurer Wirkung.

Stuart1Über die posttraumatische Belastungsstörung einer Gesellschaft. Meg Stuart begibt sich in ihrer jüngsten Arbeit mit dem indonesischen Künstler Jompet Kuswidananto auf eine Forschungsreise in das Innere Post-Suharto-Indonesiens. Drei PerfomerInnen und zwei MusikerInnen bewegen sich durch unsichtbare seelische Ländereien, Hinterlassenschaften einer jahrzehntelangen Diktatur.

Unkraut1Sechs junge Frauen trainieren seit mehreren Jahren mit Doris Uhlich in der Tanzwerkstatt Wien. Im Juni dieses Jahres sind sie aus dem Studio geschlüpft und beim Schäxpir-Festival in Linz erstmals ins Rampenlicht getreten. In „Unkraut“ liefern sie eine sehr erwachsene Performance ab, die unterschiedliche Lesarten des Begriffs erlaubt.