ds19 tanz.at LANG 2

matsune1Ein Doppel-Abend mit zwei höchst unterschiedlichen Arbeiten: „The past is a foreign country – a landscape in 4 scenes“ von Michikazu Matsune und Jun Yang und „Yabba“ von Maria Jerez. Eine wortreiche, bebilderte Reise in die Geschichte und an unterschiedliche Orte dieser Welt und eine vieldeutige, menschenleere und letztlich gewaltige Installation, die doch eines gemeinsam hatten: eine tiefe poetische Dimension.

E3 Ichwill0Ein Hochzeitsgelage. Sekt fließt in Strömen, nicht nur in die Kehlen. Und Semmeln fliegen auch. „Ich will“ heißt die jüngste Kollektiv-Entwicklung des Wiener E3-Ensembles, die als Ko-Produktion mit dem Off-Theater Wien dort zu sehen ist. Die da wie schnulzenbeseelte Party-People daherkommen, offenbaren eine Menge an Tief- und Abgründigem.

Bakchen16Ein weißer Palast aus sich auftürmenden Kanten und Schrägen. Davor neigt sich ein Plateau der Rampe entgegen. In Wim Vandekeybus’ körperbrachialer und kolossal bildgewaltiger Adaption von Euripides antikem Versdrama „Die Bakchen – Lasst uns tanzen“ verläuft die Grenze des Königreichs Theben genau hier: zwischen abstrakter Bühne und rotgoldverziertem Zuschauerraum.

oilinity 1Ein Tanz um das schwarze Gold. Auf spartanisch ausgestatteter Bühne entwickelt Kat Válastur in ihrer bereits 2016 uraufgeführten Arbeit „OILinity“ eine Parabel auf die Macht des Erdöls, auf die Macht derer, die es besitzen und auf die Ohnmacht der vielen, die von ihm abhängig sind. Das Tanzquartier Wien zeigte an zwei Abenden diese vielschichtige, intensive Choreografie.

Onegin1„Onegin“ von John Cranko gehört zu den seltenen Abendfüllern auf der Tanzbühne, die sich in ihrer Wirkungskraft wohl niemals abnützen. Vielleicht hat Ballettchef Igor Zelensky gerade deshalb – exakt zu seiner Vertragshalbzeit – eine Wiederaufnahme angesetzt. Nach nur einem Jahr Pause, dafür mit intensiven Proben für gleich mehrere nachrückende Besetzungskandidaten.