Moewe11Das Hamburg Ballett gastierte mit „Die Möwe“, einem Ballett aus dem Jahr 2002, in Wien. Für seine Version des Dramas von Anton Tschechow wählte Choreograf John Neumeier hauptsächlich Musik von Dmitri Schostakowitsch, die vom Wiener KammerOrchester unter der Leitung von Markus Lehtinen interpretiert wurde. Dass auch Neumeier, der gerade seinen Vertrag bis zu seinem 50. Jubiläumsjahr 2023 als Hamburger Ballettchef verlängert hat, choreografisch irren kann, wurde an diesem Abend bald klar.

Marilyn1Aufstieg und Fall Marilyn Monroes auf der Bühne umzusetzen, verlangt allen Beteiligten einiges ab. Es bedeutet, in eine fremde Haut zu schlüpfen und sich emotional mit einer Filmikone zu identifizieren, die sich zielstrebig-geltungsbedürftig zur glamourös-verführerischen Kunstfigur stilisierte. Ummodelung des kompletten Ichs inklusive. In Monroes kurzem Leben verschwimmen Realität und Fiktion völlig. Geprägt war es von ihrer Suche nach Perfektion und dem Hunger auf Liebe, Erfolg und Anerkennung.

Theaterwild2Die Mitmach-Compagnien im Dschungel Wien zeigen seit 1. Mai, was sie in den letzten acht Monaten in Theater- und Tanzwerkstätten erarbeitet haben. Kinder, Jungendliche und junge Erwachsene sind dabei der Frage nachgegangen: „Wer rettet die Welt?“ Die Liebe vielleicht? Ein Cast aus sieben jungen Schauspielern hat sich mit dem Text „Die Liebe ist ein Heckenschütze“ der argentinischen Schriftstellerin Lola Arias beschäftigt. Unter der Regie von Caroline Welzl wurde daraus actionreiches Theater.

Sommernach1„Ein Tanzspiel“ nennt Jörg Weinöhl seine Choreographie frei nach Motiven von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Es ist ein ideen- wie assoziationseicher Bilder-Reigen seiner Gefühle und Gedanken um Ge-träumtes, nicht so sehr um Er-träumtes; ein ästhetisches Spiel um ins Irreale transformierte Realitäten – um denkbare, um befreiende, aber auch um bedrohliche Möglichkeiten. Es geht um die Suche von (Lebens-)Wegen, um individuelle, um solche zu zweit und in Gemeinschaft.

everyone1Rechtzeitig zum 1. Mai nahm Willi Dorner seine Outdoor-Choreografie „every-one“ in Wien wieder auf. Im Emil Fucik-Hof im Sonnwendviertel besetzte die achtköpfige Gruppe spezifische Plätze für kurze performative Aktionen und bewegte sich im militärischen Gleichschritt von einer Station zur nächsten. Nicht nur die extra angereisten Zuschauer, sondern auch die unterwegs eingesammelten Passanten, begaben sich mit den TänzerInnen auf einen Gute-Laune-Trip im Gemeindebau.