Nussknacker1Als Weihnachtsklassiker nicht totzukriegen. Das liegt bei Tschaikowskys „Nussknacker“ vor allem an der grandios-farbigen Partitur. Sie gleicht einer feinen, ausladenden Pralinenbox, angefüllt mit vollmundigen Noten. Lust zum Tanzen steckt hier in jedem Takt. Das muss auch John Neumeier gespürt haben.

martens1Mannigfaltige Drei-Einigkeiten. Bumm! Ein heftiger Trommel-Schlag in absoluter Finsternis eröffnet „Rule of Three“, eine ambivalente, weil zeitweise hoch-intensive, dann wieder herausfordernd stille Performance des flämischen Choreographen Jan Martens. Das Tanzquartier Wien zeigte in der Halle G die aus 22 Episoden komponierte Untersuchung der postmodernen Realität und deren Wirkung auf den Menschen.

 

gameGelassen-selbstbewusster Auftritt der fünf Spieler auf ihrer Bühne, auf dem Spielplatz: Mit huldvoller Geste begrüßen sie das Publikum, blicken gemächlich taxierend in die Runde. Ein starker, ein witzig überzeichneter Anfang und so warten die geschätzten Zuseher amüsiert-gespannt. Sie warten auf die neueste Performance von Tomas Danielis, auf die mit seiner 2017 gegründete Companie FEYNMen.

kreatur1Samurai und Wolken. Sasha Waltz, designierte Ko-Intendantin des Berliner Staatsballetts, hat nach zwölf Jahren wieder eine reine Tanzchoreographie für ihre Kompagnie gestaltet. 2017 wurde „Kreatur“ von Sasha Waltz & Guests im Berliner Radialsystem V uraufgeführt und war nun im Festspielhaus St. Pölten zu sehen.

requiemWenn Simon Mayer Brauchtümer performativ erkundet, dann geht es zur Sache. Auch sein „Requiem“ beginnt schonungslos. Im Foyer des Odeon wird der Körper von Matteo Haitzmann einbalsamiert, verkabelt und dann von vier Männern zu Grabe getragen. Das Publikum geleitet als Begräbnisschar den Leichnam ins Theater, wo er vor unseren Augen eingegraben wird - komplett.