Uhlich1Nach mehrmonatiger Umbaupause eröffnete die neue künstlerische Leiterin Bettina Kogler ihre erste Spielzeit im Tanzquartier Wien (TQW). Highlight des dreitägigen Eröffnungsfestes war zweifellos die Produktion „Every Body Electric“, eine Choreografie von Doris Uhlich mit TänzerInnen mit physischen Beeinträchtigungen. Damit gaben Kogler und ihre Programmdirektorin Christa Spatt ein engagiertes Statement für Inklusion und Offenheit ab, das hoffentlich auch in der künftigen Ausrichtung des Tanzquartiers gültig bleibt.

peergynt gruenefrauEs gibt nur wenige Choreografen, die heutzutage noch eine Geschichte erzählen können ohne sich in dekonstruierende Kommentare zu verlieren. Edward Clug, Ballettchef am Slowenischen Nationaltheaters in Maribor, ist sicher einer von ihnen. Sein „Peer Gynt“ überzeugt durch die visuelle und musikalische Inszenierung ebenos wie durch die großartige Darstellung des Wiener Staatsballetts mit Jakob Feyferlik in der Titelrolle.

DonQu1Er ist ein Virtuosenstück – der berühmte Grand Pas de deux von Kitri und Basilio am Ende des schmissig-heiteren Balletts „Don Quijote“. Mit List, unbändigem Charme und einem grotesken Täuschungsmanöver haben die Liebenden zuvor ihre Ruck-Zuck-Verehelichung wider den Willen des Brautvaters (herrlich tapsiger Dorfwirt: Norbert Graf) hinbekommen. Münchens Neuzugänge vom English National Ballet – Laurretta Summerscales und Yonah Acosta – machten daraus eine überwältigende Schau.

SkyMudNach fulminantem Start in Salzburg kam nun das von Valentin Alfery, dem Chef der Haie, choreografierte Solo für Hungry Sharks-Sharks-Tänzerin Farah Deen „the Sky above, the Mud below“ im Klagenfurter Theater Halle 11 auf die Bühne – und wurde von Neuem laut bejubelt. Dabei ist das Stück so ganz anders als das bisher von der Crew Gezeigte, etwa „#fomo“ oder „Hidden in Plain Sight“.

EMPATHY1 iconKlangimpulsgesteuerte Freestyle-Happenings. Jasmine Ellis ist faszinierend. In ihrer neuen Choreografie, die am 11. Jänner im Schwere Reiter zur Uraufführung kam ist besonders das Zusammenspiel von Tänzern und Musikern sehenswert. Ellis’ zierliche Erscheinung strahlt Energie aus – selbst wenn man über banale Requisiten wie die weiße geknautschte, mauerhoch von der Eingangstür rund um die Gesamtfläche gespannte Gewächshausplane oder Seile spricht.