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monster1In Barcelona, bei der „Compagnia Zappalà Danza“, haben Marta Greco aus Italien und Amanda Rubio Sanchez aus Spanien einander kennengelernt. In Graz präsentierten sie nun ihre erste gemeinsam konzipierte und getanzte Choreografie. Hinter dem etwas plakativen Titel „Monster“ verbirgt sich ein mehrschichtiger Inhalt, den sie in ihrer „Tanzperformance“ kritisch zu interpretieren versuchen.

Möchten sie doch „…die Vorstellung vom Monströsen als hässlich und unangenehm unterminieren“. Nach einem basstönigen, in seiner ungewohnter Melodik auch etwas bedrohliche Musik-Intro (Danilo Randazzo) ist in der ersten Szene ihrer beider getanzter Schatten auf einem über die Bühne gespannten Vorhang zu sehen ist: Aus fremdartig Ungeformtem entsteht respektive zeigt sich langsam ein sich bewegender, von fließendem Gewand umspielter Körper; ein nachvollziehbares Bild, das allerdings in der Umsetzung noch der Bearbeitung bedarf. Dies gilt auch für die nächste kleine Szene, in der die Erfahrung des (dem Subjekt) unbekannten Selbstbildnisses umgesetzt werden soll; als Voraussetzung, wie im Flyer-Text erklärt wird, um sich von tradierten Vorstellungen des Schönen oder Hässlichen zu distanzieren.monster3

Wenn im folgenden Solo von Marta Greco geformte Körper der ungewöhnlichen Art auf die Bühne gezeichnet, also bewegt werden, ist dies Dank ihrer außergewöhnlichen Gelenkigkeit ein faszinierendes Formenspiel, ein visuell beeindruckendes Fließen in (weitgehend) Unbekannt. Ein inhaltlicher überzeugender Bezug ergäbe sich aus der Interpretation dieser Bilder als vorbehaltlose Selbstsuche ohne tradierte Grenzen oder Formkriterien.

monster2Sehr gelungen ist der Tänzerinnen „Pas de Deux“ im Sitzen, in dem sie in wohldurchdachtem Bewegungsspiel gemeinsam einen Körper bilden. Neben den gekonnten visuellen Irreführungen wird hier, anhand dieses zweiköpfigen, vierarmigen und -beinigen „Monsters“ der Schönheitsbegriff tatsächlich kritisch hinterfragt.

Die darauffolgende, von beiden, zum Teil relativ synchron getanzte Szene verrinnt allerdings dann umso mehr im weitgehend belanglos wiederholungsreichen Showartigen; hier täte ein choreographisches Überdenken und Bearbeiten sehr gut. Im abschließenden Solo von Amanda Rubio Sanchez kann aber jedenfalls (endlich) auch diese ein wenig besser zeigen, was tänzerisch in ihr steckt, wobei sie am Darstellerischen noch zu arbeiten hat.

Es ist ein anerkennenswerter, ausbaufähiger erster Versuch - bevor sie, wie beabsichtigt, diese Arbeit an weiteren Orten präsentieren oder auch ein weiteres, gemeinsames Projekt umsetzen - nach angemessener Bearbeitung.

Marta Greco und Amanda Rubio Sanchez: „Monster“, Premiere am 10. April 2019 im Theater am Lend, Graz. Letzte Vorstellung am 12. April