BusterWenn zukünftige Darstellungskünstler auf die Kunst des Wortes verzichten und sich also auf die Bewegung konzentrieren und verlassen können müssen, ist Bewegungskunst gefragt: das, was Martin Woldan im Fach Bewegungstheater an der Kunstuniversität Graz unterrichtet und weiterzugeben versucht. Wie und dass es gelingt, zeigten und bewiesen die Studierenden des 2. Schauspieljahrgangs.

Auch wenn sie dem im Titel „Buster Keaton“ zitierten großen Vorbild noch nicht wirklich „ganz“ nahekamen, boten die angehenden SchauspielerInnen in den aus 22 Szenen unterhaltsam zusammengestellten Programm durchaus anerkennenswerte Leistungen. Musikalisch unterstützt von Studierenden Sandy Lopičis, bei Bühne, Kostümen und Lichtgestaltung unterstützt von Studierenden der Bühnengestaltung und des Lichtdesigns, trug neben der dynamisch-humorvollen, immer wieder ideenreichen Regie der typengerechte, dem jeweiligen Können entsprechende Einsatz der einzelnen Mitwirkenden zu vergnüglichen visuellen Momenten bei. Auch wenn, insbesondere in den lediglich lokal-situativ definierten Ensemble-Szenen noch eine anhaltende, konzentrierte Ausdruckskraft einzelner fehlte, war das Bemühen um Präsenz durchaus in vielen der Bilder gut und inszenatorisch kreativ zu bemerken (etwa in „Fast eine Geburt“) oder, wenn das Ensemble belebend als atmosphärischer Hintergrund agierte (etwa Patrick Bimazubute / Joel Zumbrunnen in „Der Kleidertausch“) . Einige der derart im Fokus stehenden „Duos“ stachen heraus: „Der Kampf um die Decke“ (Iona Nitulescu/Patrick Bimazubute) oder „Ist das gar…“ (Alina Haushammer/Paul Enev).
Die eine oder andere ruhigere, ernstere bewegungstheatrale Szene wäre sicherlich noch interessant gewesen und auch eine Herausforderung der anderen, der feinsinnigeren Art an die Studierenden.

Kunstuniversität Graz, Theater im Palais, 16. November 2018